0:5-Pleite: Arminia Bielefeld verliert in Mönchengladbach

Benedikt Riemer und Jan Ahlers

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Mönchengladbachs Marcus Thuram (l.) und Bielefelds Amos Pieper kämpfen um den Ball. - © picture alliance
Mönchengladbachs Marcus Thuram (l.) und Bielefelds Amos Pieper kämpfen um den Ball. (© picture alliance)

Mönchengladbach. Nur schnell runter vom Feld: Arminia Bielefelds Profis verließen den Rasen des Mönchengladbacher Borussia-Parks am Sonntagabend fast fluchtartig. Am Niederrhein hatte es zuvor nach einer über 90 Minuten nicht bundesligatauglichen Darbietung eine 0:5 (0:3)-Klatsche, die noch drei, vier Tore höher hätte ausfallen können. Außer Torhüter Stefan Ortega Moreno zeigten alle Arminen eine völlig indiskutable Leistung.

„Wenn alles gut läuft, erkennt man die Grundformation nicht allzu oft", hatte ein da noch gut gelaunter Frank Kramer vor Anpfiff über die 4:4:2-Formation seiner Mannschaft gesagt. Unübersehbar war das Fehlen von Andreas Voglsammer, der in der Startelf vorne links von Christian Gebauer ersetzt wurde. Rechtsverteidiger Cédric Brunner, der eine Gelbsperre absitzen musste, wurde von Nathan de Medina vertreten.

Schon die Anfangsphase wird zum Horrortrip

Schon einige Minuten vor Anpfiff standen die Arminen erwartungsfroh auf dem Rasen. Doch statt über die fast zur Gewohnheit gewordene defensive Kompaktheit ins Spiel zu finden, wurde schon die Anfangsphase zu einem Horrortrip: Erst hatten die Gastgeber im Mittelfeld, dann auf der rechten Seite zu viel Platz. Stefan Lainer nutzte das und bediente Breel Embolo, dessen Abschluss – leicht abgefälscht von de Medina – zum 1:0 ins linke Toreck rollte (6.). Zwei Minuten darauf parierte Stefan Ortega Moreno gegen Embolos Kopfball aus kurzer Distanz (8.) ein erstes Mal spektakulär, wieder hatte Lainer vorgelegt.

Arminia fand im Zentrum nicht in die Zweikämpfe und war dann mit präzisen Zuspielen auf die Flügel sowie schnellen Passabfolgen überspielt. So bediente in der 15. Minute diesmal Hannes Wolf von links kommend Marcus Thuram, der schob zum zweiten Tor ein. Und als dann auch noch Gebauer eine Flanke mit dem Arm abwehrte und Schiedsrichter Robert Hartmann auf den Elfmeterpunkt zeigte, dachte mancher vor dem heimischen Bildschirm wohl bereits an eine deftige Klatsche: Ramy Bensebaini verwandelte den Strafstoß aufreizend lässig zum 3:0 (19.)

Hätte Ortega Moreno nicht einen weiteren starken Reflex gegen Thuram ausgepackt (25.) – es wäre womöglich noch schlimmer gekommen. Gnade zeigten in einem Spiel, das den Charakter eines ungleichen Trainingsduells hatte, erst Thuram und Wolf (41./43.), die weitere gute Chancen für Gladbach nicht nutzten, dann Schiri Hartmann, der desolate Arminen zur Pause bat.

Im zweiten Durchgang meldete sich der DSC im Spiel an: Arminia prüfte Yann Sommer mit einem Schlenzer von Arne Maier erstmals (53.). Wenig später vergab Gebauer auf Vorlage von de Medina eine Chance der obersten Güteklasse, brachte den Ball aber nicht an Sommer vorbei (61.).

Dass sich nun kurzzeitig beide Teams am Spiel beteiligten, machte dieses sehr kurzweilig. Denn auch Gladbach kombinierte weiter teils prächtig, ließ dabei aber zunächst die Kaltschnäuzigkeit vermissen, bis Embolo nach einer weiteren der vielen schnellen Stafetten zum 4:0 einschob (69.). Ein Spielzug wie eine Demütigung, leicht und einfach gegen einen überforderten Gegner, der sich auch noch das 0:5 von Alassane Plea (83.), wieder ohne Gegenwehr, einhandelte. Arminia schaute bis zum erlösenden Abpfiff andächtig zu – und erfuhr bei der Demontage am Niederrhein, wie Abstiegskampf nicht funktionieren kann.

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