LZ-Cup-Sieg des FC Augustdorf: Die Begeisterung kennt keine Grenzen

Dietmar Welle

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So sehen Sieger aus: Der FC Augustdorf holte den LZ-Cup 2020 mit Björn Wirtz, Ardi Shabani, Patrick Ehrenberg, Tobias Schaad, Alexander Eck, Sören Rottschäfer, Christian Schröder, Marco Mescheder, Marcel Mescheder, Peter Neufeld, André Schreiber, Dominik Zlatar, Joel Weber, Nick Matthies, Sefik Kartal. Auch die jüngsten Fans jubelten ebenso wie die zahlreichen Schlachtenbummler im Hintergrund. - © Paul Cohen
So sehen Sieger aus: Der FC Augustdorf holte den LZ-Cup 2020 mit Björn Wirtz, Ardi Shabani, Patrick Ehrenberg, Tobias Schaad, Alexander Eck, Sören Rottschäfer, Christian Schröder, Marco Mescheder, Marcel Mescheder, Peter Neufeld, André Schreiber, Dominik Zlatar, Joel Weber, Nick Matthies, Sefik Kartal. Auch die jüngsten Fans jubelten ebenso wie die zahlreichen Schlachtenbummler im Hintergrund. (© Paul Cohen)

Lemgo. Zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte hat der FC Augustdorf den LZ-Cup gewonnen. Die von Matthias Heymann und Alexander Rau gecoachte Mannschaft bezwang in einem dramatischen Finale den TBV Lemgo mit 4:3. LZ-Verleger Rainer Giesdorf und seine Gattin Petra Neitzel-Giesdorf überreichten den Siegerscheck über 1500 Euro und die allerherzlichsten Glückwünsche.

Der reine Fußball-Wahnsinn

Schon beim 4:1 im Halbfinale gegen den RSV Barntrup hatten die Augustdorfer mit ihrer Willensstärke, ihrer gesunden Körperlichkeit und ihrem taktischen Geschick aufgezeigt, dass sie diesmal unbedingt den Vorjahressieger TBV Lemgo (bezwang im anderen Halbfinale den Post-TSV Detmold mit 2:1) aus dem Sulky hebeln wollten. Und das gelang. Wenn auch mit Mühe. Denn die Lemgoer ackerten bis zum letzten Schweißtropfen und ließen sich auch durch Rückstände nicht in einen Depri-Zustand versetzen. Dominik Zlatar traf zum 1:0 (5.) für die „Sandhasen“, Artur Esko glich aus (10.). Ein Eigentor von Andreas Klamm bedeutete das 2:1 (12.) für Augustdorf. Und dann begann der reine Fußball-Wahnsinn: Zeitstrafe für Neufeld (FC), Zeitstrafe für Andreas Klamm (TBV) und das 3:1 (18:05 Minuten) durch Peter Neufeld. Lemgo reagierte, brachte Artur Esko im Torwarttrikot als fünften Feldspieler – und Augustdorf geriet ins Schwanken. Spechts 2:3 (19:03) weckte ungeahnte Hoffnungen und Manuel Warkentins Traumtor in den langen Winkel zum 3:3 (19:30) verhieß Glückseligkeit. Doch Augustdorf wusste doch noch die richtige Antwort: Patrick Ehrenberg schmeichelte das Leder mit der Hacke zum 4:3-Erfolg 14 Sekunden vor dem Schlusspfiff ins Lemgoer Gehäuse.

Fans flippen völlig aus

Die FC-Fans, schon lange auf den Beinen, aber kein bisschen müde, flippten völlig aus und feierten ihre Lieblinge. „Den Passweg zum 4:3 hatten wir im Training einstudiert, und dann kommt er ausgerechnet in der entscheidenden Situation zum Tragen“, freute sich FC-Coach Matthias Heymann. Doch es war die Gesamtperformance, die Augustdorf als verdienten Sieger aus dem wildesten – und fairsten – LZ-Cup aller Zeiten hervorgehen ließ. Vor allem die Ausrichtung mit zwei extrem hoch stehenden Anspielstationen erwies sich als Schlüssel zum Erfolg.

"Das macht so viel Spaß"

„Das macht so viel Spaß“, strahlte Heymann später: „Ich glaube, dass die vier Halbfinalisten auch die besten Teams waren. Das Niveau war auch recht ansprechend.“ Und dann ging es ab ins „Bonaca“, einer Augustdorfer Gaststätte, zum Feiern. „Da haben wir am Morgen des LZ-Cups schon zusammen gefrühstückt“, verriet Heymann ein weiteres Puzzlestückchen auf dem Weg zum Erfolg. Die reine Anerkennung für Augustdorf kam von Lemgos Trainer Matthias Olfert, der mit Matthias Wölk an der Bande gestanden hatte: „Wir waren ja schon sehr happy, als bester Zweiter weiter gekommen zu sein. Wir haben uns super verkauft. Den noch A-Jugendlichen Tolga Pulat möchte ich gern noch aus einer guten Mannschaft hervorheben.“ Zu Anfang des Finales hatten die Sympathien vorwiegend bei den Augustdorfern gelegen. Aber nachher zollten die Fans dem TBV Lemgo viel Anerkennung, weil er so ein mitreißendes Finale mitgestaltet hatte.Zufrieden zeigte sich auch Vorsitzender Gottfried Denebier für den diesmal ausrichtenden FuL-Kreis Detmold: „Die Sportfreunde Oesterholz-Kohlstädt haben einen tollen Job gemacht. Dafür gibt es nur Lob und Anerkennung.“

WORT ZUM CUP

Der Rekord der Herzen

Ein Kommentar von Dietmar Welle

Der LZ-Cup erweist sich auch im 17. Jahr seines Bestehens als absoluter Publikumsmagnet. Wie schon in den vergangenen Jahren nach dem Umzug in die Lemgoer Phoenix-Contact-Arena kamen 3800 Besucher, um den Spielen beizuwohnen. Hallenwart Stefan Pieper sprach gar von einem neuen Zuschauerrekord. Gefühl war es die beste Kulisse, die es je bei einem LZ-Cup gegeben hat. Und erst die Stimmung. Einfach unfassbar toll. Dafür sorgten die Aktiven mit ihren Darbietungen. Und da gab es keine Ausnahmen. Mit FC Augustdorf, TBV Lemgo, Post-TSV Detmold und RSV Barntrup kamen die besten Teams ins Halbfinale. Bei den Damen schien rein sportlich das Halbfinale Donop-Voßheide gegen Lieme/Bexterhagen das vorweggenommene Endspiel. Der optimierte Verlauf mit zum Beispiel der vorgezogenen Siegerehrung der Ränge fünf bis zwölf erwies sich ebenfalls als Volltreffer. Insgesamt: Ein Rekord der Herzen.dwelle@lz.de

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