Wer läuft beim Hermann um die Lorbeeren? Der große Favoritencheck

Arne Bensiek

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Wird der 12-malige Gewinner Elias Sansar erneut als Schnellster die Promenade an der Sparrenburg erreichen? - © Sarah Jonek
Wird der 12-malige Gewinner Elias Sansar erneut als Schnellster die Promenade an der Sparrenburg erreichen? (© Sarah Jonek)

Bielefeld. Der zwölffache Hermannslaufsieger Elias Sansar geht am kommenden Sonntag als klarer Favorit in die 49. Auflage des Traditionslaufs durch den Teutoburger Wald. Der 41-jährige Detmolder ist in bestechender Form. Seinem Sieg beim 28,5 Kilometer langen Grafschaftslauf Ende August ließ Sansar zuletzt beim Münster-Marathon einen dritten Platz in einer Zeit von 2:25:15 Stunden folgen. Bis zuletzt hatte Sansar allerdings offengelassen, ob er beim „Hermann" startet. „Ich konnte mich einfach nicht entscheiden zwischen dem Hermannslauf und dem Essen-Marathon, meinem Lieblingsmarathon, der am selben Tag stattfindet", sagt er. Deshalb habe er sich im Freundes- und Bekanntenkreis Rat geholt – der bekanntlich in Ostwestfalen-Lippe zuhause ist und den Ausschlag pro „Hermann" gab.

2019, beim bisher letzten Teutoklassiker, erreichte Sansar die Bielefelder Sparrenburg in persönlicher Bestzeit von 1:44:54 Stunden. Trotz seiner guten Verfassung rechnet der Seriensieger in diesem Jahr nicht damit, diese Marke noch einmal zu unterbieten: „Das gibt der Zustand der Strecke aus meiner Sicht nicht her, weil es zu viele Furchen gibt, auf die ich aufpassen muss." Nicht optimal sei auch der Marathonstart so kurz vor dem Hermannslauf, da der Straßenlauf andere Muskeln trainiere als im „Teuto" gefragt.

Eine Reihe interessanter Herausforderer

Herausgefordert wird Elias Sansar von einer Reihe von Hermannslauf-Neulingen, die bei ihrer Anmeldung eine erwartete Zielzeit von 1:50 Stunden angegeben haben: Florian Schmidbauer aus Düsseldorf hat als Triathlet beim Ironman auf Hawaii in knapp unter neun Stunden den vierten Platz in der Altersklasse 25 belegt. Weil der Frankfurt-Marathon abgesagt wurde, meldete er sich beim „Hermann" an. „Ich komme aus München und komme mit Bergen gut zurecht", sagt der 29-jährige Marketingexperte. Der Wuppertaler Tim Wagner hat bereits mehrere Läufe auf der Wettkampfstrecke absolviert, kämpft aber derzeit mit einer Überbelastungsreaktion im Fuß. „Ich wollte den Hermann volle Pulle laufen, jetzt muss ich sehen, was möglich ist", so der 23-jährige Sportmanagement-Student, der für Fit 2 Run Beckum startet.

Markus Scheller gewann im Frühjahr den virtuellen Hermannslauf in 1:48:13 Stunden „auf einer flachen Strecke bei mir zuhause in Warendorf", wie der 32-jährige Lehrer und frühere Hochspringer berichtet. Wie Sansar hat Scheller den Münster-Marathon in den Knochen, bei dem der Athlet der LG Ems Warendorf in 2:30 Stunden Sechster wurde. Welche Rolle Jan Kerkmann vom TSVE 1890 Bielefeld im Kampf um die Podiumsplätze spielen kann, ist ungewiss. Den Zweitplatzierten von 2016 plagen Kniebeschwerden, er sagt: „Ich werde versuchen, den Hermann zu bewältigen, wobei die Zeit nebensächlich ist."

Erstmals das Gefühl, dass der Sieg möglich ist

Dreimal lief Stephanie Strate von der SV Brackwede auf den Vizerang. Am Sonntag ist die Chance größer denn je, als Hermannslauf-Siegerin einzulaufen.  - © Sarah Jonek
Dreimal lief Stephanie Strate von der SV Brackwede auf den Vizerang. Am Sonntag ist die Chance größer denn je, als Hermannslauf-Siegerin einzulaufen.  (© Sarah Jonek)

Bei den Frauen gilt Stephanie Strate von der SV Brackwede als größte Anwärterin auf den Lorbeerkranz. Die 29-jährige Detmolderin, die bei Thomas Heidbreder trainiert, war bereits dreimal Zweite (2016, 2017, 2019) und zweimal Dritte (2015, 2018). „Ich möchte meine Bestzeit von 2:04 toppen und hoffe, dass es nicht noch wärmer wird als angekündigt", sagt Strate. Wetterumschwünge würden ihr durchaus Probleme bereiten. Zuletzt gewann sie den Hamburg-Halbmarathon in neuer OWL-Bestzeit von 1:16:47 Stunden. „Mir geht es mehr darum, mein Bestes zu geben, als um eine Platzierung", betont die Lehrerin der Grundschule „In der Senne" in Augustdorf. Es sei aber das erste Mal, dass sie zumindest eine Chance auf den Sieg habe. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mich nicht über den Sieg freuen würde", sagt Strate. Doch beim Hermann wisse man nie, wer sich unauffällig in Startgruppe A tummle. „Als Hilde Aders zum ersten Mal gewonnen hat, hatte sie auch niemand auf der Rechnung."

Zwei TSVE-Läuferinnen mit Podiumschancen

Die vierfache Siegerin aus Norwegen wird diesmal ebenso wenig am Start sein wie die Gewinnerin von 2019, Michelle Rannacher. Die Gütersloherin ist in den elterlichen Betrieb eingestiegen und legt den Fokus nun auf Berufliches. Aussicht auf eine Top-3-Platzierung haben die beiden TSVE-Läuferinnen Annika Herrmann, Gewinnerin des Virtuellen Laufs, und Ilka Wienstroth, die gut in Form sind. Anika Fels aus Münster, Vierte von 2019, rechnet mit einer Zeit von 2:15 Stunden: „Ich will den Lauf genießen."

Information
lz.de wird auch den 49. Hermannslauf mit einem Liveticker begleiten und für Sie den ganzen Tag aktuell berichten. 

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