Brandgefährliche Trockenheit: Feuerwehr überwacht OWL aus der Luft

Anke Groenewold

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Borkenkäfer und die trockenen Sommer der letzten Jahre haben den Wald in Ostwestfalen-Lippe geschwächt. Waldbrände können sich so schnell ausbreiten. - © Torben Gocke
Borkenkäfer und die trockenen Sommer der letzten Jahre haben den Wald in Ostwestfalen-Lippe geschwächt. Waldbrände können sich so schnell ausbreiten. (© Torben Gocke)

Bielefeld/Detmold. Die Hitze hält Nordrhein-Westfalen fest im Griff: Für Samstag erwartet der Deutsche Wetterdienst Höchsttemperaturen von 38 Grad und damit einen neuen Jahres-Höchstwert. Sonntag sorgen Quellwolken dafür, dass es „nur" bis auf 36 Grad raufgeht.

Am Montag sind erneut 38 Grad nicht ausgeschlossen, wie die DWD-Meteorologin Ines von Hollen in Essen sagt. In den Ballungsräumen gibt es häufig sogenannte „tropische Nächte", in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.

Waldbrandgefahr wächst

Und Abkühlung ist kaum in Sicht. „Sonntag gibt es vielleicht mal Hitzegewitter." Grundsätzlich bleibe es aber heiß. Allerdings werde die Luft langsam feuchter, was auch zum Wochenanfang Schauer und Gewitter bringen kann, in jedem Fall aber für zunehmende Schwüle sorgt. „Eine richtige Regenfront ist aber nicht in Sicht", sagte die Wetter-Expertin.

Mit den Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. Am Wochenende gilt für fast ganz NRW die zweithöchste Warnstufe.


Die Bezirksregierung Detmold hat angeordnet, dass die Wälder in Ostwestfalen-Lippe per Flugzeug auf mögliche Brände hin kontrolliert werden. Die ersten Flüge starten an diesem Samstag. Die Anordnung gilt je nach Wetterlage zunächst bis 14. August. Je zwei Flüge sind für Samstag und Sonntag geplant. In der kommenden Woche wird einmal täglich am Nachmittag geflogen.

Viele abgestorbene Bäume

Die Flugroute ist ein „Zick-zack-Kurs" über den Regierungsbezirk. Unter besonderer Beobachtung stehen Gebiete rund um die Senne, große Moorflächen sowie alle Waldgebiete in Ostwestfalen-Lippe. „Überall gibt es viele abgestorbene Bäume oder solche, die vom Borkenkäfer geschädigt sind", erläutert Regierungsbranddirektor Karsten Weber von der Bezirksregierung.

Ziel der Flüge ist, die Feuerwehrleitstellen möglichst schnell über ein Feuer in einem Wald oder einem Graslandgebiet informieren zu können. Am Steuer des Überwachungsflugzeugs sitzt je ein Pilot des Luftsportvereins Oerlinghausen. Seine Passagiere sind ein Mitglied einer heimischen Feuerwehr sowie ein Mitarbeiter des Regionalforstamts.

Auch in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln wird es Überwachungsflüge geben.

Bielefeld sperrt öffentliche Grillplätze

„Das Grillen und offene Feuer sind im Wald grundsätzlich verboten. Das gilt im Moment auch für das Rauchen", sagt Weber. Spaziergänger sollten die Verbote in jedem Fall beachten. Und: „Versperren Sie mit Ihren Autos keine Waldwege und parken Sie nur auf befestigten Flächen, wie Schotter oder Asphalt."

Weil in Bielefeld in den vergangenen Jahren das „wilde Grillen" in Grünanlagen, auf Spielplätzen oder im Wald stark zugenommen hatte, wies die Stadt in Folge öffentliche Grillplätze aus. Die sind ab sofort gesperrt: "Boden und Sträucher sind sehr trocken und es herrscht große Waldbrandgefahr", teilt die Stadt mit.

Information

Noch keine Rekord-Hitze


Die bisher höchste Temperatur des Jahres 2020 hatte der DWD am 31. Juli in Weilerswist (Kreis Euskirchen) mit 36,9 Grad gemessen. Vom Allzeit-NRW-Rekord ist das aber noch deutlich entfernt: Im niederrheinischen Tönisvorst hatte das Thermometer vor rund einem Jahr 41,2 Grad gezeigt. Tönisvorst war auch am Freitag einer der bundesweit heißesten Orte mit zeitweise 34,9 Grad am frühen Nachmittag.

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