Kehrmann nach Derby-Niederlage: „Mund abputzen. Weitermachen.“

Jörg Hagemann

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Breite Brust: Mindens Dalibor Doder (rechts) kann auch kurz vor seinem 40. Geburtstag noch Topleistungen aufrufen, wie sein 16 Jahre jüngerer Landsmann Jonathan Carlsbogard (links) bestätigen kann. - © Jörg Hagemann
Breite Brust: Mindens Dalibor Doder (rechts) kann auch kurz vor seinem 40. Geburtstag noch Topleistungen aufrufen, wie sein 16 Jahre jüngerer Landsmann Jonathan Carlsbogard (links) bestätigen kann. (© Jörg Hagemann)

Lemgo. Minden feiert. Lemgo trauert. Vorbei ist es mit dem Gleichklang. Zumindest vorerst. Während GWD nach dem ersten Auswärtssieg mit 8:8 Punkten im sicheren Mittelfeld rangiert, konnte der TBV Lemgo Lippe nach seinem ersten Auswärtssieg nicht nachlegen und muss nach der 23:25- Heimniederlage und 6:10 Punkten die unteren Tabellenplätze im Blick behalten.

„Alles, was für GWD galt, galt auch für uns. Auch wir wollten den Anschluss ans gehobene Mittelfeld nicht abbrechen lassen", war TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike etwas zerknirscht. „Kämpferisch ist der Mannschaft kein Vorwurf zu machen. Die Abwehr hat gestanden, aber mit Tempo sind uns zu viele Fehler unterlaufen", monierte Zereike, der einsehen musste, dass es „im Angriff schwer ist ohne Tim Suton und Isaias Guardiola". Ein Problem, das sich eine Woche zuvor in Göppingen bereits abzeichnete. Zereike: „Doch da haben wir weniger Fehler gemacht."

Angesichts der enormen Ausgewogenheit zwischen beiden Teams war klar, dass es auf Nuancen ankommen würde. Wie beispielsweise die sukzessiv eingestreute 5:1-Deckung von GWD in der zweiten Halbzeit. „Ein Kniff, den wir aus dem letzten Derby im April positiv im Hinterkopf hatten", gab Marian Michalczik zu. Nach einer klaren Lemgoer 13:8-Halbzeitführung hatte seinerzeit Luka Zvizej für viel Unruhe beim TBV gesorgt.

Ähnlich war es jetzt im 47. OWL-Derby. Beim 15:15 stellte Carstens von 6:0 auf 5:1 um. Kehrmann nahm sofort eine Auszeit und brachte Ebner für Bartok. Doch ruckzuck nahm Carstens die Maßnahme wieder zurück – um sie einige Minuten erneut einzustreuen. „Einige hatten vorgeschlagen, diese Variante von Beginn an zu bringen. Doch da konnte ich nicht über meinen Schatten springen", plauderte Carstens anschließend aus dem Nähkästchen.

Schließlich sei auch Florian Kehrmann auf solch eine Rocharde vorbereitet gewesen. Carstens: „Doch wenn der Gegner Stress hat, oder auch wir selbst, ist das eine gute Alternative. Luka Zvizej macht das aber auch richtig stark. Spieler, die Unsicherheiten im Passverhalten haben, geraten so noch etwas mehr unter Druck."

Die Chaos-Strategie zeigte Wirkung. Dominik Ebner und Donat Bartok wären nach ihren Fehlpässen vermutlich am liebsten im Boden versunken. Innerhalb von 20 Sekunden spitzelten Zvizej und Gullerud in die Querpässe und versenkten die Gegenstöße eiskalt. Doch Florian Kehrmann richtete den Blick gleich wieder nach vorne. Vor der schweren Auswärtspartie in Berlin liege eine „intensive Woche". Kehrmann: „Wir müssen den Mund abputzen und weitermachen. In Berlin sind alle Tugenden gefragt."

Neuer Job für Schwensfeger

In der vergangenen Saison war Jan Schwensfeger ein Hans Dampf in allen Gassen und saß bei der Bundesliga-A-Jugend und den Youngsters auf der Bank. Gerne hätte Jugendkoordinator Christian Plesser den 28-Jährigen weiter an Handball Lemgo gebunden. Doch der Aufwand mit den weiten Fahrten war dem Lehrer an der Karla-Raveh-Gesamtschule zu hoch.

Seit dem Wochenende hat der Handball-Enthusiast aus Höntrup nun einen neuen Job. Zum Einstand als Trainer von Verbandsligist HSG Altenbeken/Buke feierte er einen 30:28-Auswärtssieg bei der HSG Porta.

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