Mai-Kundgebung in Bielefeld: Ministerpräsident Laschet gnadenlos ausgepfiffen

Florian Pfitzner

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet stößt bei der Maikundgebung im Ravensberger Park auf heftige Proteste. - © Florian Pfitzner
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet stößt bei der Maikundgebung im Ravensberger Park auf heftige Proteste. (© Florian Pfitzner)

Bielefeld. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wurde bei der zentralen Maikundgebung in Bielefeld gnadenlos ausgepfiffen. Eigentlich wollte sich der CDU-Politiker einen Schlagabtausch mit den Gewerkschaften liefern, gegen den Protestrufe drang er jedoch kaum durch - und verließ die Veranstaltungsbühne nach wenigen Minuten.

Junge Leute mit Plakaten der Linken und „Fridays for Future" brüllten Laschet „Hau ab" entgegen. Dazu störten gellende Pfiffe der Empörung den Auftritten des Ministerpräsidenten. „Der Gegner steht rechts in diesen Tagen", schimpfte Laschet. „Das solltet Ihr Euch vor Augen führen."

Einige Minuten hielt Laschet dagegen, griff eine der Parolen auf den Plakaten im Ravensberger Park auf. „Hambi bleibt", gemeint ist der Hambacher Forst im rheinischen Revier, sei eine „berechtigte Forderung", sagte der NRW-Regierungschef. Gleichzeitig gehe es aber um die Interessen der IG Metall und der Industriegewerkschaft IGBCE, die mit dem Klimaschutz abgewogen werden müssten. „Nordrhein-Westfalen soll Industrieland bleiben", sagte Laschet.

Europäische Solidarität stand im Mittelpunkt der Veranstaltung

Unter dem Motto „Europa! Jetzt aber richtig" versammelten sich Hunderte Menschen im Ravensberger Park. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) NRW, Anja Weber, verlangte „mehr Flexibilität für die Arbeitnehmer - nicht für die Arbeitgeber". Der Schutz des Klimas sollte einhergehen mit dem Schutz guter und sicherer Arbeit. Dass die schwarz-gelbe Landesregierung „die Arbeitszeitregelung schleifen wollte, hat uns richtig sauer gemacht".

Laschet begrüßte, dass der DGB zum Tag der Arbeit die europäische Solidarität in den Mittelpunkt gestellt hat. Europa und die Europawahl am 26. Mai bräuchten jeden Rückenwind. „Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass die europäische Einheit kein Selbstläufer ist", sagte der CDU-Politiker. „Deshalb sollten wir wachsam sein und aufpassen, dass die Europafeinde nicht die Oberhand gewinnen." Nordrhein-Westfalen liege im Herzen Europas. „Wir sind ein durch und durch europäisches Land."

Der Tag der Arbeit sei „immer noch zeitgemäß", sagte Laschet. Weltweit gingen am 1. Mai Arbeitnehmer auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. In vielen anderen Ländern sei das noch ein schwerer Kampf. „Bei uns in Deutschland ist dieser Tag seit der Gründung der Bundesrepublik von großer Bedeutung. Es ist gut, dass es ihn gibt – auch heute noch."

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