Lemgos Nationalspieler Tim Suton über die WM, Vertragsverlängerung und Ziele

Jörg Hagemann

  • 0
Junger Nationalspieler mit Perspektive: Tim Suton hält dem TBV Lemgo Lippe bis 2022 die Treue. - © Jörg Hagemann
Junger Nationalspieler mit Perspektive: Tim Suton hält dem TBV Lemgo Lippe bis 2022 die Treue. (© Jörg Hagemann)

Lemgo. Mit einem starken Bekenntnis hat sich Tim Suton am Donnerstagabend zum Allstar-Spiel mit der Nationalmannschaft nach Stuttgart (Freitag, 01. Februar, 19 Uhr, live auf Sky Sport News HD) verabschiedet. Der 22-Jährige hat vorzeitig bis 2022 beim TBV Lemgo Lippe verlängert. Die Gründe verrät er im LZ-Interview.

Tim, wie fühlt man sich als künftiger „Busfahrer"?

Tim Suton: Wieso Busfahrer?

Sie sind doch garantiert in die Kategorie der Lemgoer Premiumspieler aufgestiegen. Und die müssen traditionell ihren Kopf für die Verzierung des Mannschaftsbusses hinhalten.

Suton: (lacht) Das hat aber nichts mit Premiumspieler zu tun. Das geht, glaube ich, eher nach dem Zufallsverfahren. Ansonsten hätte ich doch auch vorher schon auf dem Bus sein können.

Sie haben sich schon vor der WM erklärt. Ist Ihr Marktwert zwischenzeitlich nicht gestiegen?

Suton: Beide Seiten waren sich vorher schon sicher, dass sie es machen wollen. Ich war froh und glücklich, als wir die Unterschriften drunter gesetzt haben. Da hat die WM keine Rolle gespielt.

Was schätzen Sie konkret am TBV und an Lippe?

Suton: Ich fühle wohl in der Mannschaft. Klar, gehen mal Spieler und es kommen neue. Aber ich glaube, dass die Atmosphäre so bleiben wird. Zudem bin ich sehr zufrieden mit dem Trainer und spüre das volle Vertrauen vom Verein und der Geschäftsführung. Ich freue mich sehr über die Wertschätzung, die man mir entgegenbringt. Klar, würde ich gerne mal in einer Großstadt leben. Aber es gibt hier viele Menschen, die dazu beitragen, dass ich mich wohl fühle. Ich habe in Lippe schon viele Freunde gewonnen. Drittens glaube ich, dass wir mit dem TBV noch Potenzial haben. Vielleicht noch nicht auf Anhieb. Aber auf Dauer wollen wir noch etwas höher rutschen.

Und wie sieht’s mit den lippischen Spezialitäten Grünkohl und Kohlwurst aus? Dafür machen Sie zusammen mit Andrej Kogut ja großflächig Werbung.

Suton: Klar, ist mir diese typische lippische Kost bekannt. Aber wir legen auch andere Würste von unserem Sponsor auf den Grill.

Sie haben den Trainer eben schon angesprochen. Welche Rolle hat Florian Kehrmann bei Ihrer Entscheidung gespielt?

Suton: Wir verstehen uns nicht nur als Trainer und Spieler, sondern auch als Menschen. Er gibt nicht nur Anweisungen, sondern hat immer ein offenes Ohr und ist stets ansprechbar. Von Flo kann ich mir viele Tipps und Ratschläge holen. Er kann Spieler besser machen.

Was haben Sie sich für Ziele bis 2022 gesetzt?

Suton: Konkret habe ich da nichts formuliert. Ich glaube, dass wir noch einiges an Potenzial haben und durch gezielte Verstärkungen noch besser werden können.

Welche Bedeutung hat Francois-Xavier Houlet für Sie?

Suton: Er ist nicht nur mein Berater. Er hat früher in der französischen Nationalmannschaft auch selbst auf Weltklasseniveau gespielt. Mit ihm kann man sich auch mal freundschaftlich austauschen, ohne über Vertragsdinge zu sprechen. Wichtig ist mir aber auch der Austausch mit einem guten Freund wie Andrej Kogut, der ja ebenfalls langfristig beim TBV verlängert hat. Aber auch Fabian van Olphen und Christoph Theuerkauf sind Spieler, die wichtig für den Weg des TBV sind und an denen ich mich orientieren kann.

Haben Sie den Bronze-Frust schon überwunden, oder tut’s noch weh?

Suton: Klar. Man überlegt, was hätte anders laufen können. Doch das muss von anderer Seite analysieren werden. Wir Spieler sollten das schnell abhaken und uns wieder auf die Liga konzentrieren.

Sie fahren zusammen mit Fabian van Olphen nach Stuttgart und treten beim Allstar-Spiel gegeneinander an. Was müssen Sie machen, um in der Abwehr an ihm vorbeizukommen?

Suton: (lacht) Er ist ja zum Glück nicht mehr ganz so stark wie früher...

Viele Stationen bis zum TBV

Tim Sutons erster Trainer beim TV Willstätt war nicht etwa sein Vater, sondern der ehemalige Bundesligatorhüter Jürgen Brandstätter. „Mit ihm ging's richtig los. Vorher war ich eine riesen Gurke", erinnert sich Tim Suton, der über die HSG Düsseldorf, TSV Bayer Dormagen, HG Saarlouis, HSG Völklingen und die Rhein-Neckar Löwen viel rumkam, ehe er im November 2014 zum TBV Lemgo wechselte.

Nach einem Intermezzo beim TuS N-Lübbecke kehrte er im Sommer 2016 zurück in die Lipperlandhalle, wo er unter Trainer Florian Kehrmann zum Nationalspieler reifte. 2014 wurde Suton mit 241/50 Treffern Torschützenkönig der 2. Liga. Im gleichen Jahr wurde er mit dem Erhard-Wunderlich-Preis als bester Nachwuchsspieler Deutschlands ausgezeichnet.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2022
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare