Messerstecherei an der A30: Mordkommission sucht nach weiteren Beteiligten

Friderieke Schulz

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Spurensicherung: Kriminaltechniker haben an der schwarzen Limousine zahlreiche Stellen mit weißem Klebeband markiert. Der Abschleppwagen wartet schon, um den Mercedes zum Polizeipräsidium nach Bielefeld zu bringen. Foto: NW - © NW
Spurensicherung: Kriminaltechniker haben an der schwarzen Limousine zahlreiche Stellen mit weißem Klebeband markiert. Der Abschleppwagen wartet schon, um den Mercedes zum Polizeipräsidium nach Bielefeld zu bringen. Foto: NW (© NW)

Löhne/Kirchlengern/Bielefeld. Eine Streitigkeit in Kirchlengern endete in der Feiertagsnacht mit zwei Verletzten und einer Notoperation. Zwischen zwei Gruppierungen war es laut der Polizei zu einer „überfallartigen Auseinandersetzung" gekommen. Der Streit, der wohl auf einer privaten Feier begann, endete nahe der Autobahnauffahrt Kirchlengern der A30. Die Polizei geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus, deswegen ermittelt nun die Mordkommission. 

Laut den Beamten begann der Streit auf einer privaten Feier im Kaiser-Center. Dort fand am Dienstagabend ein Konzert der Musiker Jana Todorovic und Sloba Radanovic statt. Etwa 400 Gäste, vor allem Serben, Kroaten und Bosnier feierten. „Ich veranstalte diese Partys schon seit ein paar Jahren. Es kommen viele Familien zum Feiern", sagt der Veranstalter der NW. Er ist fassungslos und zugleich sauer, als er von dem Vorfall hört. Denn er kann von keiner Auseinandersetzung berichten, die im Kaiser-Center seinen Anfang genommen habe: „Es sind nichtmal 10 Gläser kaputt gegangen. Das war ein ganz friedlicher Abend."

Sicherheitsfirma bestätigt auffällig ruhigen Abend

Das bestätigt auch die Sicherheitsfirma – keinen Streit, nicht einen einzigen Rauswurf habe es gegeben. Es sei fast schon auffällig ruhig gewesen. Auch der Vermieter der Räumlichkeiten, der auch eine Shisha-Bar betreibt, kann von keinen Auseinandersetzungen an diesem Abend berichten. Die Polizei schließt das nicht aus. Es sei durchaus denkbar, dass der Streit erst auf dem Parkplatz begonnen habe.

Klar ist jedoch, dass die etwa 10 Personen am Kaiser-Center in ihre Fahrzeuge stiegen und die Kreuzung nahe der Autobahnauffahrt Kirchlengern ansteuerten. Dort eskalierte der Konflikt. Es wurden Messer gezogen, zwei Personen verletzt. Ein 21-Jähriger so schwer, dass er im Klinikum Herford notoperiert werden muss. Inzwischen schwebt er nicht mehr in Lebensgefahr.

Reifen sind nach Messerstichen platt

Zurück blieb zunächst nur ein schwarzer Mercedes. Bis etwa 14.30 Uhr nimmt die Spurensicherung am Mittwoch die Beweise auf, klebt akribisch Spuren auf dem Fahrzeug ab. „Die Reifen waren durch Messerstiche platt", sagt Achim Ridder, Sprecher der Polizei Bielefeld. Nun steht der Wagen zur weiteren Untersuchung im Polizeipräsidium. Einschusslöcher am Mercedes, wie sie zahlreiche Passanten zu sehen glaubten, kann Ridder nicht bestätigen.

Offen bleibt die Identität der Gruppen. Die Polizei macht schnell deutlich, dass es sich nicht um Rocker handelt. Es fehle noch eine genau Verifizierung, aber man kreise die Herkunft auf die Balkanstaaten ein. Die Mordkommission fahndet derzeit nach weiteren Tatbeteiligten.

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