Große Waldbrandgefahr durch Hitzewelle: Überwachungsflüge über OWL

Lukas Brekenkamp

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Der Wald in OWL ist derzeit extrem trocken. - © Pixabay
Der Wald in OWL ist derzeit extrem trocken. (© Pixabay)

Bielefeld/Detmold. Mit der enormen Hitze steigt auch die Gefahr für Waldbrände. Auch in OWL, immerhin sind hier weite Teile mit Grün bedeckt. Weil die Gefahr sogar so hoch ist, werden jetzt Flugzeuge in die Luft geschickt. Sie sollen mögliche Brände früh erkennen.

Mehr als 30 Grad und strahlender Sonnenschein werden bis einschließlich Mittwoch in der Region erwartet, die Regionalforstämter und der Deutsche Wetterdienst stufen die Waldbrandgefahr daher derzeit als erheblich ein, schreibt die Bezirksregierung Detmold in einer Mitteilung. Auf Anordnung des NRW-Innenministeriums sollen die Wälder in OWL deshalb jetzt mit einem Flugzeug auf mögliche Brände kontrolliert werden. Die ersten starten bereits am Dienstag.

Bis Mittwoch sollen pro Tag zwei Flüge "im Zick-Zack-Kurs" über OWL kreisen. Im Fokus stehen Gebiete rund um die Senne, große Moorflächen sowie alle Waldgebiete in Ostwestfalen-Lippe. "Überall gibt es viele abgestorbene Bäume oder solche, die vom Borkenkäfer geschädigt sind", erläutert Philipp Mantel, Leiter des Dezernats für Gefahrenabwehr der Bezirksregierung.

So sollen größere Brände verhindert werden

Ziel der Überwachungsflüge ist es laut Bezirksregierung, Informationen über Feuer in einem Wald oder Graslandgebiet möglichst schnell zu den jeweiligen Feuerwehrleitstellen der Kreise zu bekommen. "Zeit ist ein kritischer Faktor", erläutert Mantel. Das speziell geschulte Flugpersonal könne Brände sehr früh erkennen und die Einsatzkräfte zügig aus der Luft zum Brandort leiten. Je schneller die Löscharbeiten beginnen, desto geringer ist der Schaden für Umwelt, Forstwirtschaft und Bevölkerung.

Gesteuert werden die Überwachungsflugzeuge von einem Piloten des Luftsportvereins Oerlinghausen (Kreis Lippe). Seine Passagiere sind ein Mitglied einer heimischen Feuerwehr sowie ein Mitarbeiter des Regionalforstamts. Zuletzt hatte es solche Überwachungsflüge 2020 gegeben, davor 2011.

Derweil appelliert die Bezirksregierung mit Blick auf Risikofaktoren für Waldbrände an Anwohner: "Das Grillen und offene Feuer sind im Wald grundsätzlich verboten. Das gilt im Moment auch für das Rauchen", sagt Ulrich Waschkowski vom Dezernat für Gefahrenabwehr. Spaziergänger sollten die Verbote in jedem Fall beachten. Wachkowski betont: "Versperren Sie mit Ihren Autos keine Waldwege und parken Sie nur auf befestigten Flächen, wie Schotter oder Asphalt."

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