Neues Schuljahr beginnt - in NRW werden Lehrer verzweifelt gesucht

Lothar Schnalen

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Gesucht: In NRW fehlen vor allem an Grundschulen Lehrer. - © dpa
Gesucht: In NRW fehlen vor allem an Grundschulen Lehrer. (© dpa)

Düsseldorf. Für 2,5 Millionen Schüler und 200.500 Lehrer an 5.433 Schulen in NRW beginnt am kommenden Mittwoch ein neues Schuljahr. An den Gymnasien beginnt damit die Rück-Umstellung auf neun Schuljahre bis zum Abitur. Bei der Lehrerversorgung ist bisher dagegen keine Verbesserung gelungen.

Umstellung auf G9

Mit dem neuen Schuljahr starten die Klassen 5 und 6 an fast allen Gymnasien mit G9, das heißt, die Schüler sind dann wieder neun (statt bisher acht) Jahre am Gymnasium bis zur Abiturprüfung. Mit G9 starten damit 139.000 der insgesamt 521.000 Gymnasiasten. Lediglich drei der insgesamt 624 Gymnasien, davon zwei in Bielefeld, bleiben bei G8. Die ersten G9-Schüler werden ihr Abitur 2027 machen. Die neue Stundentafel sieht für das G9 bis zu 188 Wochenstunden in den Mittel- und Oberstufen vor. Als neues Schulfach wird „Wirtschaft-Politik" eingeführt. Für den zusätzlichen Raumbedarf erhalten die Schulträger bis 2026 518 Millionen Euro. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verspricht, bis 2026 insgesamt 2.200 zusätzliche Lehrer an die Gymnasien zu schicken.

Viele Lehrerstellen frei

Ob dies wirklich so kommt, bleibt abzuwarten. Denn nach wie vor hat das Land große Probleme, genügend Lehrer für die geschaffenen neuen Stellen zu finden. Insgesamt konnten nur 57,8 Prozent der 9.843 neuen oder frei werdenden Stellen besetzt werden – das ist noch einmal weniger als zu Beginn des vergangenen Schuljahres (61,6 Prozent). Bei den Grundschulen waren es nur 54,6 Prozent. Noch dramatischer ist die Lage an den Förderschulen. Hier konnten nur 37,2 Prozent der freien Stellen besetzt werden. In OWL ist die Situation übrigens deutlich besser. Hier konnten 79,7 Prozent der freien Stellen besetzt werden.

Verzweifelt versucht das Schulministerium, gegen den Trend anzukämpfen. Nach wie vor werden deutlich zu wenig Lehrer ausgebildet. So wurden 339 zusätzliche Studienplätze für angehende Grundschullehrer (Bestand bislang: 2.200) und 250 zusätzliche Studienplätze für Sozialpädagogen (Bestand bisher: 1.634) geschaffen. „Die Zahl der Studienplätze hätte schon vor Jahren erhöht werden müssen", sagt Staatssekretär Matthias Richter.

Digitalpakt

Von den insgesamt fünf Milliarden Euro des Digitalpaktes auf Bundesebene fließen eine Milliarde Euro nach NRW – gestreckt auf fünf Jahre. Das Geld, mit dem vor allem die IT-Infrastruktur an den Schulen verbessert werden soll, wird an die Schulträger der insgesamt 5.433 Schulen im Land verteilt – zu 75 Prozent nach der Schülerzahl und zu 25 Prozent nach den Schlüsselzuweisungen an die Kommunen. Große Sprünge können die Schulen damit allerdings in der Regel nicht machen. Umgerechnet bedeuten die 200 Millionen Euro pro Jahr im Schnitt knapp 33.000 Euro pro Jahr für jede Schule.

Inklusion

Im Zuge der Neuausrichtung der Inklusion starten mit dem Schuljahresbeginn insgesamt 775 Schulen des Gemeinsamen Lernens. Diese Schulen – das hat die Ministerin versprochen – werden aufwachsend ab Klasse 5 deutlich besser ausgestattet. Für eine Klasse mit 25 Schülern, davon drei mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, erhält eine Schule zusätzlich 0,5 Lehrerstellen. Bis zum Jahr 2025 stelle das Land insgesamt rund 6.000 zusätzliche Stellen bereit. Zusammen mit den sozialpädagogischen Fachkräften in der Schuleingangsphase der Grundschule investiere das Land rund 1,9 Milliarden Euro zusätzlich, so Gebauer.

Darüber hinaus erhalten die Inklusionsschulen in Nordrhein-Westfalen ein zusätzliches Fortbildungsbudget von 1.200 Euro pro Schuljahr.

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