Lemgoer Remis beim TV Hüttenberg: Ein Spiel mit hoher Opferbereitschaft

Jörg Hagemann

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Verteidigung mit Hingabe: Andrej Kogut wirft sich in den Wurf von Ragnar Johannsson. Im Tor liegt Piotr Wyszomirski auf der Lauer. - © Jörg Hagemann
Verteidigung mit Hingabe: Andrej Kogut wirft sich in den Wurf von Ragnar Johannsson. Im Tor liegt Piotr Wyszomirski auf der Lauer. (© Jörg Hagemann)

Gießen. Ob der TV Hüttenberg der Bundesliga über die Saison hinaus erhalten bleibt, ist nach dem 24:24 (10:13) gegen den TBV Lemgo fraglich. Aber immerhin haben sie die spezielle mittelhessische Mundart kultiviert.

Fast sechs Minuten waren noch zu spielen, als Patrick Zieker beim 22:22 die erneute Lemgoer Führung verpasste und die „Hebt se!"-Sprechchöre zum Orkan wurden. In der „gudd Stubb" des TV Hüttenberg brodelte es gewaltig. Jede Aktion, vorne wie hinten, wurde auf der Tribüne von diesen enthusiastischen „Hebt-se"-Rufen begleitet. Stehend versteht sich. „So eine Unterstützung gibts nur in ganz wenigen Hallen in Deutschland", schwärmte TVH-Manager Lothar Weber. 

Was die Opferbereitschaft angeht, so gehören die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim eindeutig ins Oberhaus. Doch auch der TBV verteidigte gestern über weite Strecken sein Tor wie einen Schatz. Speziell in den Schlussminuten, als die Schiedsrichter den Gastgebern trotz angedrohten Zeitspiels immer wieder den Ballbesitz ließen.

„Da darf man auch mal zeitbedingt pfeifen und nicht immer nur passbedingt", wurmte Patrick Zieker die Schlussphase. „Aber wir müssen uns auch an die eigene Nase fassen, weil wir vorher unser Ding nicht konsequent durchgedrückt haben. Nur so konnte es noch zu dieser komischen Endphase kommen", meinte der TBV-Linksaußen, der ebenso wie Tim Hornke das Spiel lange Zeit von der Bank aus verfolgte. Nach einer Viertelstunde brachte Kehrmann Robin Hübscher und Lukas Zerbe. „Das war so abgesprochen. Luki und Robin haben sich das durch starke Trainingseindrücke verdient und mit guten Leistungen auch bestätigt", lobte Florian Kehrmann seine beiden Youngster.

Anfangs habe der TBV das Spiel über die Abwehr dominiert. 3:0, 8:4, 12:8 und 13:10 lauteten die Zwischenstände bis zur Pause. Nach dem Wechsel habe man es dagegen versäumt, ins Tempo zu kommen. „Wir haben uns im Angriff zu schwer getan und Hüttenberg damit wieder ins Spiel gebracht", machte der TBV-Coach als Knackpunkt aus.

Trainerkollege Emir Kurtagic sprach von einem Spiel „unter enormem Stress", lobte „Herz und Leidenschaft" seiner Mannschaft und freute sich über die große Fairness beider Teams. Kurtagic: „Lemgo hat das über den Kreis überragend gemacht. Theuerkauf hat uns große Probleme bereitet."

Am Pfingstsonntag, 20. Mai, empfängt der TBV Lemgo um 12.30 Uhr den THW Kiel in der Lipperlandhalle.

TBV Lemgo: Wyszomirski, van den Beucken (n.e.); Kogut (2), Guardiola (1), Ebner, van Olphen, Theuerkauf (7/1), Hornke (4/3), Hangstein (n.e.), Engelhardt (n.e.), Hübscher (1), Suton (4), Zerbe, Bartok (3), Klimek (1), Zieker (1).

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