Schwache Abwehr lässt TBV straucheln

Jörg Hagemann

  • 0
Die Recken dominierten klar - © Paul Cohen
Die Recken dominierten klar (© Paul Cohen)

Lemgo. Während an Rhein und Main Sonntag schon wieder der Frohsinn ausgebrochen ist, stecken die Handball-Jecken von der Bega noch im Halloween-Grusel fest. Das düstere 26:31 (14:20) gegen die TSV Hannover-Burgdorf rundete TBV-Geschäftsführer Jörg Zereike mit der Horror-Nachricht ab, dass sich Jari Lemke erneut das Kreuzband gerissen hat.

Eine furchtbare Woche für den TBV, der ohne die frisch operierten Tim Suton, Isaias Guardiola sowie Piotr Wyszomirski arg limitiert war. Andrej Kogut biss sich mit einer schmerzstillenden Spritze durch. Doch bereits in der Anfangsphase ging fast alles schief, was nur schief gehen konnte.

Fotostrecke: TBV Lemgo - TSV Hannover-Burgdorf

Jonathan Carlsbogård begann hochmotiviert, hämmerte den Ball aber gleich zweimal an die Latte, ehe ihm ein Schrittfehler unterlief und der Kopf nach unten ging. So lag der TBV ruckzuck mit 2:6 im Hintertreffen.
Der nächste Pechvogel war Dominik Ebner, der innerhalb von drei Minuten mit zwei Zeitstrafen sanktioniert wurde. In Unterzahl verpasste Lemgo den Anschluss, zumal Torhüter Peter Johannesson keinen Finger an den Ball bekam.

Trainer Florian Kehrmann reagierte früh und schickte bereits in der elften Minute Finn Zecher zwischen die Pfosten. Dem 18-jährigen Jugend-Nationaltorhüter gelangen bis zur 37. Minute auch drei Paraden, doch ließ sich die Offensivpower der Recken kaum eindämmen. „Kai Häfner verfügt nach seiner langen Pause schon wieder über eine unglaubliche Qualität und ist mit einem Klassemann wie Morten Olsen an der Seite schwer zu verteidigen. Auch konnten wir die beiden Kreisläufer nicht annähernd so dominieren, wie im Pokalspiel. Da waren ein paar Kilo Unterschied zwischen Ebner und Brozovic“, zählte Kehrmann die Mängelliste herunter.

Die nach der Pause versuchte 5:1-Abwehr habe ebenfalls nicht gegriffen und auch das Sieben-gegen-Sechs-Überzahlspiel sei nur phasenweise okay gewesen. „Es fehlte uns die Überzeugung, aufs Tor zu gehen“, urteile der TBV-Coach, der den 26:31-Endstand nach dem zwischenzeitlichen 20:29 (50.) als geschönt bewertete. „Das war keine gute Leistung. Man kann das durch die Verletztensituation erklären, muss man aber nicht“, sagte Kehrmann und versprach, „weiter fleißig zu arbeiten“.

Torgefahr verbreiteten vornehmlich die Lemgoer Linkshänder. Donat Bartok hatte unter den Augen seines aus der TBV-Loge zuschauenden Landsmannes Tamas Mocsai einen guten Tag erwischt und erzielte sechs Tore. Dominik Ebner (4) fand ohnehin, dass der Angriff nicht das Problem gewesen sei: „Hinten hat es nicht gepasst. Wir wollten das Zentrum eng machen. Doch die Abstände waren zu groß. Gefühlt stand man immer alleine.“

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2022
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare