Volle Ränge, drei Einsprüche und ein stolzer Sieger beim LZ-Cup

Sebastian Lucas

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Beeindruckendes Bild: Die Ränge in Lemgo sind super gefüllt gewesen. - © Paul Cohen
Beeindruckendes Bild: Die Ränge in Lemgo sind super gefüllt gewesen. (© Paul Cohen)

Lemgo. Als Alexander Rau um kurz nach Mitternacht das Bonaca verließ, waren „noch einige Anhänger und Spieler da". Das berichtete der Trainer des FC Augustdorf. „Noch ausgiebiger als vor zwei Jahren" feierte der FCA-Tross den LZ-Cup-Triumph in der Phoenix-Contact-Arena. Der 35-Jährige: „Wenn du in der letzten Sekunde den Siegtreffer erzielst, sind das natürlich Emotionen pur."

Nach dem 4:3 im Endspiel der Lippischen Hallenfußball-Meisterschaften gegen Titelverteidiger TBV Lemgo hatten sich die Augustdorfer direkt auf den Weg in ihre Vereinskneipe gemacht. Hier jubelten die Anhänger in erster Linie Patrick Ehrenberg zu, der eine Pirouette drehte und das Leder so zum entscheidenden Treffer im Tor von TBV-Keeper Roman Spieß untergebracht hatte – 14 Sekunden vor Schluss. „Er war natürlich der Liebling der Fans, wurde zigmal auf den Treffer angesprochen und spielte eine super Endrunde", findet Alexander Rau.

Mittelfußbruch für Joel Weber

Mit Gips und Gehhilfen traf Joel Weber verspätet im Bonaca ein. In der ersten Hälfte des Endspiels hatte sich der Angreifer einen Mittelfußbruch zugezogen. Trotzdem spielte der Winterzugang vom SV Diestelbruch-M. bis zum Ende weiter. Die bittere Diagnose folgte dann im Klinikum Detmold.

Für Alexander Rau war es nach dem Titel 2018 als Spieler der erste Triumph als Trainer: „Ich habe mich genauso gefreut wie vor zwei Jahren, bin noch sehr nah an den Jungs. Viele waren 2018 meine Mitspieler, heute bin ich ihr Trainer."

Die Lemgoer hatten in der letzten Minute des Endspiels zunächst ein 1:3 in ein 3:3 gedreht. „Und dann passten wir nicht auf, ein super Tor", meinte TBV-Abteilungsleiter Mathias Hildebrand, der den Auftritt des FC Augustdorf lobte: „Er gewann den LZ-Cup völlig verdient. Trotzdem bin ich nicht weniger stolz auf unsere Jungs, die sich super präsentierten. Dass wieder viele Zuschauer gegen den TBV waren, damit müssen wir leben." Die 17. Auflage des Turniers sei eine „mega-tolle Veranstaltung" gewesen. Dieser Einschätzung schloss sich TBV-Vorstandskollege Sven Krause an: „Es hat einfach alles gepasst."

Fotostrecke: Die LZ-Cup-Endrunde 2020

Drei Einsprüche - Siegerehrung verzögert sich

Erstmals in der Geschichte des LZ-Cups konnte die Siegerehrung nach dem Finale nicht direkt beginnen. Grund war ein Einspruch des TBV Lemgo durch Trainer Matthias Wölk. Hintergrund: Peter Neufeld kam während der Zeitstrafe gegen Dominik Zlatar aufs Feld, obwohl seine Rückennummer 27 als bestrafter Spieler auf der Videowall stand.

„Das war ein Fehler von uns am Kampfgericht", berichtete Moderator Andreas Schlingmann: „Die Lemgoer kamen mit einem Video, das den Einsatz von Neufeld belegte. Doch nach Rücksprache mit Schiedsrichter Jan-Ole Krüger stand fest, dass er Zlatar vom Feld geschickt hatte. Also alles korrekt. Das sah auch Matthias Wölk dann schnell ein und meinte: ,Alles okay.’" Alle Lemgoer zeigten sich danach als faire Verlierer. Hildebrand: „So hätten wir gar nicht gewinnen wollen. Glückwunsch, FC Augustdorf."

Mächtig sauer war Daniel Barbarito vom RSV Barntrup, weil Schiedsrichter Henry Schröder die Partie gegen TuS Ahmsen 6:2 statt 6:1 wertete. Die Verantwortlichen schauten nochmal ins Regelwerk und entschieden: „Alles korrekt." Der letzte Treffer fiel zwar nach der Schlusssirene, der Ahmser hatte aber vorher geschossen, und RSV-Keeper Kevin Elsner war halbherzig zum Ball gegangen.

Schlingmann: „Mein Sohn war richtig stinkig, beruhigte sich dann aber schnell wieder." Es ging natürlich ums Torverhältnis. Aber auch so kam Barntrup als Gruppensieger weiter, weil Berlebeck-H. und Asemissen nach dem 1:1 im direkten Duell auf jeweils nur vier Zähler kamen, der RSV hatte sechs.

Einen Einspruch erwog SG Lieme-Bexterhagen bei den Frauen, weil Titelverteidiger FC Donop-Voßheide den Spielbericht fürs Halbfinale nicht ausgefüllt hatte. Das taten die Verantwortlichen des späteren Siegers erst vorm Endspiel. Schlingmann: „Nach einem Gespräch zog Lieme-B. den Einspruch zurück. Am Grünen Tisch wollte die SG nicht ins Finale einziehen."

Sieger der Herzen

Zelebrierten ihren Auftritt: Die Anhänger des B-Ligisten TuS Eichholz-Remmighausen. - © Paul Cohen
Zelebrierten ihren Auftritt: Die Anhänger des B-Ligisten TuS Eichholz-Remmighausen. (© Paul Cohen)

Das war der TuS Eichholz-R., einziger B-Ligist im Feld der Männer. Die Verantwortlichen taten alles, um die Anhänger zu mobilisieren, und die Mannschaft bekam ganz tolle Unterstützung von den Rängen. Mit 2:1 gelang sogar ein Sieg gegen TuS WE Lügde. Mit einem „Danke-Banner" verabschiedete sich das Team nach dem Turnier-Aus von den Fans. Stark.

Ausrichter ist happy

Mit Liebe im Einsatz: Das Thekenteam der SF Oesterholz-Kohlstädt. Foto: Egon Penner - © Egon Penner
Mit Liebe im Einsatz: Das Thekenteam der SF Oesterholz-Kohlstädt. Foto: Egon Penner (© Egon Penner)

Die SF Oesterholz-Kohlstädt stemmten die Ausrichtung der Endrunde mit zirka 130 Personen. Ehrenamtliche hatten 90 Kuchen und 400 Brötchen vorbereitet. Hartmut Tegeler aus dem Vorstand: „Die Brötchen waren schnell weg, und auch von den Kuchen war fast nichts mehr über." Gute Nachrichten erhielt Tegeler von den Ordnern: „Sie brauchten nicht ernsthaft einzugreifen. Klasse, dass uns auch Nicht-Vereinsmitglieder halfen." Alles zum Turnier sowie ein Video auf lz.de/lzcup

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