Vom Flugplatz zurück in die Stadt: Die LG Oerlinghausen wagt etwas Neues

Oliver König

  • 0
Die Läufe auf der Start- und Landebahn sind Geschichte. Es geht vom Flugplatz Oerlinghausen wieder zurück in die Stadt. - © Jörg Hagemann
Die Läufe auf der Start- und Landebahn sind Geschichte. Es geht vom Flugplatz Oerlinghausen wieder zurück in die Stadt. (© Jörg Hagemann)

Oerlinghausen. „Ja, wir sind uns der Verantwortung bewusst.“ So packen es Rolf Brüntrup und sein Vorstandsteam an. Nach zwei Wettbewerben auf dem Segelflugplatz kommt die 1985 als Berg-Stadt-Lauf ins Leben gerufene Veranstaltung der LG Oerlinghausen zurück ins Zentrum. Unter neuem Namen: „UrLand“-Lauf.

„Aufgrund der Initiative des jetzigen Vorstandes wagen wir erneut etwas Neues“, stellt Rolf Brüntrup als Vorsitzender heraus. Das regionale Bewusstsein zu stärken, steht ganz oben auf seiner Liste. Ein ganz großer Schritt soll dabei der „UrLand“-Lauf sein.

„Er soll die regionale Bedeutung herausstellen, die Verbindung mit dem Naturschutzprojekt hinter dem Flugplatz und mit dem Archäologischen Freilichtmuseum.“ Dass es in diesem Jahr mit einem Wettbewerb, der im Rahmen des „UrLand“-Festes auf dem Rathausplatz am Freitag, 14. August, starten sollte, aufgrund der Corona-Pandemie nichts wird, schreckt den Verein aus der Bergstadt nicht ab.

Virtueller Lauf in diesem Jahr

Zwar war Vieles schon auf den Weg gebracht, die neue Strecke abgelaufen und eine digitale Zeichnung erstellt worden, und „wir waren eigentlich ready to go“, so Brüntrup. Dann kam das Coronavirus dazwischen. Aber auf die Schnelle hat die LG reagiert und einen „virtuellen Lauf“ organisiert (die LZ berichtete), bei dem die Teilnahme noch bis Montag möglich ist. „Wir arbeiten eben Hand in Hand“, wie Rolf Brüntrup und Schriftführer Heiko Höflich betonen. Brüntrup bezieht stellvertretend für viele den „guten Organisationsgeist“ Jürgen Ebbinghaus mit ein.

Nach den beiden Experimenten auf dem Flugplatz in den Jahren 2018 und 2019 unter dem Namen „Airfield Run“ geht es nun zurück zu den Wurzeln. „Die Läufer fanden die Idee zunächst charmant, es war ja auch eine Besonderheit. Doch durch die starken Sicherheitsvorkehrungen und zeitlichen Bestimmungen waren wir am Segelflugplatz limitiert“, sagt Brüntrup rückblickend und hat das Thema abgehakt.

Direkt durch das Museum

Er ist froh, mit der Rückkehr ins Stadtzentrum eine Renaissance des Berg-Stadt-Laufes zu initiieren. 635 Mitglieder zählt die LG Oerlinghausen – Tendenz steigend. „Der Verein ist aufgrund seiner Tradition gewachsen. Wir besinnen uns auf das, was man vor Ort hat“, blickt Brüntrup optimistisch in die Zukunft. Er freut sich bereits jetzt, wenn der Startschuss im Jahr 2021 zu hören ist – und es beim „UrLand-Lauf“ dann auch direkt durch das Museum gehen soll.

Information

Premiere in der Fliegerstadt


Der Berg-Stadt-Lauf sorgte dafür, dass sich die LG Oerlinghausen gegründet hat. „Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen achtete auf Regularien, und da musste es einen eingetragenen Verein geben, der die Veranstaltung ausrichtet", berichten Frank Pätzold und Horst Biere, zusammen mit Hans-Günter Lenzen und Hans Janeczek die Ideengeber und Gründungsväter des Laufes. Die LZ berichtete im September 1985 im Lokalteil und begann ihren Text mit: „Premiere in der Fliegerstadt". Der „hammerharte" Lauf war in den Folgejahren ein Begriff über die Grenzen Lippes hinaus. 153 Teilnehmer gingen beim ersten Lauf auf die 15-Kilometer-Strecke, also drei Runden durch Oerlinghausen – mit all seinen Steigungen. „Wir waren Pioniere. Die Auswertung lief manuell, dafür waren allein 14 Leute nötig", blicken Pätzold und Biere zurück, und sie wissen: „Das Feeling eines Hermanslaufs gab es beim Berg-Stadt-Lauf."

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!