Hochhäuser werden auf Brandschutz geprüft

Dirk-Ulrich Brüggemann

  • 0
Vor allem die Fassaden der Häuser werden in Augenschein genommen. - © Symbolbild: Pixabay
Vor allem die Fassaden der Häuser werden in Augenschein genommen. (© Symbolbild: Pixabay)

Bielefeld/Gütersloh. Nach der Evakuierung eines Hochhauses in Wuppertal wegen Mängeln beim Brandschutz untersuchen auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen ihre Bauten. In Bielefeld prüft die Bauaufsicht, an welchen Hochhäusern in den vergangenen Jahren an den Fassaden gearbeitet wurde und welche Stoffe dabei verwendet wurden. Nach der Einschätzung des Bauamtes könnten 15 bis 20 Gebäude betroffen sein.

Das einzige Hochhaus in Gütersloh wurde 2015 grundsaniert. Das Gebäude ist 24 Meter hoch und hat 1.400 Quadratmeter Nutz- und Wohnfläche. „Bei der Renovierung wurde besonders auf den Brandschutz geachtet, sagte ein Sprecher der Hausverwaltung.

Die Feuerwehren hätten im Brandfall keine Möglichkeit nachzulesen, wie ein Hochhaus gedämmt ist, sagt Herfords Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier. Zwar müssten im Bauantrag für Neubauten die Dämmstoffe aufgelistet werden, aber wenn diese bei einer Renovierung eines Älteren Gebäudes geändert würden, sei der verwendete Dämmstoff für die Wehrleute nirgends dokumentiert.

Peter Böhm, Herfords Technischer Beigeordneter, ergänzt: „Wir haben in den Unterlagen kein Objekt gefunden, das in Frage kommt. Daher sehen wir keine akute Gefahr." Trotzdem werde die Stadt Herford vorsorglich die Hauseigentümer anschreiben und auf die Problematik hinweisen. Das höchste Herforder Wohnhaus „wurde von der städtischen Wohnbaugesellschaft WWS ordentlich saniert".

Auch das Bauordnungsamt der Stadt Münster will nach eigenen Angaben Hochhäuser überprüfen. Eine Liste infrage kommender Gebäude erstellt derzeit unter anderem die Bauaufsicht der Stadt Recklinghausen, wie eine Sprecherin mitteilte.

„Die Abteilung Brandschutz der Feuerwehr ist an dem Thema dran und überprüft die Aktenlage. Nach derzeitigem Stand ist der Eindruck, dass wir keine Fälle wie in Wuppertal haben", sagte Monika Hörig, die Leiterin des Presseamtes in Bonn. Auch in Bottrop sieht weder die Feuerwehr noch die Bauaufsicht Handlungsbedarf, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. „Bauaufsicht, Stadtplanung und Feuerwehr sind zu dem Thema in Beratungen", hieß es bei der Stadt Köln.

„Um festzustellen, ob im eigenen Wohnungsbestand tatsächlich brennbare Materialien verwendet wurden, sollten sich Mieter zunächst einmal an ihre Vermieter wenden", stellt Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbunds Nordrhein-Westfalen, klar. „Ergibt sich daraus keine Klärung, dann empfiehlt sich der Gang zur Kommune. Diese kann im Falle einer Gefahrenlage entsprechende bauaufsichtsrechtliche Maßnahmen erlassen." Am Dienstagabend war ein Hochhaus in Wuppertal evakuiert worden, weil beim Brandschutz Mängel festgestellt worden waren.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!