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Starkes Team: Jörg Rolf sowie seine 76 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe nutzen heute vielfach Hightech, um Menschen zu helfen. - © Kühlmuss & Grabbe

Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe
Kühlmuss & Grabbe: Weit mehr als nur ein Sanitätshaus

Starkes Team: Jörg Rolf sowie seine 76 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Vitalzentrum Kühlmuss & Grabbe nutzen heute vielfach Hightech, um Menschen zu helfen. (© Kühlmuss & Grabbe)

Detmold. Sanitätshaus? Klar, da bekommt man Bandagen und Gehhilfen, so die landläufige Meinung, gegen die Jörg Rolf und sein Team immer noch anzukämpfen haben. Die Realität sieht anders aus: 3D-Vermessungen des Körpers, Exoskelett für Querschnittsgelähmte oder Laufanalysen bei Sportlern gehören heute zum Leistungsumfang. Im Interview stellt der Geschäftsführer des Vitalzentrums heraus, wie sich die Arbeit gewandelt hat.

Was hat sich konkret für Sie und Ihre Arbeit geändert?

Jörg Rolf: Früher wurden hauptsächlich Menschen mit einer Diagnose, also einem Leiden, vom Arzt zu uns geschickt. Inzwischen rückt die Prävention in den Vordergrund. Mehr und mehr Menschen beschäftigen sich heute mit dem Thema Gesundheit und kommen zu uns, um zum Beispiel Rückenleiden durch einseitige Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden, Venenerkrankungen oder Gelenkbeschwerden vorzubeugen. Eine weitere Gruppe sind die Best Ager, die viel aktiver sind als früher. Aber auch Sportler nutzen unser Fachwissen.

Wie hat Kühlmuss & Grabbe darauf reagiert?

Jörg Rolf: Erste Schritte waren damals schon, dass die reine Schuhmacherei Grabbe und das Sanitätshaus Kühlmuss fusionierten. Um immer auf der Höhe der Zeit zu sein, haben wir unsere Arbeitsfelder und die Produktauswahl erweitert. Neben dem klassischen Angebot eines Sanitätshauses bieten wir heute Orthopädie- und Orthopädie-Schuhtechnik, Reha-Technik, Homecare und haben sogar einen eigenen Sportbereich eingerichtet.

2018 haben Sie den jüngsten Ihrer drei Standorte in Detmold eröffnet. Was gibt es da Besonderes?

Jörg Rolf: In der Filiale an der Bismarckstraße steht der Sportler im Fokus. Wir führen Lauf- und Gangbildanalysen durch und widmen uns der Leistungsdiagnostik. Zur optimalen Abstimmung des Rades auf seinen Fahrer bieten wir Bike-Fitting mit Sitzanalyse an. Den Service empfehle ich übrigens auch dem Freizeitradler und E-Bike-Fahrer – allein schon, um Rückenprobleme auszuschließen.

Es gibt sogar eine Musterwohnung. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Jörg Rolf: Viele alte und pflegebedürftige Menschen wollen heute so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben. Es gibt viele Hilfsmittel, die das ermöglichen. Wie sie funktionieren und zu bedienen sind, lässt sich am besten veranschaulichen, wenn man sie an Ort und Stelle ausprobieren kann. In Bad Pyrmont haben wir diese Möglichkeit geschaffen. Smart-Home-Lösungen für Licht, mit Notrufsystem und Erinnerungsfunktion, sprachgesteuerte Technik oder vom Rollstuhl aus erreichbare Küchen-Oberschränke sind nur einige Beispiele.

Was macht Sie so stark?

Jörg Rolf: Eindeutig unsere Innovationskraft. Mein Anspruch ist es, mit neuen Dingen immer der Erste zu sein. Viele Vermessungs- und Fertigungsprozesse laufen bei uns inzwischen elektronisch ab. Bei Kompressionsstrümpfen oder Einlagen zum Beispiel ermitteln wir die relevanten Daten per Scanner. Auch im Produktbereich sind wir der Zeit oft voraus: Seit geraumer Zeit beschäftigen wir uns mit dem Thema Exoskelett. Vor drei Jahren liefen erste Tests, und im Januar dieses Jahres konnten wir mit dem Hightech-System dem ersten Querschnittsgelähmten das Laufen wieder ermöglichen.

Wie schaffen Sie es, auf so vielen, hochtechnischen Feldern eine gleichbleibende Qualität abzuliefern?

Jörg Rolf: Die Fachkompetenz ist mir sehr wichtig. Unser Team besteht aus gelernten Kräften wie Orthopädie- und Schuhtechnikern sowie -meistern, Sanitätshaus-Fachangestellten, Reha-Technikern Krankenschwestern. Die Meister, die mit Hightech wie elektronischen Kniegelenken arbeiten, müssen Zertifizierungen nachweisen und diese jedes Jahr erneuern. Doch mir reicht das nicht. Daher sind bei Kühlmuss & Grabbe alle Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt in ihren Fachbereichen zertifiziert. Das ist weit mehr, als der Gesetzgeber vorschreibt.


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von Andrea Markwitz