Schwache Paderborner verlieren in Nürnberg

Kevin Bublitz und Frank Beineke

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SCP-Innenverteidiger Marcel Correia (r.) erwischte in Nürnberg einen gebrauchten Tag. So patzte er unter anderem beim Gegentreffer durch Manuel Schäffler (l.). - © picture alliance/dpa
SCP-Innenverteidiger Marcel Correia (r.) erwischte in Nürnberg einen gebrauchten Tag. So patzte er unter anderem beim Gegentreffer durch Manuel Schäffler (l.). (© picture alliance/dpa)

Nürnberg/Paderborn. Der SC Paderborn sollte am Ostersonntag die Festtagslaune seiner Fans erheblich trüben. So kassierte das Team von Trainer Steffen Baumgart eine verdiente 1:2 (1:1)-Niederlage beim 1. FC Nürnberg. In einer intensiv geführten, aber letztlich schwachen Zweitligapartie zeigte der SCP hierbei gerade aus spielerischer Sicht eine seiner schlechtesten Saisonleistungen.

"Der Gegner hat viel bissiger und klarer agiert. Bei uns hat der Matchplan gar nicht funktioniert. Vor allem die vielen einfachen Fehler haben mich geärgert", konstatierte Steffen Baumgart. Der SCP-Coach hatte im Vergleich zum jüngsten 2:2 gegen Karlsruhe drei Startelfänderungen vorgenommen. Für Linksverteidiger Jamilu Collins und Mittelfeldabräumer Ron Schallenberg (beide gesperrt) rückten Chima Okoroji und Sebastian Vasiliadis in die Anfangsformation. Maximilian Thalhammer durfte für Julian Justvan auf der Achterposition ran. Nürnbergs Coach Robert Klauß setzte auf die Startelf, die zuletzt ein 2:2 in Fürth ergattert hatte.

SCP-Torwart Leopold Zingerle hält den Elfmeter vom Nürnberger Manuel Schäffler (verdeckt). - © picture alliance/dpa
SCP-Torwart Leopold Zingerle hält den Elfmeter vom Nürnberger Manuel Schäffler (verdeckt). (© picture alliance/dpa)

Eben jene Elf der Hausherren machte vor der Pause einen guten Job. So gingen die Nürnberger im heimischen Max-Morlock-Stadion enorm aggressiv zu Werke. Gelungene Paderborner Kombinationen waren Mangelware. Der SCP kam kaum zu den geliebten Umschaltaktionen. Die zweiten Bälle gingen meist an die zweikampfstarken Gastgeber, die allerdings aus spielerischer Sicht ebenfalls nur wenig Erbauliches zu bieten hatten. Und so entwickelte sich eine hart umkämpfte und ziemlich zähe Partie, in der die Paderborner in der 21. Minute erstmals gefährlich vor dem Nürnberger Tor auftauchten. Nach einem der seltenen gelungenen Spielzüge zog Dennis Srbeny aus 17 Metern ab, doch FCN-Keeper Christian Mathenia parierte.

Correia verschätzt sich beim Gegentor

Die Gastgeber verbuchten unterdessen Halbchancen durch Tom Krauß (14.), Erik Shuranov (22.) und Mats Möller Daehli (27.), doch ein Treffer lag eigentlich nicht in der Luft. In einem typischen 0:0-Spiel sollten bis zum Pausenpfiff dann allerdings noch zwei Tore fallen. Beim 1:0 für Nürnberg leistete Paderborns Innenverteidiger Marcel Correia in der 37. Minute unfreiwillige Schützenhilfe. Enrico Valentini hatte aus dem Halbfeld eine weite Flanke in den SCP-Strafraum geschlagen. Correia verschätzte sich völlig, segelte unter dem Ball hindurch und der hinter ihm stehende FCN-Torjäger Manuel Schäffler köpfte zur nicht unverdienten Führung ein.

Diese hielt aber nicht lange, denn auch der Ausgleich fiel aus dem Nichts. Srbeny spielte in Minute 44 einen traumhaften Chip-Ball auf Christopher Antwi-Adjei. Dieser tunnelte Mathenia und markierte mit seinem zweiten Saisontreffer das etwas schmeichelhafte 1:1. Dann ging es erst einmal in die Kabinen.

Doch die Hoffnungen der SCP-Anhänger, dass ihr Team mit dem Ausgleich im Rücken in der zweiten Hälfte zum gewohnten Spiel findet, sollten sich nicht erfüllen. Stattdessen mussten die Gäste schon früh zwei Schreckmomente überstehen. So landete ein verdeckter Krauß-Schuss in der 46. Minute am rechten Pfosten. Kurze Zeit später benötigte der Video-Schiedsrichter rund zwei Minuten, um zu überprüfen, ob SCP-Rechtsverteidiger Frederic Ananou den Nürnberger Möller Daehli regelwidrig zu Fall gebracht hatte. Doch es gab zurecht keinen Elfmeter.

Auch ein gehaltener Elfmeter hilft dem SCP nicht

Paderborner Offensivaktionen waren unterdessen absolute Mangelware. Bei einer Freistoßflanke von Chris Führich hätte Correia allerdings seinen Patzer vom 0:1 wettmachen können, doch der Innenverteidiger schrammte am langen Pfosten am Ball vorbei (54.). Fünf Minuten später bekam Unglücksrabe Correia einen Schäffler-Schuss an den abgespreizten Arm. Schäffler trat selbst zum fälligen Handelfmeter an, doch SCP-Torhüter Leopold Zingerle parierte den zu unplatzierten Strafstoß (60.).

Eine Viertelstunde vor dem Ende fehlten Zingerle dann jedoch die entscheidenden Zentimeter. Krauß hatte aus 23 Metern abgezogen. Paderborns Keeper war noch mit dem Fingerspitzen am Ball, der aber zum Nürnberger 2:1 (75.) in der linken Ecke einschlug. Die Schlussoffensive der Gäste blieb ein laues Lüftchen. Mehr als ein harmloser Abschluss von Svante Ingelsson (83.) und ein Drehschuss von Srbeny (90.+1) sprangen nicht heraus.

Schonlau fehlt gegen den Spitzenreiter

Stattdessen gab's noch einmal Slapstick in der Nachspielzeit. Zingerle war bei einer SCP-Ecke mit nach vorne gegangen. Die besagte Ecke wurde abgefangen. FCN-Joker Nikola Dovedan ging auf das verlassene SCP-Tor zu, schob jedoch den Ball am völlig leeren Gehäuse vorbei. Doch die Nürnberger mussten sich nicht lange grämen, denn Sekunden später war Schluss. Und ein verpatzter Paderborner Ostersonntag war perfekt.

"Ich habe selten so ein Spiel von uns gesehen. Das war nicht das, was ich über einen langen Zeitraum von meiner Mannschaft gewohnt bin", monierte SCP-Coach Baumgart. Die Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt's am Samstag, 10. April. Dann erwartet der SCP den Spitzenreiter VfL Bochum in der heimischen Benteler-Arena (Anstoß 13 Uhr). Die Personalprobleme in der Abwehr dürften dann jedoch nicht kleiner werden. So sah Kapitän Sebastian Schonlau, der in Nürnberg noch der beste Paderborner gewesen war, am Ostersonntag seine fünfte Gelbe Karte. Der Abwehrchef fehlt somit im Westfalen-Derby gegen den Tabellenführer.

Information

1. FC Nürnberg - SC Paderborn 2:1 (1:1)

Nürnberg: Mathenia - Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker - Geis (85. Behrens) - Krauß, Nürnberger (66. Dovedan) - Möller Daehli (85. Sorg) - Shuranov (72. Borkowski), Schäffler (85. Margreitter).
Paderborn: Zingerle - Ananou (55. Dörfler), Correia, Schonlau, Okoroji - Thalhammer (55. Ingelsson), Vasiliadis (81. Terrazzino), Antwi-Adjei - Führich (64. Akolo), Srbeny, Michel (81. Justvan).
Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)
Tore: 1:0 Schäffler (37.), 1:1 Antwi-Adjei (44.), 2:1 Krauß (75.)
Beste Spieler: Krauß, Valentini - Schonlau, Michel
Gelbe Karten: Valentini (6), Mathenia (2) - Vasiliadis (3), Schonlau (5, nächstes Spiel gesperrt), Correia (2), Dörfler (4)
Besonderes Vorkommnis: Zingerle (Paderborn) hält Handelfmeter von Schäffler (60.)
Torschüsse: 16:9; Ecken: 6:4; Ballbesitz: 43:57 Prozent;  Zweikämpfe: 52:48 Prozent.

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