Erneuerung der OWL-Bahnhöfe erhitzt die Gemüter

Bericht des Verkehrsverbundes NWL beklagt schleppende Modernisierung / Bahn weist Vorwürfe zurück

VON MATTHIAS BUNGEROTH

Zum Thema Barrierefreiheit sagt Sigmund: Knapp 70 Prozent aller Stationen seien bereits stufenfrei. Das Ziel der Barrierefreiheit stehe bei Station & Service auf der Tagesordnung ganz oben. Aber: "Die Finanzierbarkeit muss auch gegeben sein."

Sigmund nennt ein Beispiel: "Wenn jemand sagt, ich möchte auch an der kleinsten Station einen Aufzug haben, wird der Stationspreis natürlich sehr hoch." Auch am Stationspreissystem hatte der NWL in seinem Bahnhofsbericht heftige Kritik geübt. "Nach wie vor wird von DB Station & Service nicht offengelegt, wie die Stationspreise zustande kommen", heißt es im Bericht. "Damit ist die Höhe der Stationspreise nicht überprüfbar", so der NWL. Es bestünden kaum Möglichkeiten, "die Abstellung von Qualitätsmängeln bei der Station & Service AG einzufordern", heißt es weiter. Der NWL fordert das Bahnunternehmen auf, "hier mehr Transparenz herzustellen".

Die Bundesnetzagentur habe das alte Stationspreissystem abgelehnt, sagt Sigmund dazu. Deshalb gebe es heute ein System, das die Bahnhöfe, je nach Bedeutung, in sieben Kategorien einteile. "Für jede Kategorie müssen wir die Kosten sammeln." Diese würden dann durch die Anzahl der Stationen dieser Kategorie geteilt und auf die Züge umgelegt. Daraus errechne sich die Gebühr pro Zugstopp. "Wenn dort viele Züge halten, ist der Stationspreis gering, halten dort wenig Züge, ist der Preis hoch", so Sigmund.

Zu den wichtigen Posten der Betriebskosten zählen nach seiner Auskunft die Reinigung, Aufzüge oder die Beseitigung von Vandalismusschäden und Graffiti. "Völlig absurd" sei der im Bericht des NWL gemachte Vorwurf, es gebe zu wenig Wetterschutz (Unterstände) an den Bahnstationen. "Es gibt keine einzige Station im NWL-Gebiet ohne Wetterschutz", betont Sigmund. Denn der NWL spreche, wenn man genau hinschaue, von dem "Anspruch" auf einen Wetterschutz für Stationen der Kategorien 5 bis 7, also der kleineren Stationen. Die Bahn werde den Wetterschutz für die Kategorie-5-Stationen ab 2013 verpflichtend einführen, er sei aber längst erfüllt, so Sigmund. Weitere Selbstverpflichtungen würden folgen.

Im Interesse des Kunden werde man die Zusammenarbeit mit dem NWL weiter fortsetzen, so Sigmund. "Wir begrüßen das Interesse an den Bahnhöfen."

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