Weiter Unruhe bei Arvato-Tochter

Mitarbeiter sind verunsichert vor Umstrukturierung

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Gütersloh (lina). Rund 60 Beschäftigte des Unternehmens Arvato Entertainment Europe (ehemals Sonopress) sind bereits in die Gewerkschaft Verdi eingetreten. "Das ist ein Zeichen dafür, dass in der aktuellen Situation eine große Verunsicherung herrscht", sagt Ottmar Bürgel, zuständiger Gewerkschaftssekretär der Dienstleistungsgewerkschaft. Zu einer ersten Mitgliederversammlung der Beschäftigten hatte Bürgel am Wochenende eingeladen.

Dass es Umstrukturierungen geben würde, ist seit längerem auch der Mitarbeiterschaft bekannt. Ein massiver Volumenrückgang im Speichermediengeschäft (CDs und DVDs) ist ursächlich dafür, dass Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze perspektivisch nicht behalten können.
Die betroffenen Beschäftigten bekamen das Angebot, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die auf eine Verweildauer von maximal drei Jahren angelegt ist und die dazu dienen soll, die Mitarbeiter auf andere Arbeitsplätze innerhalb des Bertelsmann-Konzerns zu vermitteln. "Die Beschäftigten fühlen sich nicht konkret informiert, haben Angst vor der Entscheidung, in die Beschäftigungsgesellschaft zu wechseln", beschreibt Bürgel die derzeitige Stimmung. Nur kleine Auszüge aus dem Sozialplan, den Management und Mitarbeitervertretung erarbeitet haben, sind der Mitarbeiterschaft bisher bekannt.

"Teil des Sozialplans soll eine Liste mit Namen der Mitarbeiter sein, die von Kündigung bedroht sind. Das ist eigentlich unüblich", sagt Bürgel. Als auffällig hätten die Beschäftigten bezeichnet, dass in erster Linie ältere Kollegen über 45 Jahre mit bis zu 20 Jahren Betriebszugehörigkeit betroffen seien. "Den Beschäftigten kommt es so vor, als sollten Ältere abgeschoben werden", beschreibt Bürgel die Befürchtungen.

Als Nächstes steht am Mittwoch, 5. September, die Konzernbetriebsratssitzung auf dem Plan. Dort soll der erarbeitete Sozialplan zur Unterschrift vorgelegt werden. "Die Betroffenen müssen sich bis Ende September entscheiden, ob sie in die Transfergesellschaft wechseln oder mit Abfindungen aus dem Betrieb ausscheiden wollen", sagt Bürgel. Die bisherige Aufklärungspolitik des Unternehmens mache eine solche Entscheidung schwer. "Wir planen noch weitere Mitgliederversammlungen, um die Betroffenen unterstützen und beraten zu können."

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