Kampf für Gleichberechtigung: Was die Soroptimistinnen in OWL tun

Juliet Ackermann

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Club-Schwestern in Gütersloh feiern 100 Jahre Soroptimist International. - © Soroptimist International
Club-Schwestern in Gütersloh feiern 100 Jahre Soroptimist International. (© Soroptimist International)

Bielefeld. Von Frauen für Frauen: Der Service-Club Soroptimist International (SI) hat sich die Verbesserung der Lebensbedingungen für Frauen und Mädchen auf die Fahnen geschrieben. 1921 in Kalifornien gegründet, definiert sich die Gemeinschaft heute als weltweit größte Serviceorganisation für berufstätige Frauen.

Auch in OWL, wo 1958 der erste Club in Bielefeld ansässig wurde, setzen sich die rund 250 Mitglieder für die Gleichstellung von Männern und Frauen ein - sowohl auf lokaler, als auch auf internationaler Ebene. Mit dem sogenannten Alessa-Stipendium etwa fördert der Bielefelder Club alleinerziehende Studentinnen. Sowohl durch finanzielle Zuwendungen, als auch ehrenamtliche Tätigkeiten macht sich der Club Lübbecker Land für die Einrichtung "Bergheimat" stark, in der geistig und psychisch behinderte Frauen leben.

Mitglieder aus Gütersloh unterstützen wiederum die Hilfsaktion "Driving Doctors" im westafrikanischen Sierra Leone, bei der Hebammen regelmäßig schwangere Frauen in abgelegene Dörfer betreuen. "Die Kindersterblichkeit vor Ort konnte von 80 auf 20 Prozent gesenkt werden", berichtet Katja Soehnle-Miele vom SI Club Gütersloh stolz.

Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Auch ein Start-up aus OWL profitierte 2020 vom Service-Club, als der mit 20.00 Euro dotierte Soroptimist Deutschland Preis, der alle zwei Jahre am Weltfrauentag verliehen wird, zur Hälfte an #SheDoesFuture ging. Das Start-up aus Bad Oeynhausen, das Mädchen mit Kursen und Workshops bei der Verwirklichung beruflicher sowie persönlicher Ziele helfen will, habe es mit Aufkommen der Corona-Krise binnen Wochen geschafft, sein Angebot auf Digital umzustellen, erklärt die Bezirksvizepräsidentin Barbara Lamp vom SI Club Bad Oeynhausen/Wittekindsland.

Zusammen beteiligen sich die OWL-Clubs im November während der sogenannten Orange Days an einer Brötchentüten-Aktion, bei der auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen hingewiesen werden soll. Dabei geht es um zwei Dinge, sagt Lamp: "Sich sichtbar zu machen und zugleich Aufmerksamkeit für das Problem zu schaffen". Sichtbar sind seit diesem Jahr auch zahlreiche Bäume, die die SI-Mitglieder anlässlich des Jubiläums verpflanzt haben. Kommendes Jahr soll eine große Feier folgen.

"Neutralität und Diversität sind uns besonders wichtig"

Um Öffentlichkeit zu erreichen und das Miteinander zu stärken, sind die Club-Schwestern zum Teil auch auf Instagram und Facebook vertreten. Neben Wohltätigkeitsveranstaltungen in Form von Konzerten, Partys, Filmabenden, Ausstellungen und Lesungen übernehmen sie ehrenamtliche Tätigkeiten und betreiben Fundraising-Projekte.

Wer in die Gemeinschaft aufgenommen werden will, muss berufstätig oder ehrenamtlich tätig sein. Ziel sei eine heterogene Alters- sowie Berufsstruktur, sagt Kristine Heinecke, Präsidentin des SI Club Lübbecker Land. "Neutralität und Diversität sind uns besonders wichtig", ergänzt die Bielefelder Vizepräsidentin Christiane Piepenbrock, "wir wollen, dass alle teilhaben".

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