Rechtsextreme Gruppe „Combat 18“ auch in NRW aktiv

Dirk-Ulrich Brüggemann

Anfang dieses Jahres haben sich einige C18-Mitglieder am Hermannsdenkmal in der Nähe von Detmold getroffen und mit Plakaten die Freilassung inhaftierter C18-Anhänger gefordert. - © Bild von Peter Müller auf pixabay.com
Anfang dieses Jahres haben sich einige C18-Mitglieder am Hermannsdenkmal in der Nähe von Detmold getroffen und mit Plakaten die Freilassung inhaftierter C18-Anhänger gefordert. (© Bild von Peter Müller auf pixabay.com)

Düsseldorf. Die rechtsextreme Gruppierung „Combat 18" (C18) ist nach Erkenntnissen des Innenministeriums auch in Nordrhein-Westfalen aktiv. Sie soll aktuell neun Mitglieder in NRW haben, heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

Die Sicherheitsbehörden beobachteten die Entwicklung wegen der Gewaltbereitschaft intensiv. Demnach beteiligten sich C18-Anhänger aus NRW auch an Schießübungen im Ausland. „Die Personen verhalten sich grundsätzlich äußerst konspirativ, so dass nur wenige Aktivitäten öffentlich bekannt werden", hieß es weiter.

Einige Aktionen drangen jedoch ans Licht: Im September 2018 habe die Gruppierung eine Veranstaltung der Grünen in Lünen gestört. Initiiert worden sei die Aktion mutmaßlich von einem der Hauptakteure von C18 in NRW.

„Subkulturell geprägten Rechtsextremismus"

Dieser sei auf einer Demonstration in Dortmund im Oktober 2018 in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Combat 18" in Erscheinung getreten. Bei einer weiteren Aktion hätten sich Anfang dieses Jahres einige C18-Mitglieder am Hermannsdenkmal in der Nähe von Detmold getroffen und mit Plakaten die Freilassung inhaftierter C18-Anhänger gefordert.

Der NRW-Verfassungsschutzbericht rechnet „Combat 18" dem „subkulturell geprägten Rechtsextremismus" zu, der sich über eine spezifische Musik und den damit zusammenhängenden Lebensstil definiere. International sei die Gruppe eng mit dem in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerk „Blood and Honour" verbunden.

Diese neonazistisch-terroristische Organisation enstand in Großbritannien als bewaffneter Arm des Neonazinetzwerks "Blood an Honour". Der Name "Combat 18" bedeutet Kampfgruppe Adolf Hitler. Die Zahle 1 und 8 beziehen auf die Initialien Adolf Hitlers (der erste und er achte Buchstabe des lateinischen Alphabets). Die Organisation war 1992 von Charlie Sargent als Saalschutz für Veranstaltungen der British National Party gegründet worden. Bei diesen Treffen trat unter anderem der bekannte Holocoust-Leugner David Irving auf.

In Pinneberg entdeckten Fahnder die deutsche "Combat 18"-Gruppe

Genau Mitgliederzahlen der "Combat 18"-Organisation sind nicht bekannt, weil sich jeder als Mitglied bezeichnen kann, der deren Ideologie folgt. Kristallisationsfigur und Spiritus Rector von "Combat 18" in Deutschland soll Thorsten Heise aus Thüringen sein, heißt es aus Insider-Kreisen.

In Deutschland wurden Verstrickungen deutscher Neonazis in das "Combat 18"-Netzwerk im Jahre 2004 bekannt. Bei Wohnungsdurchsuchen in Pinneberg entdeckten die Fahnder Waffen, Propaganda-Materialien und Pläne zur Gewaltanwendung.

Auch der Verfassungschutz Nordrhein-Westfalen registrierte mehrere Vorfälle. So wurde im Jahre 2007 in Dortmund eine Tunesier von einem mutmaßlichen Combat-18-Mitglied in einer Aldi-Filiale niedergeschossen.

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