In Hannover geht's um hohe Ziele

Frank Beineke

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96-Coach Kenan Kocak (l.) kann weiter auf die Dienste von Toptalent Linton Maina setzen. - © picture alliance
96-Coach Kenan Kocak (l.) kann weiter auf die Dienste von Toptalent Linton Maina setzen. (© picture alliance)

Hannover/Paderborn. Martin Kind nimmt so gut wie nie ein Blatt vor den Mund. Der 76-jährige Klubchef von Hannover 96 polarisiert und redet Tacheles. Das gilt auch für Saisonziele. "Für diese Mannschaft kann es kein anderes Ziel geben als den Aufstieg", betonte der 96-Patriarch unlängst in einem Interview mit der Hannoveraner Tageszeitung Neue Presse. Die Messlatte für das Zweitliga-Team von Cheftrainer Kenan Kocak liegt entsprechend hoch. Und so zählt für die 96er auch an diesem Sonntag, 18. Oktober, eigentlich nur ein Dreier. Dann gastiert Hannover 96 um 13.30 Uhr beim SC Paderborn.

Bislang werden die Kocak-Schützlinge den Ansprüchen durchaus gerecht. In den ersten vier Pflichtspielen der Saison gab's drei Siege. Allein die 1:2-Niederlage in Osnabrück schmerzte. Dafür gelang Hannover eine Woche später eine mehr als eindrucksvolle Wiedergutmachung. Im prestigeträchtigen Niedersachsen-Derby wurde Erzrivale Eintracht Braunschweig mit 4:1 vom Platz gefegt. 96 spielte wie ein Aufsteiger. Doch der Chefcoach tritt auf die Euphoriebremse. "Wir haben keinen Grund, zufrieden zu sein. Zufriedenheit lähmt. Wir müssen gierig sein", mahnte Kocak am Freitag in der Pressekonferenz vor dem Gastspiel an der Pader.

Von der Tatsache, dass der Gegner derzeit nur auf Rang 15 steht, lässt sich der 39-jährige Deutsch-Türke nicht blenden. "Paderborn hat eine Mannschaft mit hoher Qualität und einer enormen Geschwindigkeit. Das wird für uns ein Stress-Spiel. Der SCP wird in dieser Saison im oberen Bereich mitspielen", urteilt Kocak, der noch um den Einsatz seines Toptorjägers bangt. Der Ex-Paderborner Marvin Ducksch klagte in dieser Woche über Wadenprobleme und sollte erst am Freitag wieder ins Training einsteigen. Falls Ducksch ausfällt, dürfte Rückkehrer Valmir Sulejmani sein Startelf-Saisondebüt feiern.

Namhafter Neuzugang aus Frankfurt

Fünf 96-Spieler waren indes auf Länderspielreisen. Genki Haraguchi und Sei Muroya waren für Japan im Einsatz, Franck Evina für Kamerun. Spielmacher Haraguchi wird am Sonntag dennoch in der Startelf stehen. Ob Jaka Bijol (Slowenien) und Florent Muslija (Kosovo) in Paderborn dabei sein werden, ist dagegen fraglich. Beide kehrten erst am Freitag nach Hannover zurück. Ihr Cheftrainer hatte zuletzt herbe Kritik am "Länderspiel-Gedöns" (O-Ton Kocak) geübt. "Wir sind nach wie vor weltweit in einer Pandemie-Phase, aber wir lassen Spieler kreuz und quer durch die Gegend reisen. Das ist verantwortungslos", wetterte Hannovers Trainer auch am Freitag in der Spieltags-Pressekonferenz.

Bei Fragen zur Startaufstellung präsentierte sich Kocak deutlich zurückhaltender. In der Innenverteidigung hat der 96-Coach nun aber eine weitere Luxus-Option. So sicherte sich Hannover die Dienste von Simon Falette (Eintracht Frankfurt). Der 28-jährige Abwehrrecke ist zwar erst seit Mittwoch im Mannschaftstraining, könnte aber schon in Paderborn durchaus in der Anfangsformation stehen. In der wird auf jeden Fall der Namen Linton Maina auftauchen. Eigentlich sollte das 21 Jahre alte Toptalent in diesem Sommer für bis zu neun Millionen Euro verkauft werden, doch die aufgerufenen Ablösesummen waren Hannover zu niedrig. Und so wirbelt Maina weiter in der 2. Bundesliga, so dass auf Paderborns Außenverteidiger wohl verdammt harte Arbeit wartet.

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