Detmolder Konstantin Madert wechselt zum TV Emsdetten

Sebastian Lucas

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Ein"positiv Verrückter" im Tor: So beschreibt sich der Detmolder Konstantin Madert, der hier einen Siebenmeter pariert. Er besucht noch sehr häufig die Heimat und ist mit SG-Trainer Jasmin Baltic befreundet. 
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Ein"positiv Verrückter" im Tor: So beschreibt sich der Detmolder Konstantin Madert, der hier einen Siebenmeter pariert. Er besucht noch sehr häufig die Heimat und ist mit SG-Trainer Jasmin Baltic befreundet. (© Privat)

Würzburg/Detmold. "In Emsdetten steckt ganz viel Lemgoer Blut", freut sich Konstantin Madert (27) auf seinen neuen Verein. Der Torwart wechselt im Sommer von Handball-Zweitligist DJK Rimpar Wölfe zum Ligakonkurrenten TVE.

Gemeinsam mit Kreisläufer André Kropp (31)und Rückraumspieler Malte Schröder (29), die im Münsterland ebenfalls unter Vertrag stehen, war der gebürtige Detmolder mit dem TBV-Unterbau vor einigen Jahren in die 3. Liga aufgestiegen. "Jens Lause fungierte als Coach. Dessen Training war immer hammerhart", blickt Madert auf seine Anfänge im Seniorenbereich zurück.

Information
Zweitliga-Alltag mit 40 Saisonspielen

Konstantin Madert begann bei der HSG Detmold/Hiddesen (nun SG Detmold) mit dem Handballspielen. Bereits als 13-Jähriger ging er für drei Jahre ins Internat in Halle an der Saale, bevor er sich der A-Jugend von Handball Lemgo anschloss. Am Dietrich-Boenhoeffer Berufskolleg in Detmold machte er sein Fachabitur. Nach Stationen in Lübbecke, Minden, Oslo und Würzburg geht es für ihn nun nach Emsdetten. Mit dem Detmolder Trainer der ersten Mannschaft, Jasmin Baltic, versteht er sich bestens, Kraft- und Laufeinheiten absolviert er schon mal mit der Landesliga-Mannschaft: "Ich komme sehr gerne zurück nach Detmold und übernachte dann bei meiner Mutter." Die Geschwister von Konstantin Madert, Fee-Saskia (30, nun in Düsseldorf) und Charlotte (25, nun in Bielefeld), haben Detmold inzwischen auch verlassen. In der Freizeit entspannt der Single Madert gerne bei einem Kaffee: "Der Zweitliga-Alltag mit 40 Saisonspielen ist vogelwild."

In Emsdetten trifft der Lipper auch auf die Ex-Lemgoer Georg Pöhle und Daniel Kube (TBV-Abwehrrecke zwischen 2008 und 2010), der seit 2014 als Trainer die Richtung vorgibt: "Ich freue mich sehr auf Emsdetten, ein sehr sympathischer Verein. Schon in der A-Jugend gastierte ich mit Lemgo bei TVE-Turnieren, und der Kontakt zu den ehemaligen Team-Kollegen ist nie abgebrochen." Für zwei Jahre hat er nun einen Vertrag unterzeichnet.

Das Kapitel Lemgo endete damals, nachdem Gespräche mit Manager Fynn Holpert über ein Engagement als dritter Torwart der Bundesliga-Mannschaft im Sande verliefen. Der Detmolder, der seine Eltern regelmäßig in der Residenz besucht, ging für drei Jahre zum TuS N-Lübbecke, bei dem er Erstliga-Luft schnupperte. Mit GWD Minden ("Ich weiß, so ein Wechsel zu einem Rivalen geht eigentlich gar nicht, aber ich bin super aufgenommen worden.") stieg der Schlussmann 2012 in die Eliteklasse auf.

Danach reizte Konstantin Madert das Ausland: Eineinhalb Jahre spielte er in Oslo. Der norwegische Trainer Frode Scheie, der zwischen 1996 und 2003 auch für Flensburg, Hameln, Eisenach und Nordhorn in Deutschland zwischen den Pfosten stand, hatte ihn gelockt. Der Detmolder spielte zunächst eine Serie für BSK und dann für Follo HK, als Scheie sich dem Stadtrivalen anschloss: "Nach einem Probetraining war ich sofort begeistert von Land, Leuten und dem Sport."

Die Norweger sind "offener und herzlicher" als Deutsche. Madert mit einem Schmunzeln: "Wenn jemand eine Panne hat, hält der nächste Autofahrer sofort an. Alle wissen, in was für einer Situation derjenige steckt - bei Minus 20 Grad und 40 Zentimeter Schnee." Die norwegische Eliteklasse sei mit dem oberen Mittelfeld der zweiten Bundesliga in Deutschland vergleichbar.

Nach zweieinhalb Jahren und einer "großartigen Zeit" bei DJK Rimpar verlässt der Schlussmann nun Würzburg. Konstantin Madert, der als gelernter Industriekaufmann bei "Handygames" im Projektmanagement tätig ist, kann Handball und Beruf hier gut verbinden. Doch er hätte sich mehr Spielanteile gewünscht. An Max Brustmann als Nummer eins kam er nicht vorbei: "In der vergangenen Saison war er der beste Keeper der zweiten Liga, Max genießt ein hohes Standing im Klub."

Der Detmolder sieht sich als "Teamplayer" und "positiv Bekloppten". Er freut sich besonders auf die Partien gegen SG BBM Bietigheim, bei der sein Ex-Trainer Jens Lause aus Detmold-Hiddesen künftig als Geschäftsführer fungiert. Sein Ziel ist es weiterhin, in der ersten Bundesliga zu spielen: "Das ist mein Antrieb." Genauso wichtig sei aber auch attraktiver Handball und ein Umfeld, das passt: Deshalb ist der TV Emsdetten, der sich wie TBV Emsdetten anfühlt, der richtige Klub für ihn.

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