Sonnenfleck: Hobby-Astronom aus Minden-Lübbecke erklärt seltenes Phänomen

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Die Sonne am 22. Mai mit dem seltenen Phänomen eines Sonnenflecks. - © Thomas Kunzemann
Die Sonne am 22. Mai mit dem seltenen Phänomen eines Sonnenflecks. (© Thomas Kunzemann)

Preußisch Oldendorf. Auf der Sonne gibt es zurzeit ein recht seltenes Phänomen zu beobachten. Hobbyastronom Thomas Kunzemann aus Preußisch Oldendorf gelangen Fotos davon. Er erläutert: „Ein riesiger Sonnenfleck besitzt einen Durchmesser von etwa 45.000 Kilometern und ist damit so groß, dass man ihn ohne optische Hilfsmittel sehen kann. Allerdings muss man das grelle Sonnenlicht mit entsprechenden Filtern wie einer Sonnenfinsternisbrille dämpfen und damit die Augen schützen."

Auf gar keinen Fall dürfe man mit Feldstechern oder Fernrohren ohne Filter in die Sonne sehen. Die Folge wäre eine Verbrennung der Netzhaut mit sofortiger Erblindung. "Während die Sonnenoberfläche etwa 5.700 Grad heiß ist, sind die Flecken 2000 Grad kühler und wirken dadurch dunkler als ihre Umgebung", so Kunzemann. Die Ursache dafür seien Magnetfelder, die verhindern, dass heiße Materie von unten in die Flecken einströmen kann.

Der Sonnenfleck im Detail. - © Thomas Kunzemann
Der Sonnenfleck im Detail. (© Thomas Kunzemann)

Die Sonnenoberfläche ist etwa 5700 Grad heiß, die Flecken sind kühler

Die Zahl der Sonnenflecken schwanke in einem elfjährigen Rhythmus und sei verknüpft mit der Aktivität von Sonnenstürmen, die auf der Erde Polarlichter hervorrufen können. Das nächste sogenannte Aktivitätsmaximum werde gegen Ende des Jahres 2024 erwartet, sodass sicher noch viele Sonnenflecken auftauchen werden. "Aber einen Flecken dieser Größe, in den unsere Erde fast viermal hineinpasst, kann man nicht so oft sehen", schätzt Kunzemann. "In den nächsten drei bis vier Tagen wird der Fleck noch sichtbar bleiben, dann rotiert er von der Sonnenmitte weiter zum Rand und wird perspektivisch kleiner und damit schlechter sichtbar."

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