Tabellenführung verpasst: SC Paderborn verliert mit 0:1 in Karlsruhe

Frank Beineke und Kevin Bublitz

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Paderborns Svante Ingelsson (v.l.), Jerome Gondorf, Marvin Wanitzek (beide KSC) und Ron Schallenberg (SCP) beim Kampf um den Ball. - © picture alliance / GES/Helge Prang
Paderborns Svante Ingelsson (v.l.), Jerome Gondorf, Marvin Wanitzek (beide KSC) und Ron Schallenberg (SCP) beim Kampf um den Ball. (© picture alliance / GES/Helge Prang)

Karlsruhe. Sechs Mal in Folge hatte der SC Paderborn nicht mehr verloren. Doch am Samstag sollte die Erfolgsserie des ostwestfälischen Fußball-Zweitligisten reißen. So verlor das Team von Trainer Steffen Baumgart mit 0:1 (0:1) beim Karlsruher SC, der damit seinen dritten Sieg in Folge feierte. Die Hausherren hatten sich den Dreier dank einer starken ersten Halbzeit durchaus verdient, wenngleich sie nach dem Wechsel extrem passiv waren. Doch dem SC Paderborn, der mit einem Sieg zumindest vorübergehend Tabellenführer gewesen wäre, fehlte an diesem Tag einfach die nötige Durchschlagskraft.

"Die erste Halbzeit geht an Karlsruhe, die zweite Halbzeit geht an uns. Wir haben alles probiert, aber es hat heute nicht gereicht. Letztlich ist der KSC verdienter Sieger", zog Steffen Baumgart ein treffendes Fazit. Paderborns Coach hatte zum dritten Mal in Folge auf die selbe Startelf gesetzt. Doch eben jene Elf konnte vor der Pause nicht ansatzweise an die starken Leistungen anknüpfen, die Paderborn bei den Siegen in Darmstadt und gegen St. Pauli gezeigt hatte. Karlsruhe machte von Beginn an Druck und legte gerade in den ersten 20 Minuten ein hohes Tempo vor. Die Hausherren gewannen in dieser Phase 75 Prozent der Zweikämpfe, zwangen den SCP zu zahlreichen Ballverlusten und spielen zielstrebig nach vorne.

Gegentor nach nur sieben Minuten

Und schon nach sieben Minuten stand es 1:0 für den KSC: Innenverteidiger Daniel Gordon hatte nach einer Ecke aufs Tor geköpft und damit ein Durcheinander im SCP-Strafraum ausgelöst. SCP-Linksverteidiger Jamilu Collins klärte zunächst mit einer eher unglücklichen Kopfballabwehr und blockte dann den Nachschuss von Philipp Hofmann ab. Doch der Ball landete erneut beim KSC-Torjäger, der das Spielgerät flach in die Mitte spitzelte. Dort stand Gordon goldrichtig, um mit seinem ersten Saisontor die Karlsruher Führung zu erzielen. Für Paderborn war es der erste Gegentreffer seit 254 Minuten.

Die Gastgeber blieben am Drücker und hatten in der zwölften Minute die Chance zum 2:0. Doch SCP-Keeper Leopold Zingerle konnte einen gefährlichen 20-Meter-Freistoß von Marc Lorenz parieren. Drei Minuten später hatte der KSC jedoch viel Glück. Lorenz hatte SCP-Akteur Svante Ingelsson im Strafraum zu Fall gebracht. Doch der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Michael Bacher blieb aus. Für Paderborn hätte es noch schlimmer kommen können, denn im direkten Gegenzug hatte Kyoung-Rok Choi den zweiten KSC-Treffer auf dem Fuß. Doch Collins konnte seinen Schuss kurz vor der Linie abwehren.

Zu unsauber im Spiel nach vorn

Die Hausherren schalteten nun einen Gang zurück, doch der SCP blieb im Spiel nach vorne zu unsauber, so dass Paderborn bis zum Halbzeitpfiff keine Torchance mehr verbuchen konnte. Dafür setzte Gordon noch ein Ausrufezeichen. So köpfte der KSC-Routinier den Ball nach einem Freistoß von Marvin Wanitzek an die Latte (40.). Somit konnten die Gäste noch froh sein, dass es nur mit einem 0:1-Rückstand in die Pause ging.

Nach dem Wechsel sollte sich die Statik der Partie deutlich ändern. Die Karlsruher trugen nun nur noch wenig Erbauliches zum Spiel bei. Der KSC stand tief, verteidigte zumeist mit neun Spielern am eigenen Strafraum und verbuchte in Hälfte zwei keine einzige nennenswerte Torchance mehr. Paderborn rannte an und hatte noch mehr Ballbesitz als vor der Pause. Doch gegen die vielbeinige Abwehr der Gastgeber fand der SCP fast nie die Lücke. Zahlreiche Torschüsse wurden geblockt. Und die Flanken flogen zumeist ins Leere.

Im letzten Moment geblockt

"Wir haben leidenschaftlich verteidigt und alles investiert", freute sich KSC-Trainer Christian Eichner. Und so kamen auch die Gäste in den zweiten 45 Minuten trotz deutlicher Feldüberlegenheit zu keinen klaren Tormöglichkeiten. Die Chancen waren an einer Hand abzuzählen. In der 47. Minute schlug SCP-Stürmer Dennis Srbeny, der schon in Halbzeit eins aus aussichtsreicher Position am Ball vorbeigesäbelt hatte, ein Luftloch. In der 76. Minute hatten die Paderborner nach einer abgewehrten KSC-Ecke endlich mal Platz zum Kontern. Chris Führich passte auf Kai Pröger, doch auch der Abschluss des SCP-Jokers wurde von den Hausherren im letzten Moment geblockt.

In buchstäblich letzter Sekunde hatte noch ein weiterer Einwechselspieler den Ausgleich auf dem Fuß. Doch Prince Osei Owusu setzte auch die letzte SCP-Chance am Tor vorbei (90.+4). Dann war Schluss. Und Paderborns Höhenflug ist erst einmal gestoppt.

Hier gibt es das Spiel im NW-Liveticker zum Nachlesen:


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