Knapper Zeitplan für neuen A-33-Abschnitt

Matthias Bungeroth

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Noch im Bau: Der neue Abschnitt der A 33 zwischen Steinhagen und dem Bielefelder Süden. - © Jonas Damme
Noch im Bau: Der neue Abschnitt der A 33 zwischen Steinhagen und dem Bielefelder Süden. (© Jonas Damme)

Bielefeld/Steinhagen. Wer in der Nähe des neuen Teilstücks der Autobahn 33 wohnt oder dort häufig vorbeikommt, könnte meinen, die Fertigstellung stünde unmittelbar bevor. Doch noch sind viele Dinge zu erledigen, bevor die 7,9 Kilometer lange Trasse und der 1,9 Kilometer lange Zubringer am Schnatweg bei Steinhagen für den Kraftverkehr freigegeben werden kann.

Die Zielvorgabe des Landesbetriebs Straßen NRW lautet, dass diese Freigabe noch in diesem Jahr erfolgen kann. Ist der Zeitplan zu halten? Diese Frage beantwortet Sven Johanning, Sprecher der Straßen NRW-Niederlassung Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld, mit dem Satz: „Wir haben noch reichlich zu tun."

Erst in jüngster Zeit hat das feuchte Wetter den Bauunternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht, wie Johanning berichtet. So sei am vergangenen Wochenende eigentlich eingeplant gewesen, die Fahrbahnmarkierungen auf die Piste zu bringen. Doch dieses Ansinnen habe man wegen des Regens verschieben müssen. Man hoffe nun, die Arbeiten nun an diesem Wochenende durchführen zu können. Die Wetterprognosen seien dafür ja recht günstig, so Johanning.

Nach seiner Auskunft stehen an dem A-33-Teilstück auch noch etliche Arbeiten anderer Gewerke aus. Lärmschutzwände müssen ebenso errichtet werden wie Betonschutzwände, Beschilderungen oder Fernmeldeanlagen, die der Verkehrssicherheit bei Unfällen dienen.

„Wir werden jeden Tag brauchen", fasst Johanning die Gemengelage zusammen, was den Stand des Baufortschritts angeht. Alles in allem aber hoffen die Experten bei Straßen NRW nach wie vor, dass das Zeitkonzept zu halten ist. Johanning: „Plan und Ziel ist immer noch, Ende 2017 zu eröffnen." Damit würde ein weiterer wichtiger Abschnitt des insgesamt 27 Kilometer langen Lückenschlusses der A 33 vom Bielefelder Autobahnkreuz (A 2/A 33) bis nach Borgholzhausen fertiggestellt.

Für den aktuell im Bau befindlichen Sektor der Trasse, der bei Experten schlicht unter dem Namen „Abschnitt 6: Bielefeld – Steinhagen" läuft, müssen Gesamtkosten von rund 90 Millionen Euro aufgebracht werden. Davon entfallen 17 Millionen Euro auf den Grunderwerb und weitere 73 Millionen Euro auf die Baukosten, wie Straßen NRW mitteilt. Der Bau des Teilstücks erfordert durchaus einen hohen Aufwand. Der Bau von 20 Brücken, vier Regenrückhaltebecken und von 26.000 Quadratmetern Lärmschutzwänden sowie zehn Kilometern Lärmschutzwällen gehört dazu. Zudem müssen 270 Hektar Ausgleichsfläche angelegt und zwei Autobahnanschlussstellen gebaut werden.

Standstreifen werden zusätzliche Fahrspur

Im Stauland Nordrhein-Westfalen können vom nächsten Jahr an auf weiteren Autobahn-Kilometern die Standstreifen zeitweise als zusätzliche Fahrspur befahren werden. Die temporäre Seitenstreifenfreigabe sei eine bewährte Methode, um kurzzeitige Spitzenbelastungen, etwa im Berufsverkehr, zu bewältigen, berichtete das Verkehrsministerium.

Auf der A 3 soll zwischen dem Autobahnkreuz Hilden und dem Dreieck Ratingen-Ost die Freigabe zwischen April und Juni 2018 kommen. Die A 3 ist die am stärksten befahrene NRW-Autobahn. Anfang 2019 kommt auf der A 52 die Strecke zwischen Mönchengladbach-Nord und dem Autobahnkreuz Neersen dazu. Insgesamt geht es um 33 Kilometer.
Das allein löse nicht das grundsätzliche Stau-Problem, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). „Aber wir müssen jede Maßnahme ergreifen, die Besserung verspricht."

Nach Ansicht des ADAC kann die Maßnahme an Engpässen helfen. Eine Dauerlösung sei das aber nicht, meinte Verkehrsexperte Roman Suthold. Dafür müsse ausgebaut werden. Eine Voraussetzung für die Freigabe ist eine lückenlose Videobeobachtung. Nur so lässt sich laut Landesbetrieb Straßen NRW ausschließen, dass dort keine Autos liegengeblieben sind. Die temporäre Seitenstreifenfreigabe gibt es in NRW bisher auf zwölf Kilometern.

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