SC Paderborn gewinnt 1:0 gegen Hannover und beendet die Sieglos-Serie

Frank Beineke und Kevin Bublitz

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Paderborns Svante Ingelsson im Kampf um den Ball mit Linton Maina (r) aus Hannover. - © picture alliance/dpa
Paderborns Svante Ingelsson im Kampf um den Ball mit Linton Maina (r) aus Hannover. (© picture alliance/dpa)

Paderborn. Der Bann ist gebrochen! Nach saisonübergreifend 18 sieglosen Ligaspielen in Folge sollte der SC Paderborn am Sonntagnachmittag endlich wieder einen Dreier einfahren. 2.258 Zuschauer feierten in der Benteler-Arena einen 1:0 (1:0)-Heimerfolg gegen den Aufstiegskandidaten Hannover 96. Und den hatten sich die Hausherren dank der mit Abstand besten Saisonleistung auch redlich verdient.

"Das ist ein besonderer und glücklicher Moment für mich. Wir haben lange darauf hingearbeitet", sagte SCP-Chefcoach Steffen Baumgart nach einem packenden Zweitliga-Spiel, das die Hausherren nicht gerade in der erwarteten Formation in Angriff genommen hatten. Denn der Blick auf die SCP-Aufstellung überraschte. So mussten Sebastian Vasiliadis (Rückenprobleme) und Christopher Antwi-Adjei (Kapselanriss im Knie) verletzungsbedingt passen. Insgesamt gab es im Vergleich zum 0:0 in Heidenheim sogar vier Änderungen in der Anfangsformation, denn Marcel Correia und Frederic Ananou nahmen auf der Bank Platz.

Von Beginn an hochkonzentriert

Johannes Dörfler feierte dafür als Rechtsverteidiger sein Startelf-Debüt für den SCP. Und auf der linken Abwehrseite kam Jamilu Collins zu seinem ersten Saisoneinsatz. Uwe Hünemeier erhielt in der Innenverteidigung den Vorzug gegenüber Correia. Zudem durften Julian Justvan und Kai Pröger von Beginn an ran. Streli Mamba stand derweil erstmals im 20er-Kader, dem auch die nachverpflichteten Spieler Aristote Nkaka, Prince Osei Owusu und Marco Terrazzino angehörten.

SCP-Coach Steffen Baumgart kehrte wie erwartet zur Viererkette zurück, die die glänzend besetzte Gäste-Offensive vor der Pause prima im Griff hatte. Die Innenverteidiger Schonlau und Hünemeier gewannen gegen die 96-Hünen Ducksch und Weydandt fast jeden Zweikampf. Collins und Dörfler ließen Hannovers Edel-Flügelflitzer Maina und Haraguchi nicht zur Entfaltung kommen. Und auch in Mittelfeld und Sturm präsentierten sich die Hausherren von Beginn an höchst konzentriert und aggressiv.

Ein starker Schwede

Bester Mann auf dem Platz war vor der Pause SCP-Neuzugang Svante Ingelsson, der reihenweise kluge Pässe spielte und immer wieder selbst brandgefährlich vor dem 96-Tor auftauchte. So war der Schwede auch an den ersten drei Paderborner Chancen beteiligt. In der zwölften Minute zog Ingelsson nach starker Führich-Vorarbeit aus halblinker Position ab. Sein Schuss geriet zur halben Flanke, doch Kai Pröger verpasste am langen Pfosten.

Fünf Minuten später kam Ingelsson nach einem sehenswerten Angriff über Justvan und Srbeny erneut zum Abschluss. Diesmal ging der Ball knapp am Winkel vorbei. In Minute 19 passte Ingelsson auf Pröger, der jedoch verzog. Eben jener Pröger zwang dann 96-Keeper Michael Esser mit einem fulminanten Schuss zu einer Faustabwehr (25.), ehe Sekunden später das verdiente 1:0 für den SCP fiel. Es war ausgerechnet Startelf-Debütant Dörfler, der traf. Und wie! Der gelernte Offensivspieler vernatzte Hannovers Hult und schlenzte das Leder mit seinem schwächeren linken Fuß an den linken Innenpfosten. Und von dort aus sprang der Ball ins Netz.

SCP betreibt Chancenwucher

Erst anschließend verbuchten die Gäste ihre ersten Chancen. So parierte SCP-Torhüter Leopold Zingerle in Minute 28 gegen den Ex-Paderborner Ducksch, ehe Weydandt eine scharfe Flanke von Kaiser fast zum 1:1 ins Netz köpfte (35.). Paderborn blieb dennoch das aktivere Team und hatte durch Justvan unmittelbar vor dem Pausenpfiff sogar noch die Chance aufs 2:0. Dann ging es in die Kabine. Und die Zuschauer honorierten die bärenstarke Vorstellung mit lautstarkem Applaus.

Die Gastgeber sollten auch einen furiosen Start in die zweite Hälfte erwischen. Ganze 15 Sekunden waren gespielt da hätte es 2:0 stehen müssen. Nach Balleroberung Dörfler und einem Zuspiel von Führich wurde Dennis Srbeny auf dem Weg zum Tor einfach nicht angegriffen. Der SCP-Stürmer zog aus 16 Metern ab, verfehlte aber das Tor. In der 49. Minute zog Justvan nach Traumpass Führich knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten später wurde ein Srbeny-Versuch zur Ecke geklärt.

Schlussphase gerät zum Thriller

Hannovers Trainer Kenan Kocan reagierte mit einem Dreifachwechsel in der 55. Minute. "Bis dahin hatten wir nicht das Spiel absolviert, das wir uns vorgestellt hatten. Ab der 55. Minute waren wir dann richtig gut", urteilte Kocak. In der Tat: Plötzlich waren die Gäste enorm griffig und kombinationssicher. Doch heraus kamen dabei zunächst lediglich gute Gelegenheiten von Ducksch (62.) und Haraguchi (79.).

Es folgte eine extrem spannende Schlussphase, in denen Paderborn seine Fans auf die Folter spannen sollte. So wurde diverse Topchancen aufs 2:0 vergeben. Den Anfang machte Ingelsson, der nach einem tödlichen Terrazzino-Pass Hannovers Keeper Esser ausspielte, um dann jedoch am leeren Tor vorbeizuschieben (80.). Anschließend verpuffte ein Terrazzino-Konter (85.), ehe 96-Neuzugang Simon Falette einen Kopfball des eingewechselten Simon Falette von der Linie kratzte (87.).

Und so stockte den SCP-Anhängern noch einmal der Atem, als Sulejmani (88.) und Ducksch (90.+1 und 90.+4) noch den Ausgleich auf dem Fuß oder Kopf hatten. Dann war Feierabend. Jubel und Erleichterung waren im Lager der Hausherren riesig. Denn auf diesen Tag hatte jeder verdammt lange gewartet. "Am Ende war es offenes Visier von beiden Seiten. Da hätte es 2:2 ausgehen können. Wir sind froh und glücklich, dass wir das Ding über die Ziellinie gebracht haben", so Steffen Baumgart.

Das Spiel des 4. Spieltags hier zum Nachlesen:


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