Schlachthof-Mitarbeiter in Niedersachsen an Tuberkulose gestorben

Noah Matzat

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Eine Radiologieassistentin bereitet eine Frau für eine Röntgenaufnahme vor. Wichtigstes Hilfsmittel zur Diagnose einer Lungentuberkulose ist das Röntgen. - © picture alliance / dpa
Eine Radiologieassistentin bereitet eine Frau für eine Röntgenaufnahme vor. Wichtigstes Hilfsmittel zur Diagnose einer Lungentuberkulose ist das Röntgen. (© picture alliance / dpa)

Bielefeld/Cloppenburg. In einem Schlachthof im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen sind mehrere Mitarbeiter an Tuberkulose (TBC) erkrankt. Von aktuell drei Betroffenen sei ein Patient bereits gestorben, teilte der Landkreis am Freitag mit. Zuvor hatten mehrere Medien über die Fälle berichtet. Von dem im Betrieb verarbeiteten Fleisch gehe nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen kein Infektionsrisiko aus, erklärte die Behörde.

TBC ist eine weltweit verbreitete, ansteckende Erkrankung, die beim Menschen am häufigsten die Lunge befällt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten weltweit jährlich rund 380.000 neue Tuberkulosefälle auf. Die Infektionskrankheit verursache in der Europäischen Region jährlich 44.000 Todesfälle. Die Lungentuberkulose als häufigste Form wird durch eine
Tröpfcheninfektion übertragen.

Daher wurden 96 Kontaktpersonen der Erkrankten getestet, davon erhielten 55 einen positiven Befund. Ein positives Testergebnis zeigt eine Reaktion des Immunsystems. Es bedeute aber nicht zwangsläufig, dass eine aktive oder ansteckende Tuberkulose vorhanden ist, betonte der Landkreis. Es seien weitere Untersuchungen erforderlich, um eine aktive Tuberkulose auszuschließen.

Keine Auffälligkeiten in NRW und OWL

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt hatte im Jahr 2017 landesweit 348 Tuberkulosefälle registriert. Die Krankheit ist meldepflichtig.

Mirko Kösterke vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen sagt: "Wir haben in NRW bisher keine Meldungen von Tuberkulosefällen von den Gesundheitsbehörden der Städte und Kreise bekommen." Auch die restlichen Zahlen zu Tuberkulosefällen seien unauffällig. In NRW wurden dieses Jahr von Januar bis zu Dezember 1.107 Fälle gemeldet. Im Vorjahr waren es für den gleichen Zeitraum 1.110 Tuberkuloseerkrankungen.

In der kreisfreien Stadt Bielefeld stieg die Anzahl von 15 auf 27 Fälle, während die Zahl in Paderborn von 17 auf 16 Erkrankungen in 2018 bisher gesunken ist. Auch im Kreis Gütersloh ist die Infektionskrankheit zurückgegangen: Statt 28 wurden 18 Tuberkulosefälle in dem Kreis gemeldet.

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