Paderborns ehemaliger Freistoß-Gott kann's noch immer

Frank Beineke

  • 0
Hier jubelt Alban Meha im Trikot des SC Paderborn in der Bundesliga-Saison 2014/15 über seinen Treffer zum 1:1 beim VfL Wolfsburg. Inzwischen kickt der Kosovo-Albaner für Hessen Kassel. - © picture alliance
Hier jubelt Alban Meha im Trikot des SC Paderborn in der Bundesliga-Saison 2014/15 über seinen Treffer zum 1:1 beim VfL Wolfsburg. Inzwischen kickt der Kosovo-Albaner für Hessen Kassel. (© picture alliance)

Paderborn. An Alban Meha werden sich Fans des SC Paderborn liebend gerne erinnern. Der aus dem Kosovo stammende Mittelfeldspieler war nämlich nicht nur ein ausgesprochen sympathischer Zeitgenosse, sondern auch ein richtig guter Fußballer, der zudem über eine ganz besondere Freistoßtechnik verfügte. Der 34-Jährige kickt nun für Hessen Kassel und konnte sich unlängst über eine Auszeichnung freuen. Weniger Grund zur Freude hatte Paderborns Ex-Stürmer Khiry Shelton, denn für ihn platzte am Donnerstag der Traum vom Titel in der Major League Soccer (MLS). Till Brinkmann, der bislang beim SCP unter Vertrag stand, hat unterdessen einen neuen Verein. Der Torwart heuert beim Drittliga-Aufsteiger SC Verl an.

Zwei Ex-Paderborner in Kassel

Der KSV Hessen Kassel ist ein Verein mit großer Tradition. In den 80er-Jahren scheiterten die Löwen mehrmals nur denkbar knapp am Bundesliga-Aufstieg. In der vergangenen Saison spielten sie jedoch nur noch in der fünftklassigen Hessenliga. Immerhin gelang der erhoffte Regionalliga-Aufstieg, zu dem zwei Ex-Paderborner tatkräftig beitrugen. So kicken Mahir Saglik und Alban Meha seit gut einem Jahr gemeinsam für Kassel. Die Offensivspieler sind mittlerweile zwar 37 und 34 Jahre alt. Doch Alter schützt vor Toren nicht. Saglik kam in der Spielzeit 2019/20 auf 19 Treffer. Meha markierte zwölf Treffer in 22 Partien, wobei er gleich vier direkte Freistöße verwandelte. Wen wundert's? Seinen Ruf als "Freistoß-Gott" hatte er in den Jahren von 2011 bis 2015 schon zu Paderborner Zeiten hinlänglich unter Beweis gestellt.

Eines dieser vier Freistoß-Tore wurde jetzt in der Hessenliga zur "Bude der Saison" gewählt. So zirkelte Meha am 29. Januar 2020 beim 8:0-Sieg in Hadamar das Leder aus gut 25 Metern mit einer für ihn typischen Flugkurve ins Netz. Bei der besagten Wahl zur "Bude der Saison" entschieden sich 41,3 Prozent der Teilnehmer für diesen Treffer. Nun wollen Meha und Saglik auch in der Regionalliga Südwest für Furore sorgen. Saglik steht seit Anfang 2019 in Diensten von Hessen Kassel. Der damalige Co-Trainer Tobias Damm, der mittlerweile als Chefcoach fungiert, lotste den gebürtigen Paderborner zum KSV. Saglik hatte mit Damm einst beim Wuppertaler SV gekickt und ist der Trauzeuge seines ehemaligen Mitspielers. Im vergangenen Sommer sorgte Saglik dafür, dass sein Kumpel Alban Meha ebenfalls nach Kassel wechselte.

Brinkmann wird ein Verler

Einen einzigen Drittliga-Einsatz hat Till Brinkmann in seiner Vita bislang zu Buche stehen: So hütete der 1,99 Meter große Keeper am 3. Dezember 2016 im Gastspiel beim FSV Zwickau das Tor des SC Paderborn, der damals mit einer 0:3-Pleite seine Talfahrt fortsetzte. Zudem durfte der gebürtige Paderborner, der seine Laufbahn beim BV Bad Lippspringe begonnen hatte, in der Saison 2016/17 in den Westfalenpokal-Spielen in Delbrück und Lennestadt ran. Das war's dann auch schon mit Einsätzen bei den Profis. Spielpraxis sammelte Brinkmann in den vergangenen Jahren lediglich in der SCP-Reserve. Eine Ausleihe nach Eintracht Trier und ein Wechsel zu Germania Halberstadt sollten nicht den gewünschten Erfolg bringen, so dass er im vergangenen Jahr wieder in der Paderborner Oberliga-Reserve landete.

Nun hofft Brinkmann auf einen Durchbruch in der 3. Liga, denn der 24-Jährige wechselt vom SCP zum Drittliga-Aufsteiger SC Verl. "Ich bin überglücklich, dass es mit dem Sportclub geklappt hat. Die Vorfreude auf das erste Mannschaftstraining ist riesig", sagt Brinkmann. Eben jener Trainingsauftakt ist an diesem Samstag, 1. August. Dann wird ihn Verls Torwarttrainer Sebastian Lange, der selbst 13 Jahre lang beim SC Paderborn spielte, erstmals ins Schwitzen bringen. "Durch Till werden wir die Qualität unseres Torwart-Teams nochmals anheben. Ich habe seinen Weg in den letzten Jahren intensiv verfolgt und freue mich, dass es geklappt hat", sagt Lange. Der Kampf um die Nummer eins dürfte für Brinkmann jedoch sehr hart werden, denn mit Robin Brüseke verfügen die Verler über einen exzellenten Torhüter.

Shelton kann nur zuschauen

Mit zwei Treffern in der Vorrunde hatte Khiry Shelton dazu beigetragen, dass Sporting Kansas City beim Turnier der Major League Soccer (MLS) in Orlando ins Achtelfinale einziehen konnte. In eben jener Runde der letzten 16 stand der ehemalige Stürmer des SC Paderborn im Duell gegen die Vancouver Whitecaps dann erneut in der Startelf, um am Ende über einen 3:1-Erfolg nach Elfmeterschießen zu jubeln. Doch im Viertelfinale gegen Philadelphia Union fiel der 27-jährige Stürmer am Donnerstag aufgrund einer Adduktorenverletzung aus. Und so musste Shelton tatenlos mit ansehen, wie sein Team in einer desaströsen ersten Halbzeit mit 0:3 in Rückstand geriet. Am Ende gewann Philadelphia mit 3:1. Sheltons Traum vom Meistertitel ist geplatzt. Für einen waschechten Bielefelder und einen ehemaligen Paderborn-Schreck geht das Turnier dagegen weiter. Für Philadelphia spielen nämlich Ex-Armine Kacper Przybylko sowie Andrew Wooten. Letztgenannter schnürte im August 2015 beim 6:0-Zweitliga-Erfolg des SV Sandhausen in Paderborn einen Doppelpack.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!