Bielefelds oberster Tierschützer macht weiter - das sind seine Herz-Themen

Silke Kröger

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Robert heißt der American Bulldog, den der wiedergewählte Vorsitzende des Bielefelder Tierschutzvereins, Helmut Tiekötter, hier knuddelt. Der Hund ist längst vermittelt. Doch viele andere Tiere warten im Tierheim noch auf ein neues Zuhause. - © Susanne Lahr
Robert heißt der American Bulldog, den der wiedergewählte Vorsitzende des Bielefelder Tierschutzvereins, Helmut Tiekötter, hier knuddelt. Der Hund ist längst vermittelt. Doch viele andere Tiere warten im Tierheim noch auf ein neues Zuhause. (© Susanne Lahr)

Bielefeld. Er engagiert sich seit Jahrzehnten im Tierschutz, ist durch sein Amt quasi oberster Tierschützer der Stadt. Und das seit langen Jahren. Und er denke "noch nicht ans Aufhören", versichert Helmut Tiekötter, der während der Jahresversammlung des Bielefelder Tierschutzvereins an der Spitze des Vorstands bestätigt wurde.

Nun leitet er für weitere drei Jahre die Geschicke des Vereins: ein Vollzeitjob, der über die Arbeit eines "normalen" Vorsitzenden weit hinausgeht. Denn auch das vereinseigene Tierheim an der Kampstraße plus die über 40 Mitarbeiter dort fallen in Tiekötters Zuständigkeitsbereich.

2315 Mitglieder im Tierschutzverein

Etwas enttäuscht äußert sich der Wiedergewählte über die Teilnehmerzahl im Sennesaal, die mit rund 40 "bescheiden" gewesen sei - zählt der Verein doch 2315 Mitglieder, hat über 909 Tierpaten und 1032 Förderer. "Ich hätte mit mindestens der doppelten Menge gerechnet." In den Sennesaal passten immerhin gut 100 Personen.

Erstmals seit langen Jahren gab's für den 70-jährigen gelernten Bankkaufmann, dessen Mitarbeit im Vorstand 1983 als Kassenprüfer begonnen hat, eine Gegenkandidatin. Die bekam allerdings bei den Wahlen lediglich sieben Stimmen. Per Videokonferenz sei Jens Pohlmann aus seinem Urlaub am Starnberger See zugeschaltet gewesen, erzählt Tiekötter. Der ehemalige Kassenprüfer wurde neuer stellvertretender Schatzmeister.

Corona und neue Leitung

Die vergangenen Jahre im Vorstand seien schwierig gewesen, blickt der Vereinsvorsitzende zurück. Nicht nur wegen Corona, auch personell habe sich im Tierheim einiges getan. Unter anderem wurde vor zwei Jahren nach langwieriger Suche mit Anja Langer eine neue Leiterin gefunden. So richtig könne ihn inzwischen denn auch nichts mehr erschüttern, meint der überzeugte Ehrenamtler, der seit 2014 an der Vereinsspitze steht.

Drei Dinge liegen Helmut Tiekötter seit langem besonders am Herzen - das Schicksal der Stadttauben, das der Streunerkatzen und das der Wildvogelküken. Die Wildvogelstation auf dem Vereinsgelände, 2018 aus kleinen Anfängen aufgebaut, habe sich zu einem wahren Moloch entwickelt, sagt der 70-Jährige - auch personell. Denn die Vögelchen müssen rund um die Uhr gefüttert werden, sieben Tage die Woche. Damit seien rund acht Mitarbeiter in der Brutsaison beschäftigt. Die startete dieses Jahr im Tierheim mit einem Amsel- und einem Blaumeisenküken. Dann ging es Schlag auf Schlag, bis hin zu Stockenten und einer kleinen Graugans. "Und wir hatten noch nie so viele Spechte", sagt Tiekötter, der unter seinem vielköpfigen Team ab 1. August erstmals eine 60-jährige "Bufdine" (Bundesfreiwilligendienst) begrüßen kann. "Sonst sind das ja meist Schulabgänger."

Kastrationspflicht für Katzen

In seiner neuen Amtsperiode hat sich Bielefelds oberster Tierschützer drei Schwerpunkte gesetzt: eine neue Quarantänestation (besonders für Junghunde im Hinblick auf den boomenden illegalen Welpenhandel, aber auch für die vielen Kaninchen), die Fortentwicklung der Wildvogelstation und die städtische Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. Denn Letztere läuft im nächsten Jahr aus, wenn vom Bielefelder Stadtrat keine Verlängerung beschlossen wird.

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