Einkaufen nur bei Grün: Aldi testet Einlass-Ampel

Svenja Ludwig

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Zeigt die Ampel grün, dürfen Kunden eintreten. - © Aldi Suisse
Zeigt die Ampel grün, dürfen Kunden eintreten. (© Aldi Suisse)

Vor vielen Supermärkten steht aktuell Security. Die Damen und Herren passen darauf auf, dass die coronabedingten Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden. So lassen sie beispielsweise nur eine bestimmte Anzahl von Kunden ins Geschäft oder sorgen dafür, dass Mutter, Vater und Kind ihren Familienausflug nicht in den Lebensmittelladen verlegen. Eine Lösung, die aus der Not geboren ist - und kostet.

Kein Wunder also, dass beispielsweise der Discounter Aldi Suisse in der Schweiz bereits nach anderen, günstigeren Lösungen sucht. Und die sind - klar - digital. "Per sofort werden 110 besonders frequenzstarke Filialen mit dem sogenannten Crowd Monitor ausgestattet", teilt Aldi Suisse mit. Hinter dem "Crowd Monitor" verbirgt sich eine Art Ampelsystem. Je nach dem, wie viele Kunden bereits einkaufen, schaltet ein Monitor am Filialeingang auf Grün (bitte eintreten) oder Rot (Stop).

Und gibt's das auch in Deutschland?

Und zeigt sie rot, müssen die Kunden warten. - © Aldi Suisse
Und zeigt sie rot, müssen die Kunden warten. (© Aldi Suisse)

"Es freut uns, dass wir mit dem digitalen und komplett automatisierten Crowd Monitor eine hervorragende und zeitgemäße Lösung gefunden haben", wird der Projektverantwortliche zitiert. Wäre das dann auch eine Lösung für Deutschland? Praktischerweise gehört Aldi Suisse zu Aldi Süd - und nachdem der Crowd Monitor in der Schweiz so erfolgreich angelaufen ist,  könnte der Discounter das Projekt doch auch in den Filialen nördlich der Alpen ausrollen.

Und das tut Aldi Süd. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, arbeite der Discounter unter Hochdruck daran, 2.000 Filialen mit dem Ampelsystem auszustatten. "Wir können bestätigen, dass aktuell in verschiedenen Regionalgesellschaften unterschiedliche digitale Einlasskontrollen zur Zutrittssteuerung getestet werden", so Aldi Süd gegenüber der Lebensmittelzeitung.

Mit dem Crowd Monitor soll das Ganze so laufen: Kameras nehmen Kunden auf, die den Laden betreten und wieder verlassen. Eine Software dahinter rechnet aus, wie viele Menschen sich aktuell im Laden befinden. Und zwar live. Dann kommt die beschriebene Ampel ins Spiel. Außerdem werden die Mitarbeiter zusätzlich per SMS benachrichtigt, wenn die Höchstkundenzahl beinahe erreicht ist. Eine typische Aldi-Filiale hat etwa 1.000 Quadratmeter. Je nach den örtlichen Bestimmungen dürften sich dort 100 beziehungsweise 50 Kunden gleichzeitig aufhalten, damit ein Mindestabstand gewährleistet ist.

Die Konkurrenz schläft nicht

Laut Informationen des Stern testet auch die Schwester im Norden fleißig an einem System zur elektronischen Einlasskontrolle. "Auf Basis der in dieser Phase gewonnenen Erkenntnisse werden wir entscheiden, ob wir dieses System im gesamten Aldi Nord Gebiet einsetzen werden", wird ein Sprecher zitiert.

Und natürlich schläft die Konkurrenz nicht. Der Lebensmittelzeitung zufolge testeten auch Lidl und dm entsprechende Systeme. Außerdem sei eine technische Lösung bereits bei einigen Edeka-Kaufleuten in Anwendung. Auch Rewe, Kaufland und Rossmann seien in der Beziehung umtriebig.

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