Demo mit Vermummten sorgt für Polizeieinsatz in der Bielefelder City

Jens Reichenbach

Symbolfoto - © dpa
Symbolfoto (© dpa)

Bielefeld. Der Staatsschutz der Polizei Bielefeld hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem sich am Sonntag, etwa 30 vermummte Personen versammelt hatten und auf ihrem Weg durch die Innenstadt ein Transparent mitführten, Parolen riefen, Böller zündeten und Graffiti an Hauswände schmierten. Wie Polizeisprecherin Sonja Rehmert mitteilte, sei es im Anschluss auch zu einer Widerstandshandlung gegen Polizeibeamte gekommen.

Kurz nach 19 Uhr meldeten Gastronomen eine Demo mehrerer vermummter Personen an der Ecke Stresemann- /Bahnhofstraße. Als die Polizei dort eintraf, gab sich kein Versammlungsleiter zu erkennen, der die spontane Demo hätte noch anmelden können. Stattdessen ignorierte die Gruppe die Polizei, bis die Teilnehmern an der Friedenstraße fluchtartig in verschiedene Richtungen wegliefen.

22-Jähriger schubst Polizistin zu Boden und wehrt sich gegen Festnahme

Die Polizei setzte bei der Fahndung nun auch Bereitschaftspolizisten ein, so dass gegen 19.15 Uhr ein Pärchen an der Ecke Mercatorstraße identifiziert werden konnte. „Die beiden Personen hatten versucht, sich im Sichtschutz eines Bauwagens ihrer Vermummung zu entledigen", heißt es im Polizeibericht.

Als die Beamten das Paar ansprachen, wurde eine Polizeibeamtin von einem 22-jährigen Bielefelder zu Boden geschubst, so dass seine Mittäterin flüchten konnte. Nach einer Rangelei gelang es mehreren Polizeibeamten, den 22-Jährigen an seiner Flucht zu hindern und vorläufig festzunehmen. Bei der Rangelei mit dem 22-Jährigen wurden die Beamtin und zwei weitere Polizeibeamte leicht verletzt, blieben aber dienstfähig.

Platzverweis für sieben Personen mit Schals und Handschuhen

Eine Stunde später identifizierten Polizisten weitere sieben Verdächtige mit Schals und Handschuhen am Kesselbrink. Ihnen wurden Platzverweise erteilt, Schals und Handschuhe wurden sichergestellt.

Der Staatsschutz geht davon aus, dass es sich bei den Teilnehmern um Personen aus dem extrem linken und kurdischen Spektrum handelte. Es wird laut Rehmert ermittelt wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Sachbeschädigungen (vier Graffiti an Bahnhofs-, Arndt- und Karl-Eilers-Straße) und zweifachen Widerstand gegen Polizeibeamte. Zeugenhinweise erbittet der Staatsschutz unter Tel. (05 21) 54 50.

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