Interview: Michael Betke fiebert LZ-Cup-Finale entgegen

Sebastian Lucas

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Neulinge beim Finale: (von links) Michael Betke und Steven Hengstler von der SG Berlebeck-H. sowie Gerd Zachert und Jannik von Heiden vom TSV Kirchheide. - © Gerstendorf-Welle
Neulinge beim Finale: (von links) Michael Betke und Steven Hengstler von der SG Berlebeck-H. sowie Gerd Zachert und Jannik von Heiden vom TSV Kirchheide. (© Gerstendorf-Welle)

Detmold-Heiligenkirchen. Die Vorfreude auf die LZ-Cup-Endrunde am Sonntag ist bei der SG Berlebeck/Heiligenkirchen riesig. Das sagt "Boss" Michael Betke (42). Erstmals qualifizierte sich die SG fürs Finale.

Aber nicht nur deshalb tut sich etwas im Detmolder Süden. Betke, Vorsitzender der SpVg Heiligenkirchen und SG-Obmann, spricht über die Entwicklung seit dem Zusammenschluss der Fußball-Abteilungen (TuS Falke Berlebeck mit Heiligenkirchen) 2007, eine mögliche Fusion, die Probleme der Volkssportart Nummer eins in der Residenz sowie die Lippischen Hallenmeisterschaften, die erstmals in der Lipperlandhalle gastieren.

Sind "Ihre" beiden Dörfer schon im LZ-Cup-Fieber?

Michael Betke: Definitiv. Die Nachfrage nach den Tickets ist groß. Kurzfristig entscheiden wir, ob wir sogar einen zweiten Bus einsetzen. Die Finalrunde ist das Gesprächsthema unter den Fußballern und den Jugendlichen. Über Facebook und ganz viele Plakate machen wir Werbung. Mit Fahnen, Bannern und auch der Ausrüstung für die entsprechende Akustik suchen wir uns einen schönen Block in der Halle.

Die Bedeutung ist also gigantisch hoch?

Betke: Dabei zu sein - das ist der Hammer. Im vergangenen Jahr scheiterten wir in der Zwischenrunde im Entscheidungsspiel gegen FC Augustdorf, nachdem uns in der Gruppenphase ein Tor gefehlt hatte. Die Mannschaft reist ohne Druck an. Ich bin stolz darauf, wie sie sich bisher verkauft hat.

Mit der Endrunden-Auslosung - die SG spielt gegen drei weitere A-Ligisten - sind Sie sicher nicht unzufrieden?

Betke: Ein AH-Spieler von uns nannte sie "Bayern-Dusel". Unser Trainer Steven Hengstler ist ja München-Fan. Ich sage: Es gibt schwerere Gegner. Topfavorit ist TuS Lipperreihe, mit TuS Kachtenhausen und TSV Kirchheide sehe ich uns auf Augenhöhe.

Sie schielen also aufs Halbfinale?

Betke: Weiterkommen? Das wäre ein Traum. Ein Sieg lautet das Ziel. Und Feiern tun wir eh, weil die Jungs sich diese Spiele erarbeitet haben.

Was zeichnet das SG-Team aus?

Betke: Große Moral, Disziplin und Einsatzbereitschaft. Die großen Künstler unter der Sonne haben wir nicht. Aber die Truppe tritt als Einheit auf. Die Geschlossenheit ist das große Plus der gesamten Abteilung.

Wie macht sich die bemerkbar?

Betke: Wenn ich zum Arbeitseinsatz rufe und im Sporthaus Renovierungsarbeiten anstehen, habe ich sofort 15 Leute zusammen. Wir sind im positiven Sinne ein Dorfverein und verschmelzen immer mehr mit Berlebeck. Blau und Grün gibt es nur noch als Frotzelei an der Theke. Im Jugendbereich arbeiten wir noch fünf Jahre länger zusammen.

Warum verschmelzen Sie dann nicht zu einem Klub?

Betke: Der Zusammenschluss der Fußballer war damals alternativlos, weil die Dörfer sonst dahergekrochen wären. Und es gibt Ideen für eine Fusion. Nur: Die Berlebecker sind ein Mehrsparten-Klub, Gesundheitssport spielt eine große Rolle. Wir sind fußball-lastig, bieten aber auch Volleyball, Jazz-Dance und Turnen an. Ich möchte mich nicht aus dem Fenster lehnen. Deshalb sage ich es wie der Kaiser: Schaun mer mal.

Und die sportliche Zukunft der Fußballer?

Betke: Wir haben vier Männer- und eine Frauen-Mannschaft, dazu alle Juniorenteams inklusive C- und B-Mädchen besetzt. Rund 300 Fußballer sind bei uns aktiv. Im vergangenen Jahr stiegen wir mit der Ersten und Zweiten auf. In der A- und B-Liga wollen wir uns nun etablieren. Wenn wir das geschafft haben, gehen wir den nächsten Schritt. Eine Rakete, die schnell nach oben schießt, fällt sofort wieder runter.

Detmold hat mehr als 70.000 Einwohner, aber kein Aushängeschild, weil . . .

Betke: . . . die Vereine sich untereinander immer wieder die Talente wegschnappen. Und wenn jemand Geld zahlt, gibt es immer wieder Spieler, die es auch nehmen. Das Aushängeschild ist am ehesten SVE Jerxen-Orbke, doch die Entwicklung beim SVE stagniert. Allgemein brauchen wir mehr Qualität im Junioren-Trainerbereich.

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie am Sonntag?

Betke: 2.500 - mindestens. Dieses Turnier wird sich in Lemgo etablieren, weil die Nachfrage da ist. Kommt es dazu, wäre die Finalrunde für mich ein Fixtermin - selbst, wenn wir nicht dabei wären. Denn in den vergangenen Jahren bin ich bewusst nicht hingefahren, weil ich eine knallvolle Halle meinen Kindern, die nun zwölf und neun Jahre alt sind, und mir nicht antun wollte. Die Lipperlandhalle ist auch für Familien geeignet.

Das Interview führte LZ-Sportredakteur Sebastian Lucas.

Einen ausführlichen Turnierplan finden Sie unter: www.lz.de/lzcup

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