Ein Unentschieden wie ein Sieg

Philipp Kreutzer

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Jubel nach dem erlösenden Moment: Sven Schipplock (v. l.), Jonathan Clauss und Marcel Hartel stürzen auf den Torschützen zum verdienten 1:1, Cebio Soukou. - © Andreas Zobe
Jubel nach dem erlösenden Moment: Sven Schipplock (v. l.), Jonathan Clauss und Marcel Hartel stürzen auf den Torschützen zum verdienten 1:1, Cebio Soukou. (© Andreas Zobe)

Stuttgart. Zu zehnt unterlag Arminia Bielefeld im Hinspiel noch gegen den VfB Stuttgart, zu elft war die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus nicht zu knacken: Mit einem verdienten 1:1 (0:0)-Remis bei den Cannstatter Gastgebern verteidigte der DSC seinen Platz an der Spitze der 2. Bundesliga mit einem souveränen Vorsprung von sechs Zählern auf den VfB. Cebio Soukou (76.) egalisierte dabei die Stuttgarter Führung von Mario Gomez (53.).

Erst am Mittag des Spieltags erfuhr die Öffentlichkeit vom Entschluss, das Spiel trotz des Coronavirus im Beisein von Zuschauern auszutragen. Dies sei wie im Fall des heutigen Achtelfinal-Rückspiels der Champions League zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur „ausdrücklich die Entscheidung für die jeweiligen Spiele, die so kurzfristig schwer abzusagen sind", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Tief durchatmen nach drei Minuten

54.302 Besucher verfolgten das Spiel in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena, darunter rund 1.500 Anhänger von Arminia. Einige von ihnen nutzten die prominente Bühne am Montagabend, um beim Einlaufen, aber auch während des Spiels mit Protesten gegen Kollektivstrafen auf sich aufmerksam zu machen. Die, die es mit der Arminia hielten, atmeten dabei nach drei Minuten erstmals tief durch: Nach einem von Joakim Nilsson zu kurz geklärten Stuttgarter Freistoß kam Mario Gomez aus zehn Metern Distanz frei zum Schuss, traf statt des Tores aber seinen aufgerückten Innenverteidiger Nathaniel Philipps. Es war der Startschuss in eine temporeiche, eines Spitzenspiels würdige Startphase, in der Fabian Klos den ersten DSC-Angriff stramm ans rechte Außennetz beförderte (6.).

Doch das Geschehen beruhigte sich rasch. Arminia, gegen den Ball durch die Hereinnahme von Manuel Prietl anstelle von Joan Simun Edmundsson mit einer Doppelsechs ausgestattet, überließ Stuttgart phasenweise den Ballbesitz in der eigenen Hälfte, gestattete den Schwaben aber so gut wie keine Räume. Damit hatte Uwe Neuhaus ein wirksames Gegenmittel für die flinke VfB-Offensive gefunden. Selbst wurde Arminia auch durch schnelle Gegenstöße gefährlich, dessen vorerst Besten Jonathan Clauss auf dem Weg zum Tor verstolperte (24.). Bis zur Pause passierte wenig Spektakuläres, der DSC hatte die Gastgeber weitestgehend entschärft.

Mutige Arminen wittern ihre Chance

Im zweiten Abschnitt witterten mutige Arminen ihre Chance. Clauss eröffnete sie sich, als er Holger Badstuber das Spielgerät stibitzte und nach links unten zielte – Gregor Kobel parierte (50.). Auf der Gegenseite nutzte aber Stuttgart die erste Unaufmerksamkeit der Gäste abgezockt: Erst verpasste Gonzalo Castro einen hohen Ball kurz vor der Torlinie, ehe im zweiten Anlauf Gomez eine Flanke von Nicolas Gonzalez freistehend zum 1:0 einköpfte (53.). Nilsson hatte den Ex-Nationalstürmer aus den Augen verloren.

Neuhaus beweist gutes Händchen

Neuhaus reagierte, brachte Ex-Stuttgarter Sven Schipplock als zweiten Stürmer. Und das zeigte Wirkung: Zunächst verpasste Kapitän Klos zweimal per Kopf aus bester Position (75.). Dann verlängerte er einen weiten Einwurf von Cedric Brunner auf den ebenfalls eingewechselten Soukou, der aus der Drehung einschob (76.). Wieder hatte Neuhaus ein gutes Händchen bei den Spielerwechseln bewiesen.

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