Warburger Krankenhaus entlässt das Küchenteam

14 Mitarbeiter erhalten zum 17. Dezember die Kündigung / Kritik von Gewerkschaft und Betriebsrat

VON PAUL GERLACH UND SIMONE FLÖRKE

Laut Angaben des Betriebsrates sind am Standort Warburg bereits Arbeitsplätze abgebaut worden, bisher aber nicht durch betriebsbedingte Kündigungen. Der Betreiber des Krankenhauses, die Rhön-Klinikum AG, wolle 20 Stellen im ganzen Haus, verteilt über alle Bereiche, abbauen.

Als "abartig" bezeichnet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Kündigungen udn die Art udn weise, wie sie ausgesprochen worden sind: Pünktlich zum Weihnachtsfest wolle der bundesweit agiertende Gesundheitskonzern die Küche schließen und die Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit schicken, sagte am Freitag der Gewerkschaftssekretär Wolfgang Vater. "Eine Unverschämtheit."

Die Rhön AG mache im Gesundheitswesen "fantastische Gewinne" - "nach eigenen Angaben 70 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des Jahres", so Vater. "In dieser Situation Menschen die betriebsbedingte Kündigung zu schicken, um die Rendite für die Aktionäre zu erhöhen, ist schlichtweg unmenschlich", so der Gewerkschaftssekretär. "Eine große Frechheit." Er sicherte den Betroffenen "jede mögliche Unterstützung" durch Verdi zu: "Wir werden alles tun, um die Interessen unserer Mitglieder zu wahren", so Vater. Man werde sich nun zusammensetzen und das weitere Vorgehen abstimmen.

"Mit der Ausgliederung der Gastronomie trägt die Klinik zur Sicherung des Standortes Warburg bei und konzentriert sich so verstärkt auf das zentrale Gebiet der Krankenversorgung", sagt André Stoschus, Verwaltungsleiter des Krankenhauses. Mit dieser Maßnahme werde außerdem den neuen Gegebenheiten im Neubau, der im Herbst 2013 eingeweiht werden soll, Rechnung getragen, in dem das neue Cateringkonzept ohne Küchenkapazitäten bereits fest vorgesehen sei.

Die Klinikleitung habe allen Mitarbeitern mögliche berufliche Perspektiven aufgezeigt. So setze sich die Geschäftsführung für eine Übernahme der Mitarbeiter durch den zukünftigen Dienstleister ein. Weiterhin könnten sie als Stationsassistenten, im Reinigungsdienst oder an anderen Konzernstandorten eingesetzt werden, so Verwaltungsleiter Stoschus in einer Erklärung.

Auf einer Betriebsversammlung am kommenden Montag, 19. November, informiert der Betriebsrat das Personal des St.-Petri-Hospitals über die Ereignisse und bespricht mit den Mitarbeitern die weitere Vorgehensweise. Die Versammlung beginnt um 13.30 Uhr.

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