Todesfall: Suchtexperten warnen vor Konsum neuer Ecstasy-Pillen

Matthias Bungeroth

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Foto der Kölner Polizei: So sehen die Ecstasy-Pillen aus, an deren Konsum ein 17-jähriger Jugendlicher in Leverkusen starb. - © Polizei Köln
Foto der Kölner Polizei: So sehen die Ecstasy-Pillen aus, an deren Konsum ein 17-jähriger Jugendlicher in Leverkusen starb. (© Polizei Köln)

Bielefeld/Köln. Schock in der Partyszene: Ein 17-jähriger Jugendlicher ist nach dem Konsum neuartiger Ecstasy-Tabletten in einem Leverkusener Krankenhaus gestorben. Die Polizei in Köln warnt deshalb dringend vor der Einnahme der entsprechenden Substanz.

"Bereits die Einnahme von eineinhalb Tabletten kann eine tödliche Wirkung haben", schreibt das Polizeipräsidium Köln in einer Miteilung. "Es handelt sich um eine zweifarbige Tablette im szenetypischen ,Sprite'-Design, mit grüner Oberfläche und rotem Unterboden."

Der 17-jährige sei nach der Einnahme dieses Präparates am 21. August gestorben. Bei dem Verstorbenen seien die oben beschriebenen Tabletten sichergestellt worden. Experten des Landeskriminalamtes (LKA) in Düsseldorf hätten festgestellt, dass die Pille soviel vom für Ecstasy typischen Wirkstoff "MDMA" enthalte, dass sie doppelt so stark wirke wie andere Ecstasy-Tabletten. Das LKA ermittelt nun die Herkunft der Tabletten.

Verbreitete Partydroge

Für Markus Wirtz, Leiter der Koordinationsstelle Sucht beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kommt die Nachricht aus Köln nicht ganz überraschend. Ecstasy-Pillen seien "in gewissen Feierszenen weit verbreitet". Das bekomme er immer wieder mit.

Ecstasy ist laut Wirtz eine "Substanz, die in der Suchthilfe immer wieder mal eine Rolle spielt". Der Wirkstoff "MDMA" stimuliere das körpereigene Belohnungssystem im Gehirn, wie es Wirtz umschreibt. Die Botenstoffe für gute Laune seien aber auch für andere Dinge verantwortlich wie Störungen des Schlafrhythmus' sowie die Beeinflussung des Hunger- und Durstgefühls.

So sei ein Kreislaufkollaps durch Dehydrierung ebenso eine Gefahr wie eine Wasservergiftung, wenn wesentlich zuviel Flüssigkeit zugeführt werde. Gefährlich sei insbesondere auch der Mischkonsum mit anderen Substanzen oder Alkohol.

"Das führt zu Gehirnschädigungen"

Auch die sogenannte Feierdepression sei weit verbreitet, weiß Wirtz. Darunter versteht man die Reaktion des Körpers auf die Phase nach einer Partysession, bei der Ecstasy eingenommen wurde. In solchen Fällen bestehe die Gefahr, dass "Konsumenten sich einigeln oder weiter konsumieren".

Ein dauerhafter Gebrauch von Ecstasy sei "gehirnphysiologisch nicht gut". Wirtz konkretisiert: "Das führt nachweislich zu schweren Gehirnschädigungen sowie zu Verhaltens- und Wesensveränderungen."

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