SC Paderborn verliert 1:3 gegen Spitzenreiter HSV

Frank Beineke und Kevin Bublitz

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Der Hamburger Tim Leibold (l.) und Paderborns Chris Führich im Zweikampf um den Ball.  - © picture alliance/dpa
Der Hamburger Tim Leibold (l.) und Paderborns Chris Führich im Zweikampf um den Ball.  (© picture alliance/dpa)

Hamburg/Paderborn. Der Spitzenreiter war für den SC Paderborn unterm Strich dann doch eine Nummer zu groß. So kassierte das Team von Trainer Steffen Baumgart am Samstag trotz guter Leistung eine 1:3 (1:2)-Niederlage beim Hamburger SV. Der SCP hatte dabei einen schwachen Start in beide Halbzeiten erwischt, bewies aber viel Moral und steckte nie auf. Am Ende aber mussten sich die Paderborner erstmals seit fünf Spielen wieder geschlagen geben.

"Wir haben heute bei DER Spitzenmannschaft der Liga verloren. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren", resümierte Steffen Baumgart. Der SCP-Coach setzte erneut auf ein 4-2-3-1-System und nahm lediglich eine Startelf-Änderung vor. Diese war durchaus überraschend, denn Frederic "Freddy" Ananou spielte für Johannes "Jojo" Dörfler auf der Rechtsverteidigerposition. Der 23-jährige Neuzugang aus Ingolstadt, der in den vergangenen neun Partien überhaupt nicht mehr zum Einsatz gekommen war, stand damit erstmals seit dem dritten Spieltag in der Anfangsformation. "Jojo macht es derzeit sehr gut, aber er soll ein bisschen Ruhe reinbekommen", sagte Baumgart mit Blick auf das am Dienstag anstehende DFB-Pokal-Achtelfinale in Dortmund, in dem Dörfler wohl in die Startelf zurückkehren wird. "Freddy arbeitet gut und soll heute Vollgas geben", ergänzte der SCP-Coach vor Spielbeginn.

Ananou sollte eine mehr als ordentliche Vorstellung abliefern. Dies galt für den gesamten SCP, der in den ersten zehn Minuten allerdings seine Probleme hatte. Der HSV dominierte, ließ die Gäste kaum an den Ball kommen und nutzte eine Standardsituation zur frühen Führung. Nach einer Ecke von Jeremy Dudziak verlängerte HSV-Torjäger Simon Terodde den Ball per Kopf an den langen Pfosten. Dort setzte sich Moritz Heyer gegen SCP-Innenverteidiger Jamilu Collins durch, um zum 1:0 (8.) einzuköpfen.

Nackenschläge durch Standards

Dies schien die Paderborner aber nicht zu schocken. Das Team von Trainer Steffen Baumgart war vielmehr ab der zehnten Minute voll im Spiel. Der SCP versteckte sich nicht, setzte die Hamburger unter Druck, machte aber zunächst zu wenig aus seinen Ballgewinnen. Stattdessen gab's in der 22. Minute den nächsten Nackenschlag. Und wieder war es ein Standard. Ein 28-Meter-Freistoß von Sonny Kittel fand den Weg ins Tor, weil sich die Paderborner Zwei-Mann-Mauer um Chris Führich und Christopher Antwi-Adjei beim strammen Schuss des HSV-Akteurs weggedreht hatte.

Doch selbst davon ließ sich der SCP nicht beeindrucken. Gegen fortan recht tief stehende Hausherren, die vor der Pause zu keiner einzigen klaren Torchance aus dem Spiel heraus kamen, zeigten die Gäste nun einen richtig guten Auswärtsauftritt. In Minute 41 gab es dafür den verdienten Lohn. Sebastian Schonlau schickte Chris Führich mit einem sehenswerten Steilpass auf die Reise. Paderborns bester Torschütze scheiterte zwar aus spitzem Winkel an HSV-Torhüter Sven Ulreich, doch Sven Michel staubte zum 1:2-Anschlusstreffer ab.

HSV kommt stark aus der Pause

Die Hamburger blieben derweil bei Standards brandgefährlich. So hätte Amadou Onana, der in der 16. Minute für den verletzten Toni Leistner eingewechselt worden war, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer weiteren Ecke fast zum 3:1 eingeköpft. So aber ging es mit einer 2:1-Führung der Gastgeber in die Kabinen.

Vor dem Anpfiff der zweiten Hälfte mussten die Hamburger zunächst ein Tornetz flicken. Anschließend sollten sie wie schon in Halbzeit eins einen ganz starken Start erwischen und bis zur 53. Minute gleich zu vier guten Torgelegenheiten aus dem Spiel heraus kommen. Zunächst scheiterte Dudziak nach einer missglückten Schonlau-Abwehraktion am glänzend reagierenden SCP-Keeper Leopold Zingerle (48.). Dann ging ein Kopfball von Terodde knapp vorbei (50.), ehe der HSV-Torjäger ebenfalls in Zingerle seinen Meister fand (51.).

Doch HSV-Chance Nummer vier sollte sitzen. Es war ein Tor, dass die ganze spielerische Klasse des Spitzenreiters zeigte. Über Terodde und Dudziak landete das Leder bei Kittel, der mit dem 3:1 (53.) seinen Doppelpack perfekt machte. "Ich hatte den Jungs zur Halbzeit gesagt, dass wir die Intensität wieder erhöhen müssen. Das haben sie gemacht", freute sich HSV-Coach Daniel Thioune.

Der SCP beweist große Moral

Doch wer glaubte, dass sich die Gäste nun aufgaben, sollte sich täuschen. Der SCP zog vielmehr weiterhin sein Ding durch und kam dank eines konsequenten Pressings erneut zu guten Chancen. So hatte Dennis Srbeny nach einem Onana-Patzer das 2:3 auf dem Fuß (57.). In der 63. Minute wurde ein Torschuss des SCP-Stürmers geblockt, ehe Srbeny sechs Minuten später an Ulreich scheiterte. Auf der Gegenseite verhinderten Ananou (78.) und Uwe Hünemeier (89.) mit starken Rettungsaktionen das 1:4.

Am Ende stand ein verdienter Hamburger 3:1-Erfolg zu Buche."Das war eine Spitzenleistung in einem echten Spitzenspiel", freute sich HSV-Trainer Thioune. Die Paderborner können trotz dieser Niederlage guten Mutes ins DFB-Pokal-Achtelfinale bei Borussia Dortmund (Dienstag, 2. Februar, 20.45 Uhr) gehen. Denn mit einer solchen Leistung könnten sie den bekanntlich nicht immer sattelfesten BVB durchaus vor Probleme stellen.

Das Spiel des SCP hier zum Nachlesen:


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