Rennen um Europa wieder offen: HSG enttäuscht auf ganzer Linie

Oliver König

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Selten finden die Blombergerinnen eine Lücke: Für Laura Rüffieux (links) und Silje Brøns Petersen ist es ein rabenschwarzer Abend in Leverkusen. - © Oliver König
Selten finden die Blombergerinnen eine Lücke: Für Laura Rüffieux (links) und Silje Brøns Petersen ist es ein rabenschwarzer Abend in Leverkusen. (© Oliver König)

Blomberg. André Fuhr, Trainer des Frauenhandball-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe, hatte schon unter der Woche angemahnt, dass die Anspannung im Training fehlte. Eine Vorahnung für das Spiel bei Bayer Leverkusen? Vermutlich. Denn sein Team bestätigte diesen Eindruck am Samstagabend in der Ostermann-Arena und verlor überraschend hoch mit 19:27 (8:11).

Als „Matchball für Europa" hatte Fuhr den Auftritt im Rheinland tituliert. „Doch den", gab er am späten Samstagabend zu, „haben wir mit einem Doppelfehler vergeben." Die Enttäuschung war dem Coach deutlich anzumerken, als er versuchte, das Spiel zu analysieren und nach Gründen für die Niederlage zu suchen.

„Wir hatten einfach keine körperliche Präsenz. Defensiv wie offensiv haben wir gefühlt keine Zweikämpfe gewonnen", kritisierte er. Ein „gefundenes Fressen" für die hochmotivierten Gastgeberinnen, die ebenfalls noch die Chance wittern, einen Europapokalplatz zu belegen. Gerade einmal sechs Törchen brachten die Gäste nach 27 Minuten zustande. Der doppelte Punktverlust deutete sich dann spätestens an, als die „Werkselfen" nach dem 13:10 (37.) innerhalb von sechs Minuten auf 20:10 davon zogen.

„Ja, vielleicht haben wir es uns zu leicht vorgestellt, es spielerischer lösen zu können. Wir haben es nicht geschafft, den Schalter umzulegen", bemängelte André Fuhr. So fuhr Leverkusen einen nie gefährdeten, verdienten und hohen Sieg ein. Und an einem rabenschwarzen Abend spielte auch die „Europa-Konkurrenz" nicht mit. Borussia Dortmund bezwang völlig überraschend den Meister Thüringer HC, Frisch Auf Göppingen besiegte die Neckarsulmer SU. Das Rennen um den begehrten Platz ist damit wieder völlig offen.

Dortmund fährt am letzten Spieltag nach Bietigheim, Leverkusen holt erst gegen Bad Wildungen nach und gastiert dann in Thüringen, Metzingen erwartet Buxtehude, während die HSG und Göppingen im direkten Duell aufeinander treffen. Für Spannung ist damit gesorgt.

André Fuhr machte trotz der deprimierenden Niederlage erneut klar, dass „wir jetzt nicht alles schlecht reden sollten". Denn: „Natürlich hat keine Spielerin Normalform erreicht. Aber wir haben 32 Punkte, es sind nicht weniger geworden."

Am letzten Spieltag trifft die HSG am Samstag, 26. Mai, 18 Uhr, 
auf FA Göppingen.

HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith; Schnack, Rüffieux (3), Klaunig, Müller, Smits, van Buren, van Zijl (2), Pichlmeier (3), Kordovská, Steenbakkers (3/2), Petersen (1), Stolle (1), Rodrigues (1), Brøns Petersen (5/5).

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