Polizei löst Party auf - und muss mehrere Gäste befreien

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Die Polizei entdeckte in der Halle immer mehr Delikte. - © Symbolbild: Pixabay
Die Polizei entdeckte in der Halle immer mehr Delikte. (© Symbolbild: Pixabay)

Paderborn. Die Polizei hat am Wochenende in einem Büro- und Lagergebäude an der Senefelder Straße eine geheime Party gestoppt. In dem Gebäude trafen die Einsatzkräfte auf 44 junge Frauen und Männer sowie einige Jugendliche. Gegen alle Personen laufen jetzt Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und die Corona-Schutzverordnung. Doch das war längst noch nicht alles: Ermittelt wird außerdem wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, Steuerhinterziehung sowie Verstößen gegen das Markenschutzgesetz und möglicher Gewerbeverstöße ermittelt wie die Polizei mitteilt.

Gegen 23.30 Uhr wurde aus der Gewerbehalle laute Musik gemeldet. Als eine Streife eintraf, wurde die Musik plötzlich abgeschaltet und das Licht gelöscht. Die Eingangstür war verriegelt und wurde auf Klopfen nicht geöffnet. Sämtliche Fenster waren abgeklebt, sodass kein Einblick in die Räumlichkeiten möglich war. Aus dem Haus kamen telefonische Informationen, dass Personen - darunter einige Jugendliche - gegen ihren Willen festgehalten werden.

Stundenlang eingeschlossen?

Die Paderborner Polizei stimmte sich den Angaben zufolge umgehend mit der Staatsanwaltschaft ab und zog weitere Einsatzkräfte auch aus den Nachbarkreisen zusammen. Noch bevor der angeforderte Schlüsseldienst aktiv werden musste, wurde die Eingangstür geöffnet. In einem größeren Vorraum trafen die Polizisten auf die ersten 25 Personen. In weiteren Räumen, die teilweise geöffnet werden mussten, befanden sich weitere junge Männer und Frauen.

Aus einem verschlossenen Raum kamen Hilferufe. Hier entdeckten die Einsatzkräfte dann zwei Frauen (19/20) und fünf Männer (18 bis 26). Sie gaben an, über mehrere Stunden in dem Raum eingeschlossen gewesen zu sein. Ihre Handys hätten sie abgeben müssen. Davon berichteten auch andere Teilnehmer der Veranstaltung

Insgesamt stellte die Polizei die Personalien von 44 mutmaßlichen Teilnehmern der Party fest. Es handelte sich vorwiegend um Heranwachsende (18 bis 24) sowie fünf Mädchen und einen Jungen unter 18 Jahren. Die Personen waren teilweise stark alkoholisiert.

Snacks und Marken-Imitate

Die Polizei entdeckte sogar DJ-Equipment und eine Art Kiosk mit mengenweise hochprozentigen alkoholischen Getränken sowie Snacks, die offensichtlich bei der Party auch an Minderjährige verkauft wurden. Darüber hinaus fanden die Einsatzkräfte kartonweise Taschen- und Bekleidungsplagiate namhafter Hersteller sowie Hinweise auf illegale Glückspiele.

Wer die Party organisiert hat und für die begangenen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten verantwortlich ist, will die Paderborner Kriminalpolizei jetzt in den eingeleiteten Ermittlungsverfahren klären.

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