Finaltage gegen Leipzig: BVB vor schwierigem Saisonendspurt

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BVB-Coach - © Foto: Bernd Thissen/dpa
Trainer Edin Terzic bereitet Borussia Dortmund auf den Saison-Endspurt vor. (© Foto: Bernd Thissen/dpa)

Dortmund - Erst ein Endspiel um Europa, dann ein Finale um den DFB-Pokal - Borussia Dortmund bietet sich die Chance, eine schwierige Saison doch noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen.

Innerhalb von fünf Tagen steht ein Doppelpack gegen den ungeliebten Rivalen RB Leipzig an, dessen Ausgang die Kaderplanung maßgeblich beeinflussen könnte. Die Sorge um Einnahmeverluste von mindestens 30 Millionen Euro beim Verpassen der Königsklasse ist bei Hans-Joachim Watzke größer als die Vorfreude auf den Showdown in Berlin. «Wenn wir mit einem blauen Auge davonkämen, wäre es gut», sagte der Vereinschef den «Funke Medien» voller Hoffnung auf Rang vier am Ende der Spielzeit.

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Nach zuletzt vier Ligasiegen in Serie ist der Glaube an ein Happy End zurück. Schließlich wurde der Abstand in der Fußball-Bundesliga zu den Frankfurtern auf einen und zu den Wolfsburgern auf zwei Zähler verkürzt. Ein Erfolg über Leipzig könnte die Ausgangslage weiter verbessern. Edin Terzic sieht sich und sein Team auch aus anderen Gründen in der Pflicht. «Wir haben Mateu Morey versprochen, dass wir alles dafür tun werden, dass er bei seiner Rückkehr wieder Champions League spielen kann», verriet der BVB-Trainer einen Tag nach der Operation des Spaniers, der sich im Pokalhalbfinalduell mit Kiel (5:0) eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte und wohl bis Jahresende ausfällt.

Noch verschwendet der BVB-Coach keinen Gedanken an die Pokalreise nach Berlin und legt seinen Fokus komplett auf das erste der beiden Spiele gegen Leipzig. Der jüngste Aufwärtstrend seines Teams schürt die Zuversicht: «Wir konnten in den letzten Wochen sehr viel Selbstvertrauen tanken. Genau das benötigen wir für den Schlussspurt in der Bundesliga.»

Die anhaltende Unsicherheit, in welchem europäischen Wettbewerb die Borussia in der neuen Saison spielt, erschwert die Personalplanungen. Ein Verpassen der Champions League könnte den exzellenten Ruf des Clubs als Tummelplatz für Hochbegabte schädigen. Das würde nicht nur den Zukauf von Nachwuchsstars, sondern auch die Bemühungen um deren Verbleib erschweren. Spekulationen über die Zukunft von Erling Haaland würden weiter zunehmen - ungeachtet der wiederholten und deutlichen Äußerungen der Vereinsbosse zu seinem Verbleib des norwegischen Stürmerstars über 2021 hinaus.

Dagegen können die Leipziger die üppigen Zusatzeinnahmen aus der Königsklasse bei acht Punkten Vorsprung auf Rang vier bereits schon fast einplanen. Das bestärkt all jene in ihrer Argumentation, die den Club als neue zweite Kraft im deutschen Fußball hinter dem FC Bayern München, aber noch vor der Borussia einordnen. An dieser Diskussion mag sich Michael Zorc vor den beiden Kronprinzen-Duellen jedoch nicht beteiligen: «Die Frage nervt so langsam ein bisschen. Ich weiß nicht, ob man die erste, zweite oder dritte Kraft immer anhand von wenigen Monaten messen sollte. Dafür haben wir die Tabelle. Für uns geht es darum, weiter unsere Anwartschaft auf die Champions-League-Plätze aufrechtzuerhalten», sagte der BVB-Sportdirektor.

Terzic setzt ähnliche Prioritäten wie Zorc, liebäugelt aber auch mit mehr: «Wir möchten noch zwei große Ziele in dieser Saison erreichen. Das eine ist die Qualifikation für die Champions League, und dafür brauchen wir die drei Punkte. Das ändert aber nichts daran, dass der Wunsch sehr groß ist, den Pokal zu erobern.»

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