Gewerkschaft ruft zu Warnstreiks im Nahverkehr auf

Sebastian Beeg

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Für Montag, 19. Oktober, ruft Verdi zu landesweiten Streiks im Nahverkehr auf. - © Symbolfoto: Mike-Dennis Müller / www.mdm.photo
Für Montag, 19. Oktober, ruft Verdi zu landesweiten Streiks im Nahverkehr auf. (© Symbolfoto: Mike-Dennis Müller / www.mdm.photo)

Düsseldorf. Für den kommenden Montag, 19. Oktober, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Nordrhein-Westfalen Beschäftigte der kommunalen Nahverkehrsbetriebe ganztägig zum Warnstreik auf. Die Gewerkschaft erwartet erneut flächendeckende Auswirkungen im Fahrdienst. Vor allem in Großstädten treten jedoch gezielt nur Beschäftigte im Servicebereich in den Streik.

Am Dienstag stehen Bahnen und viele Busse still

Bereits am Montag könne es laut MoBiel im Kundenservice des Unternehmens zu Einschränkungen kommen, da Mitarbeiter im Service-Center zum Streik aufgerufen sind.

Einen Tag später komme es dann zum temporären Stillstand beim Verkehrsunternehmen, weil die Gewerkschaft Verdi erneut einen ganztägigen Warnstreik angekündigt habe - etwa 800 MoBiel-Beschäftigte seien zum Streik aufgerufen. Daher komme es zu massiven Beeinträchtigungen im Bus- und Stadtbahnverkehr, teilte das Unternehmen mit.

Die Bestreikten gehen davon aus, dass ab Betriebsbeginn am Dienstag um 4 Uhr bis Betriebsende am Mittwoch um 1.30 Uhr keine Stadtbahnen, nur wenige Busse und kein Rufbus „Anton" fahren werden. Das Service-Center im Jahnplatz soll am Dienstag ebenfalls geschlossen.

"Die Verkehrsbetriebe MoBiel zeigen Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten, bedauern aber in gleichem Maße, dass ihre Kundinnen und Kunden innerhalb von wenigen Wochen zum dritten Mal erhebliche Einschränkungen erfahren müssen", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Die Züge von DB, BVO, WestfalenBahn, NordWestBahn, National Express (RRX, RE 6) und eurobahn sind vom Streik nicht betroffen. Die Fahrten finden planmäßig statt.

"Wir verstehen den Unmut der Bürger"

„Die Kolleginnen und Kollegen fahren an 365 Tagen im Jahr Menschen an ihr Ziel, doch die Arbeit wird immer mehr zur Belastung. Trotz Arbeitsverdichtungen durch das steigende Verkehrsaufkommen und daraus resultierend konstant hohe Krankenzahlen kommen die Arbeitgeber bisher nicht auf uns zu. Um die Zukunft des ÖPNVs zu sichern, brauchen wir dringend attraktivere Rahmenbedingungen", erklärte Peter Büddicker, Verdi-Landesfachbereichsleiter Verkehr in NRW. „Wir verstehen den Unmut der Bürgerinnen und Bürger, zeitgleich müssen wir jetzt etwas tun, damit Menschen auch in Zukunft mit dem ÖPNV an ihr Ziel kommen."

Hintergrund der Streiks sind die laufenden Verhandlungen zum Tarifvertrag Nahverkehr in NRW mit dem kommunalen Arbeitgeberverband. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 9. Oktober sei es zu keiner ausreichenden Annäherung gekommen, heißt es in einer Verdi-Pressemitteilung.

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