Dieses Steinheimer Geschäft schließt Ende Januar

Hermann Ludwig

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Für treue Kunden bietet Manfred Babion künftig einen Versandhandel an. - © Hermann Ludwig
Für treue Kunden bietet Manfred Babion künftig einen Versandhandel an. (© Hermann Ludwig)

Steinheim. In Steinheim schließt jetzt das Sporthaus Babion: Inhaber Manfred Babion möchte einfach kürzer treten nach seiner 25-jährigen Selbstständigkeit. Bis Ende Januar läuft noch der Räumungsverkauf mit markanten Rabatten. Auch wenn der 66-jährige das Ladengeschäft in der Marktstraße 22 schließt, ist er für treue Stammkunden weiterhin da.

„Ich baue daheim in Lothe ein Versandgeschäft auf", sagt der gelernte Bankkaufmann, der seine Arbeit nach wie vor liebt, auch wenn die Rahmenbedingungen schwieriger geworden sind.

Seit 1988 ist Manfred Babion im Sporthandel tätig, der Fokus lag dabei auf dem Vereinssport. Im südlichen Kreis Lippe und im nördlichen Teil des Kreises Höxter hat sich das Sporthaus Babion als zuverlässiger Partner einen Namen gemacht. „In der Anfangszeit haben wir in den Kreisen Lippe und Höxter einen Stammkundenkreis von 70 Vereinen aufgebaut", resümiert der ehemalige Fußballer des TSV Lothe, der im Familienkreis keinen Nachfolger gefunden hat. „Meine drei Kinder haben sich anderweitig orientiert", so Babion.

So geht es jetzt weiter

Mit seiner Ehefrau Ilona und Aushilfen will er in begrenzten Maß seine guten Kontakte im Sportfachhandel weiter nutzen, um den treuen Kunden weiterhin gute Einkaufskonditionen zu ermöglichen. In den nächsten Wochen können Kunden noch direkt auf den 150 Quadratmetern Verkaufsfläche Sportschuhe, Sportbekleidung und Accessoires erwerben. „Wir sind ein Vollsortimenter für den Vereinssport", sagt Manfred Babion.

Sonderpreise gibt es jetzt auch auf die stattlichen Pokale. Gravuren für Pokale und die Beflockungen von Trikots, Trainingsanzügen und auch Berufsbekleidung waren die Spezialität des Sporthauses. „Das hat uns auch in verkaufsschwächeren Zeiten immer Aufträge beschert", weiß Babion. Im Sportfachhandel gibt es für kleinere Geschäfte immer wieder Durststrecken. „Ich muss die Sportartikel bei den Messen im Juni und Juli bestellen und bei der Lieferung im November auch gleich bezahlen. Viele Produkte kann ich dann aber zumeist erst ab März verkaufen", weist Babion auf die Marktlage hin. Die Fußballer, die Babions Hauptkundschaft darstellen, starten ja erst im Frühjahr wieder mit der Saison.

Schwierigkeiten durch die Online-Konkurrenz

In Steinheim hat sich Manfred Babion wohl gefühlt. „Die Stadt hat mich immer unterstützt", lobt der Sportfachhändler. Gleichwohl sei es für die Geschäfte seiner Größenordnung in Kleinstädten schwierig am Markt zu bestehen gegen die Internetkonkurrenz. Die Ladenmiete und die Energiekosten seien schließlich einzukalkulieren. „Es gibt schon die Kunden, die Ware bei uns anprobieren und dann im Internet ordern", meint Manfred Babion. Auf die Internetkonkurrenz hat er sich eingestellt, zeitweise hat er über Amazon auch selbst im Internet verkauft, doch als die Zahl der nicht nachvollziehbaren Retouren überhand nahm, war dieses Standbein nicht mehr wirtschaftlich.

Der Bankkaufmann kann kalkulieren, mit fairen Preisen für die Kunden aus der Region hat er acht Jahre in Steinheim eine gute Basis erwirtschaftet, die er mit reduziertem Aufwand noch möglichst lange erhalten möchte. Zuvor hat er in Brakelsiek ein Fachgeschäft geführt, das dann aber abgebrannt ist. Auf der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal ist er in Steinheim gelandet und hat diesen Schritt nicht bereut. „Ich habe viele treue Kunden und Geschäftspartner und die Arbeit in diesem Metier macht mir nach wie vor Spaß", sagt Manfred Babion, der seine Fußballleidenschaft auch bei der Organisation von Fußballturnieren eingebracht hat.

Viel Arbeit steckt er jetzt auch noch in die Vorbereitung der Klaus-Fischer-Fußballschule, die vom 6. bis 9. August in Steinheim gastiert. 65 der 80 Plätze sind schon vergeben. „Wir bieten die Fußballschule schon seit 17 Jahren an, dabei kommt Klaus Fischer auch immer persönlich mit einigen Altinternationalen, das bürgt für Qualität", sagt Manfred Babion, der mit alter Telefonnummer und Internetadresse auch weiterhin für seine Stammkunden erreichbar sein wird.

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