Bielefeld erneut vom ICE-Netz abgeschnitten

Alexander Lange

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Bielefeld. Im Oktober war OWLs Oberzentrum Bielefeld bereits mehrere Tage vom ICE-Netz abgehängt. Jetzt folgt das gleiche Dilemma noch einmal zwischen den Jahren. Vom 27. bis 29. Dezember hält kein ICE im Hauptbahnhof von Bielefeld. Das hat weitreichende Konsequenzen.
Grund für die drastische Maßnahme mitten in den Weihnachtsferien sind laut der Deutschen Bahn Brückenbauarbeiten zwischen Minden und Löhne sowie Weichenerneuerungen in Niedersachsen. Betroffen vom „Halteverbot“ für Bielefeld sind etwa 50 ICE-Züge. Mehrere Tausende Reisende müssen nun umplanen oder werden an den drei Tagen vergeblich an den Gleisen warten.

Was die Dramatik noch erhöht: Es wird keinen Schienenersatzverkehr in Ostwestfalen geben. Und wer gedacht hatte, in die ICE in Altenbeken, wohin sie umgeleitet werden, einstiegen zu können – weit gefehlt. Die Züge fahren zwar dort entlang, halten aber nicht. Das hat laut Deutscher Bahn mit der Länge der ICE zu tun. Diese seien mit 400 Metern für die nur 200 Meter langen Bahnsteige in Altenbeken nicht geeignet. Auch in Paderborn halten die Züge nicht an, sondern fahren nur durch.
Was auf den ersten Blick wie Unvernunft anmuten mag, ist Kalkül der Bahn. „Wir haben den Zeitpunkt zwischen den Jahren gewählt, weil dann nicht so viele Pendler wie üblich unterwegs sind“, so ein Sprecher.
Den Reisenden bleibt nur, mit anderen Zügen nach Hannover, dem nächsten Halt in Richtung Berlin, zu fahren. Das bedeutet, rund zwei Stunden zusätzliche Fahrzeit einzurechnen.

Für jene Reisenden, die im ICE durch Ostwestfalen-Lippe fahren wollen, bedeutet die Umleitung über Altenbeken eine etwa 70 Minuten längere Reisedauer.

Auch bei den ICs gibt es Einschränkungen an den drei Tagen. Die Linie Dresden-Hannover-Köln fällt zwischen Hannover und Herford aus.

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