SCP geht als Favorit ins Duell mit St. Pauli - doch der Trainer warnt

Frank Beineke

  • 0
SCP-Coach Steffen Baumgart (l.) und Pauli-Spieler Marvin Knoll sind am 2. März 2019 bester Laune. Am Ende hatte allerdings nur Knoll Grund zur Freude, denn sein Team gewann mit 1:0. - © picture alliance
SCP-Coach Steffen Baumgart (l.) und Pauli-Spieler Marvin Knoll sind am 2. März 2019 bester Laune. Am Ende hatte allerdings nur Knoll Grund zur Freude, denn sein Team gewann mit 1:0. (© picture alliance)

Paderborn. In der Zweitliga-Aufstiegssaison 2018/19 sollte der SC Paderborn lediglich gegen den FC St. Pauli gänzlich leer ausgehen. Nach der 1:2-Hinrunden-Niederlage auf St. Pauli setzte es am 2. März 2019 eine 0:1-Heimpleite im Rückspiel. Für die Gäste sollte es der bislang letzte Pflichtspiel-Erfolg außerhalb der Hamburger Stadtgrenzen sein, denn in den folgenden 25 Auswärtsspielen gelang St. Pauli nur ein prestigeträchtiger Derby-Sieg beim HSV. Der SC Paderborn hofft, dass diese Serie tunlichst nicht an diesem Samstag, 21. November, reißen wird. Dann nämlich gastiert der FC St. Pauli erneut in der Paderborner Benteler-Arena (Anstoß 13 Uhr).

Die Vorzeichen sprechen für die Gastgeber. Der SCP ist seit fünf Spielen ungeschlagen und wartete zuletzt mit einer 4:0-Gala in Darmstadt auf. St. Pauli ist seit fünf Partien sieglos und kassierte vor der Länderspielpause eine 0:3-Heimschlappe gegen Karlsruhe. Doch von solchen Statistiken lässt sich Steffen Baumgart nicht blenden. "Diese Liga ist so eng, da kannst du nicht von Sieg zu Sieg eilen. Jetzt sind wir Fünfter und St. Pauli ist Tabellenvorletzter. Vor ein paar Wochen war es noch genau umgekehrt", sagt der SCP-Coach.

Hoher Aufwand, geringer Ertrag

Baumgart könnte zudem ein paar andere Statistiken bemühen, um die Qualitäten des Gegners hervorzuheben. So ist der FC St. Pauli hinter Heidenheim das laufstärkste Team der Liga, das zusammen mit dem SCP bisher die meisten Zweikämpfe gewonnen hat. Und bei der Anzahl der abgegebenen Torschüsse belegen die Kiezkicker im Zweitliga-Ranking den dritten Platz. Zwischen Aufwand und Ertrag klafft allerdings derzeit eine riesige Lücke.

Am Fußball, den St. Pauli inzwischen präsentiert, findet aber auch Steffen Baumgart Gefallen. Denn während die Darbietungen der Hamburger in den vergangenen Jahren oftmals eher bieder und rustikal ausfielen, wird unter dem neuen Übungsleiter Timo Schultz ein gepflegter Ball gespielt. Ein sauberer Spielaufbau, hohes Verteidigen und aggressives Pressing zählen zu den Zutaten des neuen Pauli-Stils.

"Das ist das, was auch ich unter Fußball verstehe", sagt Baumgart. Und sein Trainerkollege Timo Schultz, der im Sommer vom U19-Coach zum Cheftrainer der Profis befördert wurde, rückt auch nach der Sieglos-Serie und 18 Gegentreffern in acht Pflichtspielen nicht vom Kurs ab. "Das Wilde nach vorne soll uns weiterhin auszeichnen. Das wird unsere Spielweise bleiben, dafür haben wir einfach auch die Spielertypen", betont der Pauli-Coach.

Startelf bleibt wohl unverändert

"Da kommt viel Intensität auf uns zu", prognostiziert Steffen Baumgart, der aber keine ständig attackierenden Paulianer erwartet. "Es wird auch Phasen geben, in denen der Gegner tief steht. Dann Lösungen zu finden, ist oft das Schwierigste im Fußball", sagt der SCP-Coach, der am Samstag nur noch auf die verletzten Spieler Maximilian Thalhammer und Jannik Huth verzichten muss. Stürmer Sven Michel ist unterdessen wieder im Mannschaftstraining, wird aber gegen St. Pauli noch nicht im Kader stehen.

Sebastian Vasiliadis, der aufgrund von Rückenproblemen in den vergangenen vier Spielen gefehlt hatte, dürfte dagegen ins Aufgebot zurückkehren. Allerdings muss der Mittelfeldspieler wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen. "Dass Vasi ein besonderer Spieler für uns ist und dass er in der Vergangenheit sehr gute Leistungen gezeigt hat, ist das eine. Aber wenn ich mir anschaue, was die Mannschaft gerade in der ersten Halbzeit in Darmstadt gezeigt hat, frage ich mich, wen ich aus der Startelf nehmen sollte", erklärt Baumgart, der somit wohl wieder auf das junge Mittelfeld-Trio Schallenberg-Justvan-Ingelsson setzen wird. Und auch sonst dürfte es keine Änderungen in der Anfangsformation geben.

Warten auf ein Testergebnis

Ein kleines Fragezeichen steht lediglich noch hinter dem Einsatz von Linksverteidiger Jamilu Collins. Der nigerianische Nationalspieler ist von seiner Länderspielreise zurückgekehrt und ließ sich am Donnerstag im Paderborner Trainingszentrum auf Corona testen. Ein Corona-Test, den er am Vortag bei der Nationalmannschaft abgegeben hatte, ist negativ ausgefallen. Sollte dies auch beim zweiten Ergebnis der Fall sein, wird Collins am Samstag im Kader stehen. "Wir werden schauen, wie frisch Jamilu am Freitag ist", sagt der SCP-Trainer, der den wiedergenesenen Chima Okoroji in der Hinterhand hätte.

Video



Und obwohl Steffen Baumgart in der Saison 2018/19 zwei Niederlagen gegen die Kiezkicker kassiert hatte, kann auch er in seiner Trainer-Vita bereits einen Erfolg gegen St. Pauli vorweisen. So feierte der SCP am 14. August 2017 als damaliger Drittligist in der ersten DFB-Pokalrunde einen 2:1-Heimsieg gegen die Hamburger.

Und so könnten sie spielen:

SCP: Zingerle - Dörfler, Hünemeier, Schonlau, Collins (Okoroji) - Schallenberg - Justvan, Ingelsson - Führich, Srbeny, Antwi-Adjei.

STP: Himmelmann - Ohlsson, Knoll, Buballa - Zander, Becker, Benatelli, Paqarada - Zalazar - Kyereh, Makienok

Information

Alle Berichte zum SCP lesen Sie hier.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!