Pausenbrot-Fall: Mann wollte seine Arbeitskollegen leiden sehen

Ein 57-Jähriger soll mehrere Kollegen vergiftet haben. Der Prozess beginnt am 15. November.

Matthias Schwarzer

Die betroffene Firma in Schloß Holte-Stukenbrock. Hier soll ein Mitarbeiter mehrere Kollegen vergiftet haben. - © Sarah Jonek
Die betroffene Firma in Schloß Holte-Stukenbrock. Hier soll ein Mitarbeiter mehrere Kollegen vergiftet haben. (© Sarah Jonek)

Schloß Holte-Stukenbrock/Bielefeld. Der Mitarbeiter eines Unternehmens in Schloß Holte-Stukenbrock soll mehrere Kollegen vergiftet haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft im sogenannten "Pausenbrot-Fall" die Anklageschrift veröffentlicht. Sie offenbart weitere Details des Falls.

Der 57-Jährige wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes angeklagt. Zwischen März 2015 und Mitte Mai 2018 soll der 57-Jährige demnach mit "bedingtem Tötungsvorsatz" Nahrungsmittel von drei Arbeitskollegen mit giftigen chemischen Verbindungen versetzt haben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, soll es ihm auch darum gegangen sein zu sehen, "wie seine Kollegen vor seinen Augen Schmerzen und Qualen erleiden würden".

Einen Vorarbeiter soll der Mann bei fünf Gelegenheiten so vergiftet haben, dass er mehrfach wegen Blutarmut, Magenkrämpfen und Magenblutungen stationär behandelt werden musste. Im März soll er die Nahrung eines Vorarbeiters so schwer vergiftet haben, dass es zu einem Nierenversagen und einer Niereninsuffizienz gekommen sei. Seitdem muss das Opfer dreimal die Woche zur Dialyse.

Prozessbeginn im November

Im Jahr 2016 soll der Mann einen Arbeitskollegen laut Anklageschrift so schwer vergiftet haben, dass es zu schweren Schäden am Gehirn des Opfers kam. Er liegt seitdem im Koma. Einen weiteren Kollegen habe er bei drei Gelegenheiten vergiftet - auch er musste danach ins Krankenhaus.

Die Fälle in dem Armaturenbetrieb waren durch eine Videokamera bekannt geworden. Die Firmenleitung schaltete daraufhin die Polizei ein. Ermittler nahmen daraufhin verdächtige Krankheits- und Todesfälle in der Firma unter die Lupe.

Der Prozessauftakt ist am 15. November mit der Verlesung der Anklageschrift. Weitere Termine sind der 26. und 27. November, der 5. und 19. Dezember sowie der 7. Januar.

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