Remis bei Kramer-Debüt: Arminia Bielefeld und Union Berlin trennen sich 0:0

Jan Ahlers und Benedikt Riemer

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Frank Kramer gibt gegen Union Berlin sein Trainer-Debüt beim DSC. - © imago images/Matthias Koch
Frank Kramer gibt gegen Union Berlin sein Trainer-Debüt beim DSC. (© imago images/Matthias Koch)

Bielefeld. Mit einem Teilerfolg hat Arminia Bielefelds neuer Trainer Frank Kramer seinen Einstand gefeiert: Gegen den Tabellensiebten Union Berlin holte der bemühte DSC in einem über weite Strecken kaum ansehnlichen Spiel ein 0:0-Remis und eroberte sich damit schon vor dem kommenden Nachholspiel gegen Werder Bremen (Mittwoch, 18.30 Uhr) den Relegationsplatz von Mainz 05 zurück.

Schon seine Aufstellung verriet, dass Kramer neue Akzente setzen wollte: Die zuletzt regelmäßig nicht für den Spieltagskader nominierte Hertha-BSC-Leihgabe Arne Maier stand erstmals in diesem Kalenderjahr in der Anfangsformation. Er ersetzte den nach seiner fünften Gelben Karte gesperrten Fabian Kunze im zentralen Mittelfeld, in dem sich auch Startelfdebütant Masaya Okugawa wiederfand. In einem 4:4:2-System mit Mittelfeldraute bildeten Fabian Klos und Sergio Cordova die beiden Angreifer, Michel Vlap positionierte sich dahinter.

Lange Unterbrechung

Ehe die Partie überhaupt Fahrt aufgenommen hatte, musste sie aufgrund eines schweren Zusammenpralls lange unterbrochen werden: Union-Keeper Andreas Luthe und sein Verteidiger Julian Ryerson waren bei einem Abfangversuch des Schlussmanns mit den Köpfen zusammengestoßen (3.), konnten aber nach fast achtminütiger Behandlung unter Applaus der wenigen Stadionbesucher weiterspielen.

Danach gab Arminias Auftreten erste Hinweise auf den künftigen Spielstil. Mit situativ hohem Pressing störte der DSC die Gäste, auch die Außenverteidiger wirkten daran mit. So in der 13. Minute, als Cédric Brunner Julian Ryerson an der gegnerischen Eckfahne unter Druck setzte. Kurz darauf eroberten die Gastgeber den Ball, Manuel Prietl schickte Cordova. Der zögerte und scheiterte freistehend aus zwölf Metern an dem stark reagierenden Luthe.

Cordova muss verletzt raus

Eine Viertelstunde darauf musste Cordova aufgrund von Schmerzen im Oberkiefer ausgewechselt werden (29.), der Venezolaner hatte bei einem Zusammenstoß mit Marvin Friedrich einen Schlag auf einen Zahn bekommen. Andreas Voglsammer kam ins Spiel und hatte, bedient vom auffälligen Maier, sogleich eine gute Abschlusschance (33.) – Friedrich rettete nach Luthes zweiter Parade vor dem für einen Abstauber bereiten Vlap.

Union hatte zwar mehr Ballbesitz, doch durch die gefährliche Zone vor dem Arminia-Strafraum ließ der DSC auch in der zehnminütigen Nachspielzeit nichts. Das 0:0 zur Pause ging in Ordnung, Arminia hatte sogar die einzige echte Torchance. Für Neutrale war das Spiel bis dahin allerdings kein Leckerbissen.

Union in Hälfte zwei stärker

Und das änderte sich nach dem Seitenwechsel nicht. Weil die Hauptstädter abseits einer Kopfballchance von Marius Bülter erstmal kein Durchkommen fanden (50.), aber auch Bielefeld nun die wenigen vorhandenen Räume nicht effizient genug nutzte. Oft versuchte es der DSC über den engagierten Voglsammer mit frühen, scharf geschlagenen Flanken, die aber im Sechzehner keinen Abnehmer fanden.

Union wurde zusehends stärker, hatte durch Bülter (70.), Petar Musa (72.) und insbesondere Keita Endo (74./81.) teils beste Chancen, sich den Auswärtssieg zu erarbeiten. Doch der zuletzt wenig stabile Bielefelder Abwehrverbund hielt dicht – nicht zuletzt dank eines einmal mehr gut aufgelegten Stefan Ortega Moreno im Tor. Der Torhüter hielt den Punkt fest, den die Blauen als Minimalziel angepeilt hatten. Doch der neue Coach wird wissen: Für die Mission Klassenerhalt muss sich Arminia weiter steigern.

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