Relegationsplatz verlassen: Arminia Bielefeld klettert auf Rang 15

Benedikt Riemer und Martin Fröhlich

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Andreas Voglsammer schoss das 1:1. - © Picture Alliance
Andreas Voglsammer schoss das 1:1. (© Picture Alliance)

Bielefeld. Stark gespielt und trotz hochkarätiger Chancen den Sieg verpasst: Mit einem 1:1 gegen die TSG Hoffenheim hat Arminia Bielefeld im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Zähler eingefahren. In der Tabelle liegt der DSC damit vorerst auf Platz 15 und hat den Relegationsrang verlassen. Am letzten Spieltag kommt es nun zum großen Rechenspiel im Tabellenkeller. Die letze Partie der Saison bestreitet der DSC nächste Woche in Stuttgart.

Gegen die TSG Hoffenheim sicherte Andreas Voglsammer mit einem wunderschönen Freistoß den wichtigen Punkt. Andrej Kramaric hatte früh das Führungstor für die Gäste erzielt. Angesichts mancher Großchance der Arminen wäre auch ein Sieg nicht unverdient gewesen.

Früher Konter führt zum Rückstand

Arminia legte in Bestbesetzung gegen ersatzgeschwächte Hoffenheimer los wie die Feuerwehr. Dribbelkünstler Ritsu Doan hatte schon in den Anfangssekunden seine erste Strafraumszene. Anschließend gab es schnell zwei Eckbälle, doch die zweite Ecke war verhängnisvoll für die Hausherren. Aus ihr entstand ein Konter der Gäste. Andrej Kramaric traf aus elf Metern nach Zuspiel von Adamyan zum 0:1 - sein 19. Saisontor.

Und ein Start, wie er für Arminia nicht schlechter hätte sein können. "Dabei haben wir in der Woche noch besprochen, was passiert, wenn man Hoffenheim solche Räume lässt. Das war ein halbes Eigentor", sagte Sportgeschäftsführer Samir Arabi in der Pause.

Das Team um Kapitän Fabian Klos ließ sich davon nicht ausbremsen, ging weiter mutig zur Sache. Arne Maier schoss in der 18. Minute noch knapp neben das Hoffenheimer Tor. In der 22. aber war es dann soweit: Andreas Voglsammer verwandelte aus gut 20 Metern einen wunderschönen Freistoß ins linke obere Eck zum 1:1. Die Arminia belohnte sich für ihren couragierten Start und das mit einem Tor nach einer Standardsituaion - eigentlich eine Schwäche des Aufsteigers. "Aber wir haben das speziell im Trainingslager in der Klosterpforte geübt", erklärte Arabi.

Strömender Regen bis zur Pause

In der 30. Minute hatte Arminia allerdings Glück. Hoffenheims Bebou verpasste frei vor Keeper Stefan Ortega knapp eine Flanke. In der 33. Minute setzte fast sintflutartiger Regen ein. Ins Schwimmen gerieten die Ostwestfalen aber nicht. Marcel Prietls Kopfball nach Flanke von Nilsson flog wenig später neben das Tor. Auf der anderen Seite traf Skov in der 39. Minute nur das Außennetz. Hoffenheim blieb gefährlich.

Nach der Pause kam die Sonne wieder hervor und beinahe hätten auch die Arminen vor Freude gestrahlt. Andreas Voglsammer stand in der 48. Minute nach einem verunglückten Kopfball von Akpoguma völlig unerwartet frei vor Keeper Philipp Pentke. Doch der Österreicher scheiterte aus kurzer Distanz am Hintern des Torhüters. Zu überraschend kam diese Chance aus dem Nichts. "Den muss ich machen, egal wie. Als Stürmer werde ich an Toren gemessen", sagte Voglsammer nach dem Schlusspfiff. "Wir hätten das hier heute gewinnen müssen." Auch Okugawas Schuss wenig später war für Pentke kein Problem.

Arminia drückte weiter: Fabian Klos wurde in der 57. im Strafraum noch entscheidend von Sessegnon gestört, sonst hätte es wohl 2:1 gestanden. In der 64. versuchte es der DSC-Kapitän erneut, Hoffenheims Ersatzkeeper parierte jedoch seinen Kopfball mit einem großartigen Reflex auf der Linie. Das kluge Anspiel auf Klos war von Prietl gekommen.

Ortega pariert fast übermenschlich Kramarics Kopfball

Dann kam der große Auftritt von Torhüter Stefan Ortega. Nach der Pause kaum gefordert, war er doch in der 75. Minute hellwach. Einen Kopfball von Kramaric lenkte er mit einem kaum erklärbaren Reflex noch übers Tor. Eine absolute Weltklasseparade! Die Ortega wie gewohnt bescheiden kommentierte: "Dafür bin ich da."

Dann wechselte Frank Kramer gleich doppelt: Hartel und Soukou kamen in der 79. für Okugawa und Voglsammer. Chancen hatte aber zunächst nur noch Hoffenheim, wenn auch keine hundertprozentige mehr. Bis Arminias Soukou in der 90. Minute eine gute Chance aus kurzer Distanz vergab. Es war die letzte in der Reihe der verpassten Gelegenheiten an diesem Nachmittag.

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