Nur die TBV-Notbesetzung schafft es ins Finale

Jörg Hagemann

  • 0
Bekam viel Spielpraxis: Robin Hübscher (Mitte), der gegen GOG Svendborg dem Ex-Gummersbacher Josef Pujol (links) entwischt ist. - © Jörg Hagemann
Bekam viel Spielpraxis: Robin Hübscher (Mitte), der gegen GOG Svendborg dem Ex-Gummersbacher Josef Pujol (links) entwischt ist. (© Jörg Hagemann)

Verl. Am Tag des WM-Finales haben sich auch die beiden dänischen Erstligisten GOG Svendborg und Skanderborg HB verpflichtet gefühlt. Mit Siegen über die Bundesligisten TBV Lemgo Lippe (33:40 gegen GOG) und Bergischer HC (24:29 gegen Skanderborg) machten sie beim Winter Cup in Verl den größten Tag des dänischen Männerhandballs perfekt.

Der Turnierverlauf. Schon zum Auftakt hatten die spielstarken Dänen ihre Muskeln spielen lassen. Skanderborg schlug MT Melsungen 29:28 und GOG den TuS N-Lübbecke 29:27. Im Duell mit dem Bergischen HC unterlag GOG nach Siebenmeterwerfen zwar mit 36:37 (31:31), doch weil auch der TBV im Siebenmeterwerfen mit 32:30 (28:28) gegen die Ostjütländer aus Skanderborg siegte, einigten sich die Teams für die Abschlusspartien auf einen Partnertausch. „Wir wollen nicht schon wieder gegen unsere Landsleute spielen, sondern uns mit Teams messen, die eine andere Mentalität und Spielauffassung haben", begründete Skanderborgs Trainer Nick Rasmussen die kurzfristige Programmänderung. So trat der TBV im Finale gegen den dänischen Spitzenreiter GOG Svendborg an, musste nach einer guten ersten Hälfte (18:19) aber mit 33:40 seiner dünnen Personaldecke Tribut zollen.

Mit welchem Aufgebot war der TBV am Start? Lemgo bot eine Mannschaft auf, die in dieser Form in der Bundesliga nie zu sehen sein wird. Am Freitag und Samstag musste Co-Trainer Matthias Struck seine Schuhe schnüren. Weiter mischten Hangstein, Rose, Schalles und Zecher aus dem Drittligateam mit. Im Finale war die Lage noch angespannter. Jetzt mussten A-Jugendliche aushelfen. Da der tags zuvor gegen Skanderborg noch famos haltende Wyszomirski vergrippt das Bett hütete, sprang A-Jugend-Keeper Timon Mühlenstädt (18) über 60 Minuten ein. Für den absoluten Notfall hatte sich Kehrmann selbst das Suton-Trikot mit der Nummer 23 gesichert.

Wer sonst noch fehlte. Die Ausfälle von Kogut, Guardiola (beide Schulter), Suton (WM) und Lemke (Kreuzbandriss) standen schon vorher fest. van Olphen pausierte beim 28:27 gegen den starken Zweitligisten VfL Lübeck Schwartau, führte das Team aber an den weiteren Tagen an. Theuerkauf wurde gegen Skanderborg geschont und half gestern im Finale als Playmaker im Rückraum aus. Johannesson (umgeknickt) fehlte ebenso an allen drei Tagen wie Bartok (Schienbeinentzündung) und Carlsbogård (dickes Knie). Zudem fing sich Hornke gestern nach 19 Minuten einen Pferdekuss ein. Nur Zieker, Ebner, Klimek, Baijens und Hübscher zogen an allen Tagen voll durch.

Die Erkenntnisse des TBV-Trainers. „Wir müssen mehr Wert auf die Abwehr legen", meinte Florian Kehrmann angesichts von 40 Gegentreffern gegen GOG. Doch insgesamt war er mit dem Auftritt in Verl zufrieden: „Die Belastung war angesichts unseres dezimierten Kaders groß. Aber die Jungs haben alles reingepackt. Gut war, dass wir mit dem siebenten Feldspieler von minus fünf auf minus eins rangekommen sind." Gefallen hat Kehrmann auch der unbekümmerte Auftritt von A-Jugend-Spieler Christian Herz, der gleich zwei Tore erzielte.

Die lippisch-dänischen Duelle

TBV Lemgo Lippe – Skanderborg HB 32:30 n.Siebenmeterwerfen (11:14, 28:28). TBV: Wyszomirski, Zecher; Hornke (10/7), Zieker (6/1), Ebner (4/1), Hübscher (3/1), Engelhardt (2), Rose (2), van Olphen (2), Klimek (1), Schalles (1), Baijens (1), Hangstein, Struck.

TBV Lemgo Lippe – GOG Gudme 33:40. TBV: Mühlenstädt; Ebner (2), van Olphen (1), Theuerkauf (2), Hornke (8/3), Hübscher (5/1), Herz (2), Klimek (4), Zieker (1), Baijens (8). Beste Werfer bei GOG waren Emil Lærke (10), Jakobsen (6/2), Rikardsson (5)und Beck-Hald (5).

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2022
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare