Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken deutschlandweit gestoppt

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Digitale Impfzertifikate werden von verschiedenen Stellen ausgegeben. - © Jörg Carstensen/dpa
Digitale Impfzertifikate werden von verschiedenen Stellen ausgegeben. (© Jörg Carstensen/dpa)

Berlin/Düsseldorf (dpa). Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte am Donnerstag mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Dem Handelsblatt war es demnach gelungen „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten" auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Das Handelsblatt teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass das Blatt eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. „Jedoch hat nicht das Handelsblatt selbst sich einen Zugang zum System verschafft; zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt", erklärte eine Verlagssprecherin.

Wo man die Zertifikate sonst noch bekommt

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

Impfzertifikate, die in Apps als Impfnachweis registriert werden können, sind personenbezogen und nicht übertragbar. Ein gestohlenes Impfzertifikat würde also keinem nutzen. Dass die Ausstellungssoftware selbst attackiert werden könnte, hatte offenbar niemand auf dem Schirm. Die Zertifikate werden aber auch noch von anderen Stellen ausgegeben, zum Beispiel bei etlichen impfenden Ärzten.

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