TBV Lemgo gegen SC Magdeburg: Immerhin steht die Abwehr

Jörg Hagemann

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Engagiert in der Abwehr: Dominik Ebner, Tim Hornke und Christian Klimek machen den Weg für den Magdeburger Spielmacher Marko Bezjak dicht. - © Jörg Hagemann
Engagiert in der Abwehr: Dominik Ebner, Tim Hornke und Christian Klimek machen den Weg für den Magdeburger Spielmacher Marko Bezjak dicht. (© Jörg Hagemann)

Magdeburg. Handball-Euphorie in der Börde. Selbst die Papiertücher auf den Toiletten der Getec-Arena sind grün gefärbt. 6600 Zuschauer wollten am Donnerstagabend in der ausverkauften Mehrzweckhalle im ostelbischen Stadtteil Brückfeld einen erneuten Sturmlauf ihres SC Magdeburg erleben. Doch die Rumpftruppe des TBV Lemgo Lippe fügte sich nicht in die Opferrolle, sondern verkaufte sich mit 24:29 (10:17) teuer.

„Man darf nicht vergessen, mit was für einem Kader wir hier angetreten sind“, zeigte sich Trainer Florian Kehrmann trotz der Niederlage zufrieden. Neben den bereits bekannten Ausfällen von Tim Suton, Isaias Guardiola, Jari Lemke und Piotr Wyszomirski konnte kurzfristig auch Donat Bartok den Abstecher über die A2 gen Osten nicht mit antreten. Nach dem Abschlusstraining hatte sich der Ungar beim Lösen seines Tape-Verbandes mit dem Cuttermesser in den Fuß geschnitten. Die Fleischwunde musste genäht werden, weshalb Donat Bartok vorerst ausfällt.

So lag eine hohe Verantwortung auf den Schultern von Dominik Ebner, der neben Andrej Kogut und Fabian van Olphen den Rückraum in der Startformation bildete. Bei aller Begeisterung um ihren „Es-Ce-Em“feierte Hallensprecher Stephan Michme vom MDR bei der Vorstellung der Gäste die drei Heimkehrer Hornke, Theuerkauf und van Olphen genauso ab, wie die SCM-Helden, die mit dem Selbstbewusstsein vom 40:27-Auswärtscoup in Stuttgart auch den TBV an die Wand spielen wollten. Beim 5:1 nach sechseinhalb Minuten sah es brenzlig für die Gäste aus und Kehrmann nahm seine erste Auszeit. Obwohl Lagergrens Kreise gut von Zieker eingeengt wurden, stachen andere SCM-Asse wie Michael Damgaard oder Robert Weber, der zum 6:3 seinen 2000. Treffer in der Handball-Bundesliga erzielte.

Dagegen fehlte Lemgo, wie schon gegen Hannover, das Wurfglück. Nach 14 Minuten waren bereits vier TBV-Schüsse an Pfosten oder Latte geklatscht. „Es hat sich schon nach 17 Minuten angedeutet, dass wir nur für ein gutes Ergebnis spielen und keinerlei Chance auf den Sieg haben“, gab Kehrmann zu. „Im Angriff hat uns die Überzeugung gefehlt und wir haben Magdeburg zu Gegenstößen eingeladen.“ Nach dem 4:11 sei die Bürde zu hoch gewesen. Was Hoffnung macht, war die Steigerung im zweiten Abschnitt. Die Flügelzange traf verlässlich. Neben Tim Hornke (8/5) war auch Patrick Zieker bei seinem Junggesellenabschied hoch konzentriert und traf sechs von sechs Würfen.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit auch einige Lösungen im Angriff gefunden“, fand Kehrmann, der mit der Abwehrarbeit absolut zufrieden war. Durch die Rückkehr von Christian Klimek im Zentrum wirkte Lemgo im Positionsspiel sicherer. Nur die Gegenstöße taten richtig weh. „Von unseren 17 Treffern in der ersten Halbzeit haben wir zwölf übers Tempospiel erzielt“, rechnete SCM-Coach Bennet Wiegert vor.

Information

SC Magdeburg – TBV Lemgo Lippe 29:24 (17:10)

Torstationen: 2:0, 2:1 (5.), 5:1 (7.), 5:3 (9.), 8:13 (13.), 8:4, 11:4 (18.), 12:5, 13:6, 14:7, 14:9, 15:10, 17:10 – 18:11, 18:13, 22:14, 22:16, 25:17, 25:19 (49.), 26:20, 27:21, 28:22, 28:23, 29:24.

SC Magdeburg: Quenstedt, Green; Musa (2), Baumgart, Musche (9/3), Kluge, Petterson, De La Pena, Plaza Jimenez (1), Molina, Christiansen (1), Lagergren (2), O’ Sullivan (2), Bezjak (4), Weber (4), Damgaard (4).

TBV Lemgo Lippe:
Johannesson, Zecher; Kogut (4), Ebner (2), van Olphen, Theuerkauf (1), Hornke (8/5), Hübscher (n.e.), Carlsbogård (1), Hangstein (n.e.), Schalles (n.e.), Engelhard (n.e.), Klimek (2), Zieker (6).

Siebenmeter: 5/3:6/5 (Weber und Musche scheitern an Zecher).

Zeitstrafen: 4:2 (Musa, Musche, Weber, Molina – Ebner, Carlsbogård).

Auffälligste Spieler: Bezjak, Musche, Damgaard – Kogut, Klimek, Hornke, Zieker.

Schiedsrichter:
Markus Hurst/Mirko Krag (Frankfurt/Oberursel).

Zuschauer: 6500.

Nächstes Spiel: Am Donnerstag, 22. November, empfängt der TBV Lemgo Lippe um 19 Uhr den TVB 1898 Stuttgart in der Phoenix-Contact-Arena.

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